Hallo zusammen,
Wir möchten euch die Geschichte unserer Katze Cookie erzählen, in der Hoffnung, dass vielleicht jemand Tipps oder ähnliche Erfahrungen mit uns teilen kann. Da es eine längere Geschichte ist, hier zunächst eine kurze Zusammenfassung:
Cookie ist nun 2 ½ Jahre alt. Mit etwa 6 Monaten wurde sie kastriert, und schon am Tag danach bemerkten wir erste neurologische Aussetzer. Auf dem Weg in die Tierklinik München (AniCura) erlitt sie ihre ersten epileptischen Anfälle. Die Diagnose: ein Lebershunt. Cookie wurde zwei Mal operiert, um den Shunt zu schließen, und die Ärzte gehen davon aus, dass der Shunt nun vollständig behoben ist (ihre Blutwerte sind gut). Leider haben wir die epileptischen Anfälle bis heute nicht in den Griff bekommen. Sie bekommt aktuell 3 Mal täglich Levetiracetam, aber die Dosierung haben wir schon mehrfach geändert. Im Schnitt hat Cookie etwa einmal pro Woche einen Anfall. Bis auf diese Anfälle geht es ihr gut.
Falls jemand noch Ideen hat, was wir ausprobieren könnten, oder eine gute Klinik in Bayern kennt, die sich mit Epilepsie bei Katzen gut auskennt, würden wir uns über Hinweise freuen. Wir sind sehr zufrieden mit der AniCura-Klinik in München, aber eine zweite Meinung könnte möglicherweise weiterhelfen.
**Die ganze Geschichte**
Unsere Cookie (weiblich 2 1/2jahre alt) war bis zu ihrer Kastration eine völlig normale, verspielte und aufgeweckte Katze. Sie entwickelte sich genau wie ihre Schwester Luna, zeigte keine Auffälligkeiten und fraß normal.
Mit etwa 6 Monaten ließen wir beide Katzen kastrieren. Schon kurz nach dem Eingriff stellten wir fest, dass Cookie größere Probleme mit der Narkose hatte als Luna. Am nächsten Tag verschlechterte sich ihr Zustand weiter, und sie zeigte vermehrt neurologische Aussetzer wie Orientierungslosigkeit und im Kreis gehen. Da der Tierarzt ratlos war, fuhren wir nachts in die Tierklinik AniCura nach München. Auf den letzten 20 Minuten der Fahrt bekam Cookie ihre ersten epileptischen Anfälle, die schnell immer schwerer und fast ununterbrochen wurden. In der Klinik konnten die Anfälle glücklicherweise unter Kontrolle gebracht werden, aber die genaue Ursache war noch unklar.
Wegen ihres schlechten Zustands wurde überlegt, Cookie vielleicht gehen zu lassen. Wir entschieden uns jedoch, ihr eine Chance zu geben – bis heute wissen wir nicht, ob es die richtige Entscheidung war, aber wir sind froh, dass wir es versucht haben. Schnell kam der Verdacht auf einen Lebershunt auf, und Cookie bekam sofort die richtigen Medikamente: Lactulose, Antibiotika und gegen die Anfälle Levetiracetam. Ein CT bestätigte den Verdacht, und etwa einen Monat später wurde sie das erste Mal operiert.
Während dieser Zeit erhielt sie spezielles Futter und weiterhin alle Medikamente. Auch nach der OP musste sie diese erst einmal beibehalten. Als wir begannen, die Medikamente langsam abzusetzen, traten die Anfälle häufiger auf. Ein weiteres CT zeigte, dass die erste OP nicht ausgereicht hatte (wir wussten bereits, dass eine zweite Operation notwendig sein könnte). Also wurde Cookie ein zweites Mal operiert, und man geht nun davon aus, dass der Shunt vollständig geschlossen ist. Ihre Blutwerte sind jedenfalls normal (ein drittes CT wollen wir ihr nicht zumuten).
**Das aktuelle Problem: Anfälle**
Obwohl der Lebershunt behoben ist, leidet Cookie nach wie vor an regelmäßigen Anfällen, etwa einmal pro Woche. Ihre Anfälle treten immer tagsüber zwischen 9 Uhr morgens und 19 Uhr abends auf(niemals nachts) , meist aus dem Schlaf oder Halbschlaf heraus, oft, wenn sie erschrickt.
Der Ablauf eines Anfalls sieht wie folgt aus: Zunächst dreht sich ihr Kopf nach hinten, dann geht sie rückwärts im Kreis und faucht manchmal. Anschließend beginnt sie, sich hektisch um ihre eigene Achse zu drehen (etwa fünf Umdrehungen), dann bleibt sie liegen. Dort zuckt und verkrampft sie am ganzen Körper, was etwa 30 Sekunden dauert. Danach bleibt sie rund zwei Minuten auf dem Boden liegen, die Augen weit aufgerissen. Schließlich steht sie auf, wirkt zunächst leicht orientierungslos und scheint schlecht zu sehen, aber sie erholt sich schnell. Meist hat sie dann großen Hunger und verhält sich danach wieder völlig normal – manchmal sogar etwas aktiver als gewöhnlich.
**Was wir bisher versucht haben**
Wir haben die Dosierung von Levetiracetam mehrfach angepasst. Aktuell erhält sie drei Mal täglich eine halbe Tablette von 250 mg. Wir haben auch schon die doppelte Dosis ausprobiert und zeitweise nur zwei Mal täglich eine halbe Tablette gegeben, aber ehrlich gesagt konnten wir keine wesentlichen Veränderungen feststellen.
CBD-Öl haben wir ebenfalls ohne Erfolg probiert. Ein weiteres Medikament, das eigentlich für Hunde gedacht ist, wurde ihr ebenfalls verschrieben, da der Tierarzt meinte, ein Versuch sei es wert. Leider zeigte auch das keine Wirkung. Nachdem wir das Levetiracetam langsam abgesetzt hatten, kam es zu zwei Anfällen, und Cookie zeigte ein auffälliges Verhalten, weshalb wir es schließlich wieder einsetzten.
Danke schon mal an alle die sich die Mühe gemacht haben und den ganzen Text gelesen haben

vielleicht hat ja jemand noch eine Idee oder ähnliche Erfahrungen.
Gruß Dominik