Ich gebe ich dir völlig recht, bei Kitten kann man noch keinen Charakter ausmachen, das ist etwas was wir definitiv gelernt haben, bestes Beispiel Aria und Amari
Bei Kitten finde ich das völlig absurd - ok - wenn man ein Geschwisterpaar nimmt, dass aus einem 2er Wurf ist, dann wird das Verhalten auch nach einem Umzug in eine neue Familie noch ähnlich sein. Aber in der Regel nimmt man ein oder zwei Kitten aus einer größeren Gruppenkonstellation heraus und setzt sie in einen ganz anderen Zusammenhang. Ich hatte hier schon Kitten, die recht zurückhaltend waren und neben ihren eher dominanten Geschwistern immer im Hintergrund waren. Im neuen zu Hause, waren sie auf einmal der "König der Welt" und entwickelten sich zu aufdringlichen Superschmusern .... und die frechsten Draufgänger ordneten sich im neuen Heim ganz brav der dominanten Rudel-Chefin unter ....
Ich bin nur bei 2 Sachen nicht einverstanden, einerseits wird ohne Stammbaum gezüchtet und andererseits bin ich mit der Futterauswahl nicht ganz so glücklich (mehrheitlich Trockenfutter und es ist jetzt auch nicht wirklich hochwertiges Futter).
.... die zwei Sachen würden ja nun bei mir schon reichen

Wer alles richtig macht, braucht nicht ohne Stammbaum zu züchten ... und bereits an dem wenigen, was du beschreibst, erkennt man ja ganz schnell, dass die Leute bei weitem nicht das Hintergrundwissen haben, das man als Züchter haben sollte. Ich weiß, dass viele glauben, "die sind aber gut zu den Katzen und sind wirklich bemüht (Abgabe mit 12 Wochen, nur alle zwei Jahre ein Wurf usw.) und Papiere brauche ich nicht wirklich" - aber es ist einfach grundsätzlich falsch und sollte nicht unterstützt werden. Es sind immer die Katzen, die den Preis zahlen! Aber das ist eine Prinzipfrage und jetzt hier ja absolut nicht das Thema.
Das wusste sie wirklich nicht, sie hat gesagt, wenn sie dies gewusst hätte, dann hätte sie dies niemals gemacht. Ich muss dazu auch sagen, dass bei uns in der CH das Thema Katzenzucht noch nicht so gehandhabt wird wie in D.
Tja ... schade und das ist das was ich meine: Als Züchter bin ich verantwortlich und das heißt, ich muss verdammt noch mal die Konsequenzen meines Handelns kennen. Da ist "habe ich nicht gewusst" keine Entschuldigung. Das ist eine Ausrede für die eigene Dummheit!
Sie sagt, er hat bis jetzt nie markiert, sie hat das Thema klar angesprochen. Sie hat dies wirklich glaubhaft versichert ...

naja - du sagst es ja schon selbst ... also mir fällt kein einziger Grund ein, warum ich einen Kater, den ich zur Zucht haben will und der nicht markiert mit Chemie vollpumpen sollte .... Und vor allem, da TÄ in der Regel davon abraten, den Chip zu setzen, bevor ein Kater erfolgreich gedeckt hat. Analog dazu, dass man Mädels nicht die Pille geben sollte, bevor sie einen Wurf haben.
Manchmal muss man das anderes machen - ich habe auch mal einem Kater den Chip setzen lassen, da war er 7 Monate alt und hat gepisst wie Hölle ..... nur in dem Alter war er mir natürlich einfach viel z u jung zum Decken - vor allem mussten ja noch sämtliche Untersuchungen gemacht werden, die eben erst später sinnvoll sind. Aber mir war beim Setzten des Chips bewusst, dass es sein kann, dass mein teuer gekaufter und aus Ungarn importierter Kater danach nie wieder potent wird .... Im Nachhinein muss ich sagen, dass es tatsächlich besser gewesen wäre (aber das ist jetzt eine ganz andere Geschichte). Aber mit knapp zwei Jahren, pisste er wieder wie vorher

