Es ist immer noch total surreal, dass Tamo nicht mehr da ist. Es ist als liegt er auf seinem Fenstersims und kommt gleich an zum Kuscheln. Als Timo in der Wippe lag und ein quietschen von sich gab, klang es wie Tamo, wenn er uns gerufen hat und ich hätte fast gesagt "Schatz, Tamo kommt!" Bis es mir bewusst wurde. Und dann kamen wieder die Tränen. So geht es einem öfter am Tag. Es ist seltsam und schrecklich. Er fehlt, gleichzeitig fehlt er nicht, weil es sich anfühlt als käme er gleich um die Ecke. (Ich weiß, nicht ob das Sinn macht?)
Bisher habe ich das Gefühl (und das macht mir wirklich ein unglaublich schlechtes Gewissen), dass ich besser klarkomme als bei Ernie. Ob das daran liegt, dass ich es noch nicht realisiert habe, oder Ernie einfach anders war, oder weil ich für Timo nicht ständig heulen und mich abschotten kann, ich weiß es nicht. Die Trauer und der Schmerz kommen eher Schwallartig statt wie bei Ernie permanent präsent und allgegenwärtig zu sein.
Bert vermisst Tamo auch. Ihm ist langweilig. Er versucht mit uns zu raufen... Bisher dachte ich immer das raufen ginge primär von Tamo aus und Bert "wehrt" sich halt. Aber es scheint als bräuchte Bert es auch. Das kann ja lustig werden, besonders wenn der Kleine dann irgendwann krabbelt. Da müssen wir dann aufpassen, dass Bert nicht ihn als Raufekumpel benutzen will.
Und Bert hat draußen einen Freund. Hasst also nicht alle (Nachbars-)katzen/kater. Der Freund heißt soweit ich weiß Tiger und wohnt 2 Querstraßen weiter. (Allerdings bin ich der Meinung dass Tiger noch nicht draußen sein sollte. Er ist kleiner, als E+B waren, als wir sie im Tierheim geholt haben und noch sehr kittenhaft verspielt und angstlos. Ich hätte ihn jetzt auf vielleicht 5-6 Monate geschätzt, genau wie das dazugehörige kleine Buntmiez, was dort auch rumturnt? Ich weiß aber auch nicht mehr, wann ich ihn das erste Mal gesehen hab. Alternativ ist er einfach sehr klein von der Größe her? Maximal halb so groß wie Bert.)
Als ich heute Abend Bert geholt hab stand beim Rufen und Klappern plötzlich statt Bert Tiger neben mir und wollte Leckerli (bekam er natürlich nicht!!) Dann kam Bert angelaufen und ich dachte "ohoh jetzt knallt es gleich" (weil ich ja weiß, wie er hier bei der Nachbarskatze ausflippt) aber nichts dergleichen. Nasenkuss und Köpfchen putzen. Ich dachte, ich seh nicht richtig. Hat auch alles gebraucht ihn nach Hause zu holen, weil er lieber noch mit Tiger spielen wollte. Und dann musste er bei uns drinnen alleine sein. Da tut er mir ja immer leid, aber ich kann ihn nicht draußen lassen... Das kann ich einfach nicht.