Hallo in die Runde,
ich bin nun schon ein paar Tage hier angemeldet, erste Alben sind hochgeladen.. und langsam wird es Zeit für ein persönliches "Hallo". Also: Hallo! Ich heiße Judith, bin 31 Jahre alt und wohne zusammen mit meinem Freund in Hamburg. Seit Mitte Januar sind wir zu viert: Klaus und Walter sind bei uns eingezogen. Die beiden Wildlinge kommen von einem Hof im Hamburger Umland und waren etwa 12 Wochen alt, als wir sie zu uns holten. Sie waren erst einige Tage zuvor vom Bauern eingefangen worden, stammen scheinbar aus dem selben Wurf und waren eigentlich zu viert - ein Schwesterchen war noch sehr kratzbürstig und sollte vermittelt werden, sobald sie ein bisschen zutraulicher ist, ein weiterer kleiner Kater durfte bei seiner Mutter bleiben.
Noch auf dem Weg nach Hause haben wir beim Tierarzt angehalten und die beiden vorgestellt. Sie wurden geimpft und entwurmt und bekamen gegen das Herpes und ihre verklebtem Augen Virolysin und Augentropfen & Salbe, welche wir ihnen morgens und abends verabreichen sollten.
Klaus und Walter lebten die ersten drei Wochen ausschließlich in unserer Küche mit einer separaten Kammer, wo sie ihr Futter und Wasser bekamen, die Toiletten standen und es genügend Möglichkeiten gab, sich zu verstecken. Tagelang haben wir auf dem Küchenboden gelegen und leise mit den beiden geredet, damit sie sich an unsere Stimmen gewöhnen, ihnen vorgelesen, versucht, sie zu locken.. Nichts. Dann, ein paar Tage später, trauten sie sich erstmalig zum essen aus ihren Verstecken, obwohl wir in der Küche blieben, schlangen aber alles runter und verschwanden wieder, sobald sie fertig waren. Walter traute sich nach etwa zwei Wochen als erster, sein sicheres Versteck zu verlassen und ganz vorsichtig ein bisschen mit einer Spielangel zu spielen - Klaus blieb lieber noch länger in der ausrangierten Bratpfanne oder dem Altpapierkorb, in dem er sich am liebstem versteckte.
Nach einiger Zeit öffneten wir nach und nach immer mehr Türen, damit sie auch den Rest der Wohnung erkunden können. Zu fast allen Zimmern haben sie inzwischen Zugang und finden sich bestens zurecht - selbst Walter, der eine Sehstörung hat und kaum etwas sehen kann, sondern sich hauptsächlich mit Hilfe seines Gehörs, seiner Schnurrhaare und anhand seines Tastsinns orientiert.
Inzwischen sind fast neun Wochen vergangen, seit die beiden zu uns kamen. Sie sind noch immer sehr scheu, erschrecken leicht und lassen sich noch nicht (oder nur sehr, sehr selten) anfassen, suchen jedoch unsere Nähe und sind meistens in dem Raum, in dem wir uns auch aufhalten. Oder laufen uns hinterher, wenn wir den Raum wechseln... Walter ist ein bisschen zutraulicher als Klaus, und als ich ihn
vergangenen Freitag "zum gestreichelt werden überreden wollte", blieb er ganz ruhig liegen und hat zum allerersten Mal geschnurrt, erst ganz zaghaft, dann aber so laut, dass Klaus gleich ganz verdutzt angerannt kam und sich wunderte, wo dieses merkwürdige Geräusch herkam...

Klaus ist noch ein bisschen scheuer und schneller auf der Flucht als Walter. Auch, wenn die beiden sich schon mal auf unsere Füße legen oder sich neben uns auf die Couch setzen, werden wir generell noch immer mit einem fröhlichen Fauchen begrüßt, aber die Kratzer an unseren Händen werden deutlich blasser..

Wir haben jetzt auch ihr Herpes einigermaßen in den Griff bekommen, alle Katzenaugen sind inzwischen klar und sauber, verkleben nicht mehr und sich nicht mehr gerötet. Ein kleines bisschen Glück und es bricht nicht so bald wieder aus... Wir drücken die Daumen. Nächste Woche haben wir einen Termin für die Kastra ausgemacht, und wenn das überstanden ist, haben hoffentlich auch die wöchentlichen
Tierarzt-Besuche erstmal ein Ende... Wir werden sehen.
So, ich schätze, ich habe genug erzählt, das sollte für die Vorstellung reichen.

Wenn ihr euch jetzt noch ein Bild von den beiden machen möchtet, klickt einfach hier:
https://www.katzen-forum.de/profil/24334/album3500.html
Liebe Grüße, auch von den zwei zusammengerollten Fellknäueln,
Judith