und hat dann auch ein paar Monate später erfolgreich gedeckt.
Unsere TÄ mit der ich das ja schon besprochen habe, sagt, ja es ist möglich, einen chemisch kastrierten Kater "final" zu kastrieren. Sie empfiehlt es jedoch nicht, denn es könne sein, dass seine "Libido" niemals zurückkommt und jede OP birgt ein gewisses Risiko.
Bullshit ! Ja - sicher gibt es immer ein Risiko (aber wenn man ein paar Euro mehr auf den Tisch legt, für eine Inhalationsnarkose minimiert man es zusätzlich) - aber gerade eine Kater-Kastra ist im Grunde ein Witz. Ich würde das Risiko niemals eingehen.
Weil es sein kann, dass er - je nach Ausmaß - auch danach nicht wieder aufhört. Kurz die Geschichte von meinem Caruso: Gechipt mit 7 Monaten, wieder potent mit gut anderthalb - Kater pisst wieder, Kater deckt erfolgreich - Kater wird kastriert. Natürlich lässt das Pissen nicht schlagartig nach, sondern es dauert eine Weile, bis der Hormonspiegel tatsächlich runtergefahren ist. So - wir Züchter kennen in der Regel alle möglichen Mittelchen und Geheimrezepte für Geruchskiller - und wir wenn wir eins können, dann ist das Putzen. So - nur der Kater hat auch irgendwie ein Gedächnis ... und noch Monate nach der Kastra lief der Kater durch die Bude, stand an einer Stelle, an der er mal markiert hat und hatte dann so einen Ausdruck im Gesicht wie "da war doch mal was ..." und zack - aus Nichts pisste er wieder vor den Schrank. Möglicherweise waren da immer noch Restgeruchsmoleküle, die eben nur für seine Nase wahrnehmbar waren oder er hat sich einfach an "gute alte Zeiten" erinnert. Tatsache war, er hat es wirklich erst komplett sein lassen, als er uns ein Jahr später (aus ganz anderen Gründen) verlassen musste und in ein Zuhause kam, wo er niemals irgendwo markiert hat.
Also im Leben nicht, würde ich das Risiko eingehen und ihn nicht kastrieren!
Und auch der Hinweis, dass es unter Umständen auch zwischen Aria und Amari "ärger" geben kann. Wir werden auch die beiden somit ganz gut im Auge behalten. Es ist uns auch klar, dass wir Geduld brauchen werden und dass gefaucht und gezickt wird
Normalerweise sagt man, dass es total selten ist, dass es überhaupt nicht funktioniert. Aber viele sind geschockt, wenn die Alt-Katzen auf einmal "anders" sind. Das legt sich alles wieder - man muss nur wirklich Geduld haben.
@Barbara1602 Mit dem Kastrationschips (Suprelorin) haben wir bei unserem Hund (Wheaten Terrier mit 16 Kg Gewicht) die Erfahrung gemacht, dass er etwa 9 Monate gewirkt hat. Wir haben das Ende der Wirkung gemerkt, weil seine Hoden kurz vor Ende dieser Zeit wieder deutlich größer wurden (sie waren wenige Wochen nach dem Setzen des Sticks um einiges kleiner geworden).
Ich weiß nicht, ob man bei einem Kater auch so deutlich erkennen kann, dass die Wirkung des Chips nachlässt. Wenn das so ist, kannst du in Ruhe abwarten, wie lange die Wirkung anhält und dann schnell einen Kastrationstermin vereinbaren.
Also ich würde da nichts "abwarten" - wozu, wenn es eben auch unter dem Chip möglich ist. Tatsache ist, dass die Hoden auch beim Kater massiv schrumpfen und natürlich beim Nachlassen wieder größer werden. Während man das bei einem (kurzhaarigen) Hund (der mit 1 Kilo ja in etwa 3 x Mal soviel Masse hat, wie ein Kater) sicherlich gut mit bloßem Auge sieht, braucht man bei einem Kater, dessen Glocken ja auch meist noch recht gut befellt sind, schon etwas Erfahrung ... da würde ich mich nicht auf Optik verlassen. Und jemand der Erfahrung mit potenten Tiere hat, würde das auch am Verhalten merken - aber auch hier, wird das bei Hunden deutlicher sein.
So - Mellis Frage habe ich mir jetzt für den Schluss aufgehoben, ich hoffe es stört nicht:
Warum meinst Du, dass der Satz "strapaziert" ist?
Ist das nicht der sinnvollste Ratschlag, zum ähnlichen Alter und Charakter (wenn dieser schon einzuschätzen ist) und gleichen Geschlecht zu raten, wenn man zwei Katzen vergesellschaften möchte?
Also für mich ist das so ein Standard-Satz, der auch ganz oft von Leuten "nachgeplappert" wird, die nicht mal wissen warum. Bei "gleiches Geschlecht" bin ich unbedingt dabei. Zumindest wenn nur zwei Tiere vorhanden sind. Bei der Kater-Katze Konstellation ist die Wahrscheinlichkeit für Probleme so hoch (wie man ja auch hier sieht) - da ist es eher der Glückstreffer, wenn es gut geht. Bei größeren Gruppen ist es wieder anders, wobei ich grundsätzlich zu der Theorie neige: Kater brauchen Katerkumpel!
Die Sache mit dem gleichen Alter sehe ich schon differenzierter: aber gut - ich habe Omis und Kitten gleichzeitig gehabt und alles im Alter dazwischen ... Auch hier ist eine große Gruppe wieder etwas anders, als zwei oder drei reine Liebhabertiere. Und nein - zu einer zwölfjährigen Katze würde ich jetzt nicht ein Kitten setzen und hoffen, dass es ein Dream-Team wird. Aber wenn bei zweijährigen Katzen schon davon abgeraten wird, ein Kitten dazu zu setzten, finde ich das übertrieben.
Und beim Charakter frage ich mich ja immer, wie und woran man das so festmacht. Und eben der Hinweis, dass sich das noch mal komplett verändern kann, wenn eine Katze in eine andere Konstellation und Umgebung kommt. Mir will doch jetzt keiner erzählen, dass er eine halbe Stunde bei einem Züchter oder in einem Tierheim ist und sich über den Charakter einer Katze dort ein Bild machen kann, oder? Und was immer er oder sie da glaubt zu "erkennen" - wird (meiner Erfahrung nach) im neuen Zuhause sowieso wieder anders sein.
Die Grundidee ist völlig richtig - aber ich finde man muss sie deutlich differenzierter betrachten und wirklich die Grenzen der Einschätzbarkeit sehen.
So ... Roman wieder mal fertig

Grüße
Nic