Hallo Zorro,
vielen Dank für Deine ehrliche Antwort. Ich möchte dir auf ein paar deiner Fragen antworten bzw. ich antworte auch mir ein wenig damit.
Überwiegt die Lebensfreude bei ihm?
Die meiste Zeit finde ich das er durchaus Spaß an seinem Leben hat, er geht gemächlich seine Runde über den Hof, kratz und streckt sich an seinem Lieblingsbaum hoch. Schläft auf seinem Lieblingsplatz und wenn die anderen Kater was entdeckt haben geht er auch gucken. Er begleitet meinen Mann zum Briefkasten und kommt danach wieder. Es ist nicht so dass er nur noch liegt, er schläft halt sehr viel mehr als früher. Grundsätzlich war peet aber nie die "gutgelaunte" Frohnatur, er hat nie wirklich gespielt, egal welches Spielzeug man da ausprobiert hat.
Rennt er munter durch sein Revier?
Rennen tut er nicht mehr, aber wie oben gesagt geht er seine Runden und bepischert auch "seine" Stellen, manchmal braucht er eine Pause zwischen den Spots aber er geht seine Runde zu Ende.
Gibt es viele gute Tage oder nur noch schlechte?
Das ist eine verdammt schwere Frage, da Peet nie wirklich "zeigt" ob es ihm wirklich schlecht geht, er hat Tage da schläft er noch mehr als sonst, er hat Tage da ist er grantig, er hat Tage da will er nur bei meinem Mann sein und Kuscheln, er hat Tage da ist er unterwegs und wir wissen dann auch nicht so genau wo, er ist ja ein Freigänger und dass wollen wir ihm nicht wegnehmen. Ich finde es hält sich die Waage bis jetzt, es gibt keine "sauschlechten" Tage es gibt aber auch keine Tage mehr "wie früher".
Freut er sich über sein Futter?
Das kommt auch ganz auf den Tag und seine Laune an. Im Vergelich zu früher hat er keinen guten Appetit mehr, aber sein Fressverhalten früher war "zwanghaft" er dreht immer fast durch wenn es Essen gab miaute laut und verlor den Blick für alles andere. Ich würde sagen sein Verhältnis zum Essen ist jetzt normal er isst seine Portion er klaut aber beid en anderen nicht mehr und boxt niemanden mehr vom napg weg. Über Naschis freut er sich.
Wo ist bei ihm die Lebensqualität?
Wieder eine schwierige Frage, seine Lebensqualität nun ich hoffe sie besteht darin, dass er keine Schmerzen hat und ihm seine Tage noch gefallen. WIe gesagt er frisst, er putzt sich, er geht aufs Klo, er spaziert durch sein Revier, er markiert, er kuschelt. Alles soweit "ganz" normal. Es ist halt einfach als würde man einem 18-20 Jahre alten Kater zusehen beim sich bewegen und nicht einem 8 Jahre alten.
Deine Tierärztin kann ich nicht verstehen, das Bild was Du beschreibst ist eine langsam vor sich hin sterbende Katze.
Unsere Tierärztin sagte uns, sie würde ihn im Moment nicht einschläfern, da würde sie sich weigern, da er zwar krank ist, aber laut ihrer Einschätzung nicht "im sterben liegt" und er noch Lebenqualität hat. Sollten wir ihn jetzt erlösen wollen, müssten wir zu einem anderen Tierarzt gehen.
Blut und "Material" aus der Nase, wenn er Stress hat? Normal ist das auch bei keinem gestressten Tier.
Nein. Natürlich ist das nicht normal. Das ist uns allen bewusst. Er hat/hatte Granulome in der Nase, diese können durch "Beanspruchung" platzen oder Teile davon. Wenn er Stress hat niest er, das war schon als kleines Männchen beim so. Richtige "Attacken" immer genau 10 mal, warum auch immer, wahrscheinlich psychisch. Er hat im Herbst bereits einmal eines seiner Nasen Granulome "rausgeniest" danach war seine Luft Situation für etliche Wochen besser. Wir haben das "Material" untersuchen lassen vom Labor, die haben auch bestättigt, dass es ein Granulominhalt war.
