Hallo euch allen,
mein