Mein Sohn hatte im vergangenen Jahr zwei damals 1-jährige reinrassige Russisch Blau Katzen (Kater und Katze, beide kastriert und gechipt) von Privat übernommen, die an den Freigang gewöhnt waren. Beide Katzen durften anfangs nicht raus, nach 4 Wochen sind sie, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen, an der Leine ausgeführt worden. Nach etwa 6 Wochen durften beide Katzen wieder in den Freigang.
Auch bei meinem Sohn ist eine ruhige Umgebung, in den kleinen Straßen gilt Tempo 30, direkt gegenüber von der Wohnsiedlung sind Felder und es schließt sich ein Wald an. Trotzdem hat der Kater nach ein paar Monaten einen großen Freiheitsdrang entwickelt und ist oft 2-3 Tage gar nicht nach Hause gekommen. Er ist in der Zeit dann oft viele Kilometer weit bis in die nächste Wohnsiedlung gelaufen und musste dafür auch 4-spurige Straßen überqueren. Die Katze dagegen macht nur kurze Runden in der näheren Umgebung und ist meist nach 2 Stunden wieder zuhause.
Mittlerweile ist eine sehr traurige Situation eingetreten: seit Ende Juli ist der Kater gar nicht mehr aufgetaucht. Sein Tracker hat schon nach 1 Tag keine Hinweise mehr gesendet, an den Stellen, an denen er sich zuvor oft aufgehalten hat und auch bei den Nachbarn, die er oft besucht hatte, ist er nicht mehr gewesen. Das einzig positive ist, dass die Mitarbeiter des Bauhofs, die überfahrene Tiere einsammeln und auch die Chips auslesen, im Zeitraum seines Verschwindens keine tote Katze gefunden haben.
Wenn es bei euch im Umfeld wirklich sehr ruhig ist, könnt ihr die Katzen später wieder in den Freigang lassen. Wenn aber Gefahrenpunkte da sind, solltet ihr doch darüber nachdenken, ob ihr euren Garten für die Katzen absichern könnt. Vielleicht reicht ihnen das ja doch aus. Sicherer wäre es.