Und hier ist der Eintrag für Isis, den ich im Frühling 2019 geschrieben habe....
Hier kommt er nun, mein Memorial-Blogeintrag, vor dem ich immer Angst hatte. Weil ich wusste, dass die Gefühle mich überrollen und mich tränennass und klein zurücklassen würden. Aber ich muss ihn jetzt endlich schreiben, um meine Trauer langsam zu verarbeiten.
Isis. Meine kleine süßes Mausekatze. Meine Babymaus, Prinzessin, Milchkatze, Iselchen, Iserine, Iselkiesel, Kieselsteinchen. Es ist nun ein Jahr her seit du spurlos verschwunden bist.
Ich werde nie vergessen, wie Nadja einen Tag nachdem ich wegen starken Depressionen und Suizidgedanken in die Klinik gegangen bin, zu mir kam und mir bedrückt diesen Satz sagte: "Du... die Isis ist weg." Wie weg dachte ich. Wie kann sie weg sein? Ich musste wohl durch den Wind wie ich war vergessen haben das gekippte Fenster zu schließen. Sie ist eine zarte Katze. Anders kann ich es mir nicht erklären. Es war so schrecklich. Ich war gerade auf der Geschlossenen mit dem Wissen, dass meine Katze weg war und konnte nichts tun, außer Nadja bitten, die Suchflyer für mich zu verteilen und zu suchen. Ich war wie betäubt. Nur Tavor konnte mich ruhig halten.
Als ich aus der Klinik kam, wartete nur eine Katze zuhause auf mich. Mein kleiner Loki, der in der Zeit, in der ich weg war ohne Isis ganz allein war. Es war so schrecklich. Eine Katze, nur eine, das war doch nicht richtig. Ich machte die Hölle durch. Mir ging es immer noch extrem schlecht und dann noch der Klopper, dass meine Isis weg ist. Ich nichts tun konnte außer Flyer um Flyer in die Briefkästen zu werfen und überall in der Stadt aufzuhängen und zu beten und zu hoffen. Die Tage vergingen, dann die Wochen. Keine Nachricht. Kein Hoffnungsschimmer.
Dann wurden aus den Tagen Monate und schließlich war ein Jahr um. Ein Jahr und die Sehnsucht und der Schmerz sind so groß wie damals. Die Ungewissheit ist, was am meisten schmerzt. Im besten Fall hat jemand sie mitgenommen und ihr ein schönes neues Zuhause gegeben. im schlimmsten Fall... Horrorbilder.
Am schlimmsten sind die Selbstvorwürfe. Hätte ich das Fenster nur geschlossen. Habe ich sie gut genug behandelt? War ich genug für sie da? Habe ich mich genug um sie gekümmert? Genug mit ihr gespielt? Sie oft genug gekuschelt? Hat sie sich manchmal einsam gefühlt, unverstanden? Habe ich intensiv genug gesucht? Ich habe manchmal das Gefühl als Lycidas damals starb, ihr Seelenfreund, hat er irgendwie ein wenig von ihrer Lebensfreude mitgenommen. Habe ich sie nicht genug trauern lassen, ehe ich es mit einer neuen Zweitkatze versuchte? Hat sie Angst vor mir gehabt am Ende, weil ich manchmal so launisch war wegen meiner Erkrankung? Ungeduldig? War ich unsensibel und es war nur noch schlimm für sie hier zu leben? Dann kann ich nur hoffen, dass sie ein zuhause gefunden hat, wo sie sich wohler fühlt und glücklich ist. Ich will nur, dass es ihr gut geht. Sie ist so eine tolle, feinfühlige, zarte Katze.
Isis. Meine geliebte, süße Isis. Du warst meine allererste Katze. Du hast mir gezeigt, dass es so etwas wie Engel wirklich gibt. Du warst in allem, was du getan hast, so feinfühlig und liebenswert. Sogar, wenn wir gespielt haben, hast du aufgepasst, dass du mich auch ja nicht mit deinen Krallen berührst, um mir ja nicht wehzutun. Dein Fell war so fluffig wie man sich eine Wolke vorstellt. So unendlich weiß und in deinen verschiedenfarbigen Augen, eins grün eins
blau, lag die Schönheit dieser Welt.
Acht Jahre lang warst du an meiner Seite. Acht wundervolle Jahre. Hast vieles mit mir durchlitten und erduldet. Ich bereue jedes einzelne Mal, wenn ich genervt aufgeseufzt habe, wenn du wieder Pipi auf ein Handtuch gemacht hast. Ich vermisse dein Pipi auf meinen Handtüchern. Ich vermisse die weißen Haare überall in der Wohnung.
Du warst so viel klüger und weiser als ich es war. Du warst die allerbeste Mauseprinzessin, die sich ein Dosi nur wünschen kann.
Es tut mir so leid, dass ich keine bessere Dosi war. Dass ich nicht umsichtig genug war. Es tut mir so leid dass ich versagt habe, dich zu beschützen, wie es als Mama meine Aufgabe gewesen wäre. Du warst doch mein Baby. Du warst so treu, immer an meiner Seite. Meine liebe, treue Freundin. Meine Seelenverwandte. Du warst wie ich. Ich hatte auch Angst vor den Menschen und habe mich immer versteckt, wenn neue Menschen kamen. Du warst auch viel zu sensibel für diese Welt.
Und falls du doch über die Regenbogenbrücke gegangen bist, dann fetzt du hoffentlich zusammen mit Lycidas durch die Wolken, lässt dich von ihm putzen und ich hoffe auch, dass du noch meine Liebe spürst, die immer bei dir ist und ich hoffe, meine Prinzessin, dass du mir vergeben kannst. Ich liebe dich so sehr und du fehlst mir. Jeden Tag.
Nachtrag vom 24.01.2021: Da Isis nie wieder aufgetaucht ist, fällt es mir immer noch schwer, sie "loszulassen". Irgendwie ist da immer noch ein Fünkchen Resthoffnung, dass irgendwann ein Wunder passiert und sie plötzlich wieder da ist. Es ist schwer, damit klar zu kommen. Aber für sie wird hier immer ein Plätzchen sein.
