• Wenn dein Tier krank ist oder erscheint, suche bitte immer erst den Tierarzt auf, bevor du hier Rat und Hilfe suchst. Wir alle hier sind Laien, können und dürfen keinen Tierarzt ersetzen oder gar Ferndiagnosen stellen, das wäre unverantwortlich. Erst wenn du die Diagnose eines Tierarztes hast, kannst du hier nach Erfahrungen oder Tipps fragen, die du eventuell für deinen Tierarzt mitnehmen kannst. Bei der Suche nach einem Tierarzt, vor allem Notärzten in der Nacht oder am Wochenende, könnten wir aber behilflich sein.

Statusbericht - Katzenseuche überlebt...

Diskutiere Statusbericht - Katzenseuche überlebt... im Immunerkrankungen und Infektionen Forum im Bereich Katzenkrankheiten; Hallo Freunde aller Stubentiger! Ich habe hier schon mal gepostet und über Chili berichtet, der die Katzenseuche überlebt hat und offensichtlich...
  • Statusbericht - Katzenseuche überlebt... Beitrag #1
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babaluna11

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Hallo Freunde aller Stubentiger!

Ich habe hier schon mal gepostet und über Chili berichtet, der die Katzenseuche überlebt hat und offensichtlich Nervenschäden davongetragen hat (Anfall, der wie Tollwut aussah, Erblindung, lahme Hinterhand). Zum aktuellen Stand: Chili dürfte wieder sehen *freu!* und ist fast wieder der alte (will heißen, keine Lähmung mehr und schon wieder jede Menge Pfeffer im werten Hinterteil), aber er hat immer wieder kurze Fauchanfälle. Er faucht irgendwie in die Leere, als ob er etwas sehen würde, das ihm Angst macht. Das dauert ein ca. eine halbe Minute, dann schleckt er sich die Zunge, maunzt und tut so, als sei nichts gewesen. Meine TÄ hat mir noch die restliche Dosis Interferon mitgegeben, damit er keinen Rückfall bekommt. Die letzte Portion bekam er vor zwei Tagen, seitdem haben sich seine Fauchanfälle wieder verstärkt und ich habe generell das Gefühl, dass er sich nicht wohl fühlt. Er frisst aber wieder normal und seine Verdauung dürfte auch wieder passen. Ich frage mich, ob hier noch ein Rest der Viren auf sein Nervensystem wirkt (und wir mit einem Rückfall rechnen müssen) oder ob diese Anfälle einfach etwas sind, an das wir uns gewöhnen müssen.
Hat irgendjemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder Ideen, was das sein könnte?
Liebe Grüße
Barbara
 
  • Statusbericht - Katzenseuche überlebt... Beitrag #2
Hallo Barbara,

Katzenseuche geht ja auch ins Gehirn, d.h. sorgt für zentralnervöse Störungen. Deiner Bescheibung entnehme ich, dass Chili womöglich epileptiforme Anfälle gehabt haben könnte, als er krank war und was dann ebenso möglich sein könnte ist, dass da ein dauerhafter Schaden zurückgeblieben ist. Evtl. sollte das Deine TÄ mal prüfen (sie wird oder sollte wissen, welche Untersuchungen notwendig sind). Fauchanfälle können mit zu epileptischen/epileptiformen Anfällen zählen, sofern es keine andere Ursache wie Schmerzen etc. gibt (zur Diagnose "Epilepsie" gelangt man nur über Ausschlussverfahren).

Ich würde ggf. ein CT oder sogar ein MRT anraten. Sofern Dein Kater eine (evtl. leichte) Epilepsie zurückbehalten hat, lässt sich das medikamentös behandeln, aber das sollte nur ab einem gewissen Schwere/Häufigkeitsgrad der Anfälle geschehen, weil die Behandlung mit Phenobarbital auch nicht ohne ist. Ferner muss vorher unbedingt abgeklärt werden, ob es ein dauerhafter oder reversibler Zustand ist (Bsp.: meine Gina hatte durch Toxoplasmose bedingt ein Hirnödem, seitdem das behandelt wurde, ist sie anfallsfrei, bislang).

