Ihr Lieben,
ich brauche noch einmal eure Einschätzung.

Und entschuldige mich vorab schon mal für den Roman.

Das hier dient mir auch ein wenig dazu, meine Gedanken etwas zu sortieren.
Wir haben uns ja Ende Dezember eine (Pflege)-Katze Sally (ca. 9 Monate) zu unseren beiden vorhandenen Katzen Fienchen und Willy (werden im März bzw. Mai 6 Jahre) geholt. Ziel war es, dass unser Fienchen eine Spielfreundin bekommt, da der Kater nicht so richtig auf ihre Spielversuche eingegangen ist und uns vom Verein esagt wurde, dass sie auf deren PS sehr gern mit anderen Katzen gespielt hatte. (Alle Katzen kommen vom gleichen Verein).
Eins vorweg: Wir würden Sally wirklich nur sehr, sehr ungern wieder abgeben (bzw. weiter vermitteln). Sie ist eine wunderbare Katze, hat sich super eingelebt und ich hätte wirklich ein mega schlechtes Gewissen, sie hier wieder raus zu reißen. Aber ich möchte halt auch das Wohl aller 3 Katzen bedenken.
Soweit läuft es hier auch gut, bedenkt man, dass Sally erst knapp 6 Wochen hier ist. Es gibt bis auf ein bisschen Gefauche und Gebrumme hin und wieder keinen nennenswerten Streit oder gar Kämpfe , was wohl a) daran liegt, dass alle 3 Katzen sehr sozial und keiner fies dominant ist. Wobei ich sagen würde, dass die Kleine eindeutig das stärkste Selbstbewusstsein hat. Wenn sie z. B. mal mit Willy spielt, ist eigentlich immer er der Gejagte.
Und b) haben wir ein recht großes Haus und bieten außerdem Freigang (wobei die Kleine noch nicht raus darf), so dass sich alles ganz gut entzerrt.
Wo also liegt das Problem, mag man sich fragen ....
Einmal ist es der Umstand, dass Fienchen immer noch nicht so ganz glücklich mit der Situation zu sein scheint. Sie ist nicht mehr so arg gestresst wie am Anfang und verkriecht sich auch nicht oder so. Aber so richtig leiden kann sie Sally glaube ich immer noch nicht. Zumindest faucht und knurrt sie sie immer mal wieder weg und haut auch schon mal zu. Die Kleine lauert aber auch gern, wobei sie dann aber auch nur ein paar Sätze auf Fienchen zu macht und sofort ablässt, wenn die faucht. Aber ich merke schon, dass Fienchen ihr größtenteils doch eher ausweicht und (noch?) nicht so viel mit ihr anfangen kann. Davon, dass sie miteinander spielen, sind wir noch weit entfernt.
Jetzt weiß ich, dass 6 Wochen keine lange Zeit sind. Da es immer wieder auch positive Momente gibt, habe ich auch Hoffnung, dass es zwischen den beiden was wird. Mich würde einfach mal interessieren, wie das bei anderen Mehrkatzenhaushalten war, wenn die Katzen anfangs nicht so miteinander konnten. Wie lange hat es gedauert, bis sie sich doch zusammengerauft haben oder gar Freunde wurden. Einfach, um eine Einschätzung zu haben. Wie gesagt, wir wollen Sally behalten. Es wäre auch ok, wenn sie sich einfach akzeptieren und keine Spielfreundinnen werden. Aber ich möchte natürlich auch nicht, dass sich Fienchen, die ja nun mal als Erste hier war, sich in ihrem Revier permanent latent unwohl fühlt. Manchmal frage ich mich schon, ob ich ihr mit der Aktion einen Gefallen getan habe.
Und dann habe ich auch immer noch Sally gegenüber ein schlechtes Gewissen. Die ist nämlich super sozial und lechzt geradezu nach Aufmerksamkeit. Weswegen es mir leid tut, dass die Großen sie weitestgehend ignorieren. (Willy spielt hin und wieder mit ihr, aber auch nicht jeden Tag). Die Aktivitätslevel der Großen und das von Sally sind halt auch schon sehr unterschiedlich. Und manchmal kommt es mir so vor, als hätten wir W&F als Pärchen auf der einen und Sally als Einzelkatze auf der anderen Seite. Sie ist uns gegenüber wahnsinnig anhänglich, wahrscheinlich eben auch, so denke ich mir, weil sie von den Katzen wenig Beachtung bekommt. Für sie wäre mE ein gleichaltriger Tobekumpel schön, aber eine 4. Katze ist hier leider nicht drin.
Jetzt soll Sally in ein paar Wochen auch Freigang bekommen. Die Frage, die ich mir stelle ist - wie viel kompensiert der? Falls die Großen auch langfristig nicht so viel Lust auf Sally haben? Ist so eine Konstellation dann trotzdem ok? Mache ich mir zu viele Gedanken? Bin ich zu perfektionistisch?
Danke fürs Lesen