Morgens habe ich als erste Handlung für Kitty ein Schälchen mit etwas Futter und Thyronorm gerichtet, das hat sie dann - sicherheitshalber, damit die anderen Katzen nichts davon fressen - in einem Badezimmer bekommen.
Sie ist, während ich es vorbereitet habe, immer ganz erwartungsvoll in der Küche hin- und hergelaufen - meistens
auf der Küche

- und ist mir dann im Galopp und aufgeregt gurrend in das Badezimmer gefolgt.
Eines von so vielen Ritualen, so alltäglich und banal, das mir so sehr fehlt.
Doch auch ein Ritual, an dem ich schon früher merken hätte können, dass etwas nicht stimmt. Oder anders gesagt, gemerkt habe ich es, doch ich wollte es nicht wahrhaben. Sie hat das Schälchen immer häufiger nicht ganz leergefressen, ich habe die sowieso schon kleine Menge immer mehr reduziert.
Jetzt komme ich immer öfter an den Punkt, an dem ich mich Dinge frage, wie, hätte ich es abwenden oder zumindest hinauszögern können, wenn ich das Prednisolon im Mai 2024 nicht ausgeschlichen hätte? Hätte ich sie nicht doch stationär in der Tierklinik aufnehmen lassen sollen, auch wenn der Arzt dagegen war und meinte, sie sei daheim besser aufgehoben?
Es war mir fast klar, dass ich früher oder später auch an diesen Punkt komme - Zweifel, Selbstvorwürfe und das Hadern damit, fast alles falsch und nur wenig richtig gemacht zu haben. Ganz blödes Selbstmitleid jetzt auch noch zu allem hin.