Liebe Grüße und weiterhin gute Besserung an das Kerlchen
 
  • Statusbericht - Katzenseuche überlebt... Beitrag #3
Vielen, herzlichen Dank für deine Infos!
Ja, er hatte ja vor zwei Wochen seinen ersten - ziemlich argen - Anfall, den ich auch in meinem Posting am 4.9. beschrieben habe. Meine TÄ, (die ich ganz einfach nur toll und super engagiert finde), hat ihn daraufhin auch mit den Homöopathika Phosphorum und Hypericon behandelt, die sehr gut gewirkt haben. Kann sein, dass die Wirkung von Phosphorum angsam nachlässt, da hat sie mich schon vorgewarnt. Ich geb ihm auch immer noch Vitamin-B-Tabletten, die das "Nervengerüst" wieder stabilisieren sollen.
Da ja jetzt (wie üblich bei kleineren und größeren Katastrophen...) Wochenende ist und ich es vermeiden will, den Notdienst-Tarif zu zahlen, möchte ich mich vergewissern, ob sich da nicht wieder ein größerer Anfall ankündigt.
Ich war bis jetzt zuversichtlich, weil Chili sich extrem schnell erholt hat und wieder (fast) normal sieht.
Na, mal sehen, ich halt Euch auf dem Laufenden!
Danke nochmals!
Lg Barbara
 
  • Statusbericht - Katzenseuche überlebt... Beitrag #4
Ich drücke Dir die Daumen, dass nichts Großes kommt, aber das lässt sich leider nicht sicher sagen. Bei Gina konnte ich es immer 2-3 Stunden vorher an ihrem Verhalten erkennen, sie war dann immer sehr aufgeregt und schrie viel. Das nennt man einen Anfall mit Aura. Daher wusste ich immer, ich muss bereit sein und aufpassen.
Dieses Wochenende kannst Du da leider nicht mehr viel tun, aber Du solltest unbedingt für den Notfall ein bis zwei Tuben Diazepam (rektal zu verabreichen) im Haus haben, falls ein großer Anfall kommt und nicht nach wenigen Minuten wieder vorbei ist. Lang anhaltende Anfälle (status epilepticus), aus denen die Miezen womöglich sogar nicht mehr allein herausfinden, können zu schweren Schäden bis hin zum Tod führen. Damit will ich Dir keine Angst machen, ich möchte nur, dass ihr auf solche Notfälle eingerichtet seid. Besprich das bitte mit Deiner TÄ.
Sollte Dein Kater jetzt am Wochenende einen schweren Anfall erleiden, dunkle alles ab, stelle alle Geräusche ab und versuche unbedingt ruhig zu bleiben. Setze Dich daneben und singe leise und ruhig Schlaflieder, auch wenn das lustig klingt, das wirkt beruhigend aufs Tier. Fasse ihn aber nicht an, jeder äußere Reiz kann dazu führen, dass der Anfall verstärkt und/oder verlängert wird.
Sollte ein Rennanfall kommen (das gibt es leider auch), dann musst Du schnell handeln - stülpe einen Wäschekorb oder einen großen Karton über ihn und halte das Gefäß gut fest - die Katzen können in einem solchen Zustand Bärenkräfte entwickeln und die Verletzungsgefahr ist für Mensch und Tier sehr groß. Auch hier gilt dann, wenn Du ihn "gefangen" hast, bleibe ruhig und singe ihm leise ein ruhiges Liedchen vor (summen reicht).

Ich drücke Dir die Daumen, dass alles ruhig bleibt! Besorge Dir dann Anfang der Woche das Notfallpräparat von der Tierärztin.

Liebe Grüße :)
 
  • Statusbericht - Katzenseuche überlebt... Beitrag #5
Achso: dokumentiere bitte alle Anfälle, ob klein oder groß. Zeitpunkt, vorausgegangenes Verhalten (auch Fressverhalten), Dauer und Art des "Anfalls", Verhalten hinterher, Dauer bis zur völligen Normalisierung. Das ist alles sehr wichtig. Teile das dann bitte immer Deiner TÄ mit, sie sollte (und wird) es ja auch protokollieren.
 
