Scheue Katzen werden nicht zutraulich

Diskutiere Scheue Katzen werden nicht zutraulich im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; Mich würde es mal interessieren von euren Erfahrungen mit scheuen Katzen zu hören, insbesondere wie lange es gedauert hat bis sie sich streicheln...
  • Scheue Katzen werden nicht zutraulich Beitrag #1
O

Odypso

Beiträge
19
Reaktionspunkte
4
Mich würde es mal interessieren von euren Erfahrungen mit scheuen Katzen zu hören, insbesondere wie lange es gedauert hat bis sie sich streicheln ließen und ob jemand Katzen hat die sich niemals streicheln ließen.
Unsere zwei Katzen 3 und 8 Jahre alt haben wir vor knapp 4 Monaten aus dem Tierheim adoptiert. Die erste Zeit waren sie sehr scheu und haben sich überhaupt nicht gezeigt. Sie haben nachts gefressen und das Klo benutzt. Tagsüber waren sie nur versteckt. Nach einer Woche ca haben sie sich langsam hervor getraut und wir konnten sehen wie sie in den Ecken des Raumes saßen. Nach ungefähr einem Monat haben sie sich frei im Raum bewegt und auch vor uns gefressen. So lange wir nicht auf sie zugegangen sind, sind sie auch nicht mehr geflüchtet. Seit dem dritten Monat leben sie ihr ganz normales Katzenleben. Sie fressen regelmäßig und warten auch schon auf ihr Futter wenn es Zeit ist, sie benutzen Kratzbaum und andere Katzenmöbel und sie kuscheln oft ganz entspannt miteinander. Seit einen Monat lassen wir die beiden durch die Katzenklappe raus, eigentlich wollten wir noch warten bis sie zutraulicher sind weil wir angst hatten dass sie nicht wieder kommen aber wir konnten nicht länger warten weil eine der beiden ständig vor dem Fenster gejault hat und danach auf unser Bett gepinkelt hat. Wir haben dann beim tierheim nachgefragt und die sagten es ist sehr wahrscheinlich dass sie raus will denn sie war vorher schon Freigänger. Bis jetzt kommen beide Katzen immer wieder spätestens zur nächsten Mahlzeit nach Hause. Seitdem sie rausgehen hat sich ihr verhalten verändert. Sie benutzen nicht mehr den Kratzbaum und auch nicht ihren liebsten Schlafplatz auf dem sie immer zusammen gekuschelt haben. Wenn sie schlafen dann liegen sie nur noch auf den Stühlen unter dem Tisch. Die gesamte Zeit die sich jetzt bei uns sind haben wir die beiden nie bedrängt. Wir geben Ihnen die Zeit die Sie brauchen und wenn Sie sich niemals streicheln lassen dann ist es eben so. Wir haben uns die Katzen nicht geholt um etwas zum schmusen zu haben sondern in erster Linie um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen. Kalypso ist "schon" 8 Jahre alt und hat neben den ganzen jungen Tieren schlechte Chancen gehabt adoptiert zu werden und Odyssee hat durch einen Autounfall ihren Schwanz verloren, daher wollte sie auch niemand haben. :cry: Es macht mich sehr glücklich zu sehen wie sie ihr Katzenleben unbeschwert in einem großen Haus mit ausreichend Platz und mit Freigang in einer sehr sicheren, ruhigen Gegend leben können. Trotzdem würde ich gerne mehr Nähe aufbauen, ich denke das kann jeder Katzenbesitzer verstehen. Sie fressen Leckerlis noch nicht aus der Hand aber kommen schon sehr nah und man sieht dass sie interessiert sind. Manchmal schnuppern sie schon an der Hand das ist schon ein riesen Fortschritt. Ich würde mich sehr freuen von euren Erfahrungen mit solch ängstlichen Kätzchen zu hören. :)
 
  • Scheue Katzen werden nicht zutraulich Beitrag #2
Hallo,
ich hatte dir in deinem anderen Thread schon geantwortet.
Mich würde interessieren wie alt die beiden Katzen sind.
Ich habe selber mehrere Katzen aus dem Tierschutz adoptiert und festgestellt dass es immer irgendwie "Überraschungseier" waren. Man weiß ja nie was diese Tiere erlebt haben und wie die Menschen, die ihnen in ihrem Leben begegnet sind, mit ihnen umgegangen sind.

Rocky (der Kater meiner Mutter) war ein sehr spezieller Fall. Er sollte ca. 7 Jahre alt gewesen sein als wir ihn aus dem Tierheim geholt haben (war aber lt. unserem Tierarzt mindestens 10). Er ließ sich das erste Jahr nur am Kopf anfassen, wenn er sich anfassen ließ, alles andere wurde mit Krallen beantwortet.
Sehr scheu war er zwar nicht, aber extrem eigen.
Nach ungefähr einem Jahr hatte er sich wohl eingelebt und kam nach dieser Zeit sogar auf den Schoß (aber nur bei meiner Mutter).
Ich habe zwar nur Wohnungskatzen, kann mir aber vorstellen dass Freigänger noch etwas länger brauchen.

Ich denke aber, dass ihr auf einem guten Weg seid.
 
  • Scheue Katzen werden nicht zutraulich Beitrag #3
Moin und herzlich Willkommen,

also Geduld ist das Zauberwort, anders wirst du die Distanz nicht abbauen.
Du machst es ja schon richtig… verhaltene Kontaktaufnahme …. Kleinen Tipp…mache dich interessant. Das ist natürlich ein wenig hinterhältig. Setzt euch auf den Fußboden bei (mache ich bei Katzengästen oder draußen wie bei unseren Draußenmotte) behängt euch mit Leckereien und wartet einfach ab. Wenn sie die Köstlichkeiten wollen müssen sie euch nah kommen. Unterschenkel anfangen. Bei Motte hat es 6 Monate gedauert. Bis sie mir aus der Hand gefressen hat….

Manchmal gibt es auch Tiere die keinen direkten Kontakt mögen. Unser Wildfund Watson ist erst jetzt streichelwütig…. Aber nur wenn er es will.

Du hast doch schon mal die Gewissheit, dass sie wieder reinkommen, also ist doch schon eine Bindung da….alles andere kommt mit der Zeit. Freue dich daran, dass sie euch als zu Hause akzeptiert haben….der Rest passiert nach und nach….

lg
Verena
 
  • Scheue Katzen werden nicht zutraulich Beitrag #4
Hallo,
ich hatte dir in deinem anderen Thread schon geantwortet.
Mich würde interessieren wie alt die beiden Katzen sind.
Ich habe selber mehrere Katzen aus dem Tierschutz adoptiert und festgestellt dass es immer irgendwie "Überraschungseier" waren. Man weiß ja nie was diese Tiere erlebt haben und wie die Menschen, die ihnen in ihrem Leben begegnet sind, mit ihnen umgegangen sind.

Rocky (der Kater meiner Mutter) war ein sehr spezieller Fall. Er sollte ca. 7 Jahre alt gewesen sein als wir ihn aus dem Tierheim geholt haben (war aber lt. unserem Tierarzt mindestens 10). Er ließ sich das erste Jahr nur am Kopf anfassen, wenn er sich anfassen ließ, alles andere wurde mit Krallen beantwortet.
Sehr scheu war er zwar nicht, aber extrem eigen.
Nach ungefähr einem Jahr hatte er sich wohl eingelebt und kam nach dieser Zeit sogar auf den Schoß (aber nur bei meiner Mutter).
Ich habe zwar nur Wohnungskatzen, kann mir aber vorstellen dass Freigänger noch etwas länger brauchen.

Ich denke aber, dass ihr auf einem guten Weg seid.

Danke für deine Antwort,
Ich hatte ganz oben geschrieben dass sie 3 und 8 sind. :)
 
  • Scheue Katzen werden nicht zutraulich Beitrag #5
Sorry, habe ich überlesen.
Wie bereits geschrieben, diese Tiere haben in ihrem Leben schon viel erlebt. Was genau wird auf immer ihr Geheimnis bleiben und es war bestimmt nicht immer alles positiv.
Ansonsten möchte ich mich Verena anschließen.
 
  • Scheue Katzen werden nicht zutraulich Beitrag #6
Mir ist Elli ja zugelaufen und sie hatte ein trauriges Schicksal hinter sich, jetzt ist sie fast 5 Jahre hier und sie ist verschmust, schläft mit mir im Bett, hat noch nie was kaputt gemacht, selbst ihr erstes Spielzeug ist noch da, aber ehe sie so zahm wurde war es doch schon etwas länger gedauert, so etwa 3 Jahre. Ich hab sie nie zu etwas gezwungen, ich hab immer gewartet bis sie wieder was Neues von alleine gemacht hat und dann darauf weiter aufgebaut.

Es ist meine erste Katze und ich hatte mich noch nie mit deren Verhalten auseinandergesetzt, wir hatten zuvor einen kleinen Zwergpudel, da lief alles anders. Ich wollte halt auch nix falsch machen.

Es hat ja schon fast 1 Jahr gedauert, ehe man die Haustür hinter ihr schließen konnte zuvor hat sie mindestens 2 Jahre als Streunerchen verbacht.
 
  • Scheue Katzen werden nicht zutraulich Beitrag #7
Weißt Du warum die beiden so ängstlich sind? Konnte Dir das Tierheim etwas zum Vorleben der beiden sagen?

Ich denke, es dauert länger bei Euch, weil Ihr keine anderen, zutraulichen Katzen habt. Angenommen, da wäre noch eine Katze, die Euch auf den Schoß springt, sich streicheln lässt und dabei schnurrt. Das würden die beiden Angsthasen beobachten und sehen, dass die zutrauliche Katze das nicht nur überlebt, sondern auch noch klasse findet. So ein Vorbild haben die beiden nicht. Im Gegenteil, sie können sich mit ihrer Angst gegenseitig aufschaukeln. Das nur zur Erklärung, warum es bei Euch länger dauert. Es spielt sicher auch noch eine Rolle, dass sie viel draußen unterwegs sind, denn so bekommen sie weniger von Euch mit. Aber das gibt sich sicher in nächster Zeit ganz von selbst, wenn es draußen kalt wird und die beiden wieder mehr im Haus sind.

Ich finde aber, Ihr seid auf einem guten Weg. Es hört sich so an, als machen die Tiere Fortschritte und das Allerwichtigste: sie zeigen Interesse an ihren Menschen. Was Ihr noch tun könnt? Benutzt Katzensprache: zwinkert ihnen zu, wenn sie Euch ansehen. So sagt Ihr ihnen, dass Ihr ihnen wohlgesonnen seid. Und wie WinstonvonWensin schon sagte, mit Leckerlies bestechen ist eine gute Strategie. Versucht, mit ihnen zu spielen, auch das sorgt auch für Vertrautheit.

Und Ihr könnt Zylkene ausprobieren. Das ist ein Nahrungsergänzungsmittel auf Eiweißbasis und wirkt beruhigend und angstlösend, jedoch nicht bei allen Katzen. Ich selbst habe zwei Katzen aufgenommen, vermutlich Schwestern, die ihre ersten drei Lebensjahre ohne Menschenkontakt verbracht haben. Auch sie hatten kein Vorbild in Form einer zutraulichen Katze bei mir, sondern mussten ihre Angst selbst überwinden. Sie haben sich sehr unterschiedlich entwickelt. Eine hat auf Zylkene und die oben beschriebenen Maßnahmen sehr gut angesprochen. Nach etwa einen halben Jahr ließ sie sich streicheln und schnurrte dabei. Heute unterscheidet sie sich nicht mehr von einer in Menschenobhut aufgewachsenen Katze.

Die zweite ist ein Hasenherz und leider hat ihr Zylkene so gar nicht geholfen. Aber auch sie macht Fortschritte. Ich bin mir sicher, sie wird sich irgendwann streicheln lassen. Sie sieht bei ihrem Schwesterchen, dass das schön ist, und man kann ihr förmlich ansehen, dass sie das eigentlich auch will. Aber auch nach anderthalb Jahren bei uns reicht ihr Mut dazu noch nicht. Aber immerhin kann sie nun entspannt mit Menschen zusammenleben.

Lasst den Mut nicht sinken. Manche Katzen lassen sich erst nach Jahren anfassen. Bei manchen dauert es Monate, aber dann sind sie mit einem Mal so zutraulich, als hätte jemand bei ihnen einen Schalter umgelegt. Dass Katzen sich nie anfassen lassen, habe ich auch schon gehört, aber nur sehr selten und es waren Katzen, die viele Jahre völlig ohne Menschen gelebt haben. Ich glaube nicht, dass das bei Euren Tieren passieren wird, denn sie sind interessiert an Euch und machen Fortschritte. Das wird noch.
 
Thema:

Scheue Katzen werden nicht zutraulich

Scheue Katzen werden nicht zutraulich - Ähnliche Themen

Neue Katze noch sehr scheu frist seit zwei Tagen nicht: Hallo Ich bin im richtigen Raum ist für mich Notfall. Seit Freitag habe ich eine neue Katze. Luna eine KTH 5 Jahre alt. Sie versteckt sich noch...
Ältere Tierheim-Katzen kommen nicht raus: Hallo liebe Katzenbesitzer, wir haben vor knapp 4 Wochen ein älteres Katzengeschwisterpaar (Scotish Fold Mix) aus dem Tierheim adoptiert. Die...
Traumatisiert?: Hallo, Ich habe vor 2 Monaten 2 Geschwisterchen Kater (6 Monate alt) bekommen. Die zwei lieben sich, die haben sich an die Umgebung schnell...
2 scheue Tierheimkätzchen sind eingezogen: Hallo ihr Lieben! Ich habe gerade erst gemerkt, dass ich das letzte Mal vor 12 Jahren hier geschrieben habe. Von den kleinen Kätzchen auf meinem...
Wie kann ich Nähe/Vertrauen aufbauen in einer Gruppe von Katzen?: Hallo :) Ich bin Tierpflegerin und arbeite in einem Tierheim. Von dort ist auch mein erster Kater der jetzt frische 2 Monate bei mir und meinem...
Oben Unten