...es ist still, die Wohnung leer. Ich wohne alleine, wahrscheinlich ist die Stille deswegen kaum auszuhalten
Ich musste meine beiden "Kitten" wie ich sie manchmal liebevoll nannte, kurz nacheinander gehen lassen, 5 Wochen lagen dazwischen.
Sie waren Brüder - Jack und Joe, mit 9 Wochen habe ich sie von einem Bauernhof geholt, voller Würmer und Flöhe, lach. Sie haben sich bei mir hinter dem Nachttischchen versteckt, ich habe sie tagelang nicht gesehen.
13 schöne Jahre, wobei Jack 2014 ein
eosinophiles Granulom entwickelte und immer wieder mit Cortison behandelt werden musste. Der Juckreiz war bestimmt für ihn manches Mal eine Qual, dazu die immer wieder offenen Hautstellen.
Joe war "der Prinz". Wenn ich von der Arbeit kam, lief er sogar mit mir auf die Toilette. Sobald ich abends im Bett war kam er zu mir, legte sich auf meinen Bauch oder wollte unter die Bettdecke unter meine Knie. Wenn dann Schlafenszeit war und ich mich umdrehte, legte er sich in meinen Arm, er schnurrte und war so weich. Oft berührte seine Pfote mein Kinn, meine Nase, meinen Hals. Wie sehr mir das fehlt. Er hat mich immer für sich beansprucht, während Jack sich zurück hielt. Kein Wunder.
Bei Joe wurde im September 2022
Asthma diagnostiziert. Er wurde oral mit Cortison eingestellt. Ich habe gegoogelt, gemacht, getan um die Husten Anfälle zu mindern. Ich hatte parallel schon länger eine Tierheilpraktikerin, aber es half alles nichts. Ich habe dann gewechselt und eine Tierheilpraktikerin gefunden die mit der Bioresonanz arbeitet, aber ich glaube ich hätte sie eher "finden" müssen. Den AeroKat angeschafft, nein, Joe wollte das nicht. Einen Luftreiniger und Ultraschallvernebler gekauft. Ab Frühjahr 2023 wollte Joe die Cortison Tablette oral nicht mehr einnehmen, also bin ich mit dem armen Kerl alle 4 Wochen zum spritzen in die Praxis. Was hat er das gehasst - eingefangen zu werden und dann ab ins Auto. Aber Joe, es musste doch sein, es war doch zu deinem Guten?
Ende Juni veränderte sich bei Joe dann plötzlich eine Pupille, sie wurde größer. Mein
Tierarzt empfahl mir einen Augentierarzt. Ich bin hin, da sich seine Pupille wahnsinnig schnell veränderte. Der Kleine wurde operiert, das Auge entfernt. Ich habe mich gegen eine neue Linse entschieden, aufgrund seiner Vorerkrankung und weil ich mit Sicherheit die Augentropfen nicht hätte verabreichen können. Die Augensalbe die er vor der OP haben musste, wollte er auch schon nicht. Die OP hat der Schatz gut überstanden, die Tierheilpraktikerin hat mit Hilfe der Bioresonanz noch am OP Tag die Narkose ausgeleitet und "etwas" für die Wundheilung gemacht. Joe kam mit dem Trichter nach Hause. Kaum war die Klappe von der Box offen, schoss er voller Panik durch die ganze Wohnung. Gut das ich vorher gegoogelt und gelesen hatte, das ich das Bett zu bauen musste. Damit er nicht drunter kommt und hängen bleibt.
Joe hat nach der OP aber aufgehört zu fressen, so daß ich dann auch das Melosus nicht mehr rein bekommen hatte. Da war dann nach der OP noch wieder das Wochenende zwischen. Ich Anfang der Woche wieder hin. Der Kleine bekam Infusionen und ein Schmerzmittel. Ich konnte ihn abends wieder mit nach Hause nehmen, er fraß jedoch nur minimal. Alle, auch ich, schoben es auf diesen "blöden" Trichter. Mir zeriss es fast das Herz ihn so leiden zu sehen. Und ich musste ja leider arbeiten. Ich fühlte mich so hilflos. Ich musste wieder mit ihm hin, zum päppeln. Da wurde dann eine weitere Diagnostik eingeleitet, die Leber- und Nierenwerte, die zuvor normal waren, waren schon verändert. Ein Echo zeigte ein Klappeninsuffizienz und eine dilatative
Kardiomyopathie. Er musste nun noch Herzmedikamente nehmen. Der
Tierarzt wusste das sich dies schwierig gestalten würde. Und er musste aber trotzdem unbedingt fressen. Ich bekam eine Spritze mit und habe versucht ihn 4x tgl. mittels Spritze zu füttern. Ich merkte das er das nicht so recht wollte, aber komischerweise ließ Joe es zu.
12 Tage nach der Augenamputation und 1 Tag nachdem der Trichter ab war, komme ich um 14 Uhr von der Arbeit nach Hause und finde Joe im Flur liegend mit Luftnot vor. Ich rief sofort beim
Tierarzt an, was sagte die Azubi? Entweder um 15.30 Uhr mit Termin oder jetzt mit Wartezeit. Mein Herz schlug bis zum Hals, ich sagte das ich jetzt kommen müsse, ich glaube Joe stirbt. Ich musste vielleicht 10 Minuten warten. Der
Tierarzt erkannte sofort die Situation und Joe bekam sofort eine Spritze gegen Luftnot. Aber es half nur gefühlte Sekunden. Warum Joe dann noch auf die Waage musste und die Temperatur gemessen wurde, erschließt sich mir immer noch nicht. Es wurde auf Herz und Lunge gehört, Joe war völlig dekompensiert. Der
Tierarzt sagte sie könne vielleicht etwas tun, aber Joe müsste 2x am Tag Medikamente nehmen. Ich wusste im Grunde schon wie aussichtslos das sein würde.
12 Tage nach der OP musste er eingeschläfert werden, er war doch so tapfer und hat ja doch irgendwie alles mit gemacht, mit dem Trichter muss hart gewesen sein. Joe ist am 19.07. gegangen. 1 Tag vor seinem Tod kam er ohne den Trichter zu mir ins Bett, berührte mich mit seiner Pfote am Kinn und ging dann aber wieder.
5 Wochen später ging dann auch Jack von mir, am gleichen Wochentag wie Joe, am 23.08. Ich mache mir so Vorwürfe. Jack war ja auch nicht gesund, aber alles drehte sich um Joe. Ich hoffe das Jack mir verzeihen kann und er weiß das ich ihn doch auch über alles geliebt habe und es immer noch tue.
Ich wünschte ich könnte bei euch sein "Kitten". Ihr fehlt so unsagbar