  • Statusbericht - Katzenseuche überlebt... Beitrag #6
Hallo Knuddelmiez!

Vielen Dank für deine Tipps! Wir lassen Chili zur Zeit eher in Ruhe, weil er meinen Sohn und mich ab und zu anfaucht, wenn wir uns ihm nähern. Wenn einer von uns ihn streicheln wollte, ließ er das eher unwillig über sich ergehen und verzog sich - ziemlich untypisch für ihn, weil er sonst eher der Kuscheltiger ist. Wird wohl seine Ruhe brauchen. Er schläft sehr viel, vielleicht auch ein Zeichen dafür, dass das immer wieder ganz leichte epileptische Anfälle sind, die ihn erschöpfen.

Kann natürlich auch sein, dass er, weil ja langsam sein Sehvermögen wieder zurück kommt, einfach nur panisch auf die visuellen Eindrücke reagiert. Muss ja ziemlich arg sein, sein Augenlicht zu verlieren und dann nach 2 Wochen mehr oder weniger plötzlich wieder zu sehen (was auch immer er sieht - manchmal kommt mir so vor, er hat Halluzinationen...).
Ziemlich eigenartig jedenfalls, und er tut mir wirklich leid.
Ich werde auf alle Fälle mit meiner TÄ reden wegen Diazepam (sind aber ziemliche Hämmer, nicht?)
Herzlichen Dank nochmal!
Barbara
 
  • Statusbericht - Katzenseuche überlebt... Beitrag #7
Ich werde auf alle Fälle mit meiner TÄ reden wegen Diazepam (sind aber ziemliche Hämmer, nicht?)
Herzlichen Dank nochmal!

Barbara, das Diazepam ist nur als Notfall gedacht um einem gefährlichen langen Anfall zu unterbrechen.
Primär mußt Du aber abklären ob nun eine erworbene Epilepsie vorliegt, die wird anders behandelt.
Ich kann Dir auch nur zu der empfohlenen MRT raten.
Wie oft sind denn nun Anfälle aufgetreten, in welchen Abständen?, davon ist abhängig ob eine Epilepsie behandelt werden muß
 
  • Statusbericht - Katzenseuche überlebt... Beitrag #8
Danke!, Ja, ich habs auch so verstanden, dass Diazepam nur in Notfällen gegeben wird. Definitiv hatte er nur einen richtigen - allerdings wirklich schlimmen - Anfall mit Schaum vorm Mund, Halluzinationen und zum Schluss zusammenklappen mit wilden Muskelzuckungen. Nach der Behandlung durch die TÄ hatte er "nur" mehr Sehstörungen und eben Fauchanfälle, die sich aber seit Sonntag verschlechtert haben. Kommen so alle 10 Minuten. Ich weiß nicht mehr, was ich davon halten soll. Klassische epileptische Anfälle sind das jedenfalls nicht.
Null Ahnung!
lg Barbara
 
  • Statusbericht - Katzenseuche überlebt... Beitrag #9
Doch, in gewisser Weise schon. Mein Tierarzt und die anderen, die ich bislang schon konsultiert haben, haben mir alle gesagt, dass die häufigsten Anfälle bei Katzen die "kleinen" sind, inkl. temporärer Wesensveränderungen oder das Rolling Skin Syndrom. Die fallen halt nur wesentlich weniger auf, weil sie nicht so "dramatisch" und "einprägsam" sind. Du hast ja so einen großen Anfall selbst miterlebt, daher weißt Du selbst, wie schockierend solch ein Erlebnis ist. Demgegenüber prägen sich die kleineren Anfälle weitaus weniger ein.

Hier muss wirklich mal über Ausschlussverfahren geschaut werden, wo genau das Problem liegt, denn, wie Eva schon sagte, danach richtet sich die Art der Behandlung. Bei Gina, wie auch schon berichtet, war es ein Hirnödem - wurde behandelt, Anfälle waren weg :)

Liebe Grüße
 
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