Erstmal sage ich vielen lieben Dank für die Aufnahme. Ich weiß garnicht genau was ich mir von meinem Beitrag erhoffe. Vielleicht möchte ich es mir nur von der Seele schreiben…
Ich glaube ich wusste schon länger das der Abschied naht aber habe es verdrängt.
Mein Kater Kastor verließ uns zwei Tage vor meinem Geburtstag am 12.12.24 nach 17 gemeinsamen wundervollen Jahren.
Nach einem Umzug aus dem dritten Stock in eine kleiner Erdgeschoss Wohnung mit Garten, blühte unser (bis dahin) ehemaliger Freigänger wieder auf, und drehte nach kurzer Eingewöhung ganz selbstverständlich seine kleinen Runden im Garten. In der alten Wohnung war das Treppen steigen schwierig geworden, er hatte Arthrose und der ein oder andere jüngere Kater hatte ihm draußen gezeigt dass er nicht mehr der jüngste ist….er ist dort nicht mehr rausgegangen, war aber zufrieden mit seinem Leben in der Wohnung und dem Hausflur.
Vor zwei Wochen ging es dann plötzlich rapide bergab. Er wirkte verwirrt, frass nurnoch wenig und nahm ab, also sind wir zum Tierarzt. Sein Herz schlug zu schnell, wegen der bekannten
Niereninsuffizienz entschlossen wir gemeinsam mit der Tierärztin keine Diuretika zu geben, sondern uns auf die Schmerztherapie zu konzentrieren (er hatte Arthrose und bekam monatlich Solensia), zusätzlich sollte ich Novalgin geben, das hat er überhaupt nicht vertragen, dann Metacam. Eine Woche später waren wir erneut dort, er hatte wieder 100gramm abgenommen.
Die Tierärztin sagte, er hätte sein Alter, er bekam noch einmal Cortison und eine Aufbauspritze.
Er frass nurnoch sporadisch. Ich habe ihm Hühnchenbrust in Brühe gekocht, das mochte er, aber nur für einen Tag. Er durfte Leckerchen ohne Ende futtern und auch Trockenfutter (das hatte er bisher nur als Leckerchen bekommen). Am nächsten Tag habe ich es mit rohem Fleisch versucht, das frass er. Dann wurde auch das verschmäht. Zusätzlich bekam er Aufbaukost, bis er auch die verwehrte.
Er schlief fast nurnoch, genoss aber weiter meine Nähe. Am Mittwoch hörte er auf zu schnurren wenn ich ihn kraulte

am Donnerstag versagten seine Hinterbeine komplett. Er konnte nicht mehr aufstehen und nicht mehr selbstständig trinken (ich bot ihm in den letzten Tagen auch immer wieder Wasser an, indem ich seinen Napf vor sein Mäulchen hielt)
Es ist soweit sagte ich zu meinem Mann. Er nahm sich frei. Ich rief bei bei einer mobilen Tierärztin an, die wäre erst am nächsten Tag gekommen, dann bei einer Tierärztin in der Nähe, wir durften kommen (Fussweg 3 Minuten). Ich habe ihn, schlafend wie er war an mich gedrückt und wir sind in die Praxis gelaufen.
Ich hatte in der letzten Woche Urlaub und war fast durchgehend bei ihm.
Trotzdem… ich mache mir schwere Vorwürfe. Hätte ich eher etwas bemerken sollen? war ich durch den Umzug zu abgelenkt? Hätten wir überhaupt umziehen sollen? Hätten wir ihn Ende November beim Tierarzt noch retten können hätten wir etwas anderes gemacht? Hab ich vielleicht innerlich schon gewusst dass es zuende geht? Hätten wir zu seinem Tierarzt fahren sollen? (Ich weiß er hätte genauso entschieden und der Fahrtweg von 30minuten schien mir zu anstrengend)
Jetzt, wo ich alte Fotos von ihm ansehe, sehe ich erst wie stark er abgenommen hatte. Als hätte ich die letzten Wochen eine Art Filter auf den Augen.
Er war 17 wundervolle Jahre bei uns, aber ich sehe immer nur die letzten Tage vor mir.
Ich bin am Boden zerstört, esse und trinke kaum, die Selbstvorwürfe fressen mich auf.