Er hat Schmerzen und bekommt Schmerzmittel, für was? Bis das Organversagen da ist?
Er bekommt Schmerzmittel um ihm seine Zeit noch angenehm zu gestalten, er humpelt nicht mehr seit er Schmerzmittel bekommt. Das es zu einem Organversagen kommen wird, kommen kann, ist unsere größte Sorge. Ich warte und hoffe immer auf ein "Zeichen" von ihm das uns sagt jetzt ist Schluss, jetzt geht es nicht mehr.
Versuche doch einmal eine positiv/negativ Liste zu machen, nicht einfach aufschreiben, sondern Peet den Tag über beobachten und das vergleichst Du mit dem Peet, der noch Gesund war.
Das machen wir ungelogen jeden Tag. Der Großteil unseres wachen Daseins dreht sich aktuell um Peet.
Wie geht es ihm? Welchen Eindruck macht er? Wie ist seine Laune? Humpelt er? Hat er gefressen? Trinkt er übermäßig? Sieht er müde aus? Ist sein Fell struppiger als sonst? Riecht er komisch? Pischert er viel? Könnte er schmerzen haben? Bekommt er gut Luft? Sind seine Augen wach? Hat er verkrustet Augen? Was machen seine offenen Stellen? ich könnte die Liste noch lang weiterführen.
Ich stelle mir sovile Fragen, dass ich manchmal gar jicht mehr weiß, wie er war als er gesund war, er war ja nicht die ganze Zeit immer bei uns, sondern ja auch bereits zweimal vermittelt. Manchmal reft in mir der Gedanke, dass er nie wirklich gesund war, das er immer seltsam war vom Verhlaten und von allem irgendwie. Das macht es so schwer es mit ihm aktuell zu vergleichen.
Manche der Punkte sind positiv und negativ zugleich. wie sum Beispiel:
• es ist schön und positiv, dass er kuscheln kommt, ist aber zugleich eine Verhaltensänderung und deshalb eher negativ zu sehen
• es ist positiv, dass er sein Essen nicht mehr runterschlingt und danach kotzt weil er so aufgeregt ist das es Essen gibt, ist aber zugleich wieder negativ weil es ja ein anderes Verhalten ist als früher
• es ist positv, dass er seine Mitkatzen nicht mehr angreift und vermöbelt, ist aber auch wieder negativ weil so war er nun mal früher
Der Peet von früher war:
• dominant
• zuweilen agressiv (siehe Beißvorfälle)
• besitzergreifend
• unfassbar nervös
• verfressen
• unabhängig
• streitlustig
• Beutestark (viele viele viele Tiere mussten da dran glauben)
• absolut kein Kuschler
• ein Wanderer (viel und lang unterwegs)
Der Peet von heute ist:
• kuschelig
• devot (den anderen Katern gegenüber)
• besitzergreifend ist er immer noch

• gelassener
• ruhiger, weniger nervös
• Essen ist kein raumeinnehmendes Thema mehr
• zahmer (kuschelt sich auf den Arm, brummelt und schmiegt sich um die Beine)
• ortsgebundener (er hat lange keine Ausflug mehr unternommen)
Es ist und bleibt ein Drehen im Kreis und die essentielle Frage die bleibt ist, das wann ist es soweit. Ich kann dich gut verstehen,mit deiner Ansicht, ich würde wahrscheinlich jemandem der mir so etwas erzählt auch zu einem "Ende" raten. Wenn er mich aber dann wieder ansieht, denke ich mir dabei irgednwie "nein es ist noch nicht soweit" ich kann garnicht genau sagen warum. Ich meine bei den katezn die wir über die Regenbogenbrücke begleitet haben, war ein anderer Ausdruck in den Augen, etwas das gesagt hat, "hilf mir, ich möchte nicht mehr". Vielleicht red ich mir das alles auch nur ein,ich bin oft so hin und her gerissen.Die Entscheidung ein Leben zu beenden ist so eine schwere die Wohlüberlegt sein muss und sollte.
Ich danke dir für deine Vorschläge und Fragen, beim schreiben der Antworten sind mir wieder die Tränen gekommen, aber es ist gut sich damit immer wieder zu konfrontieren.
Danke
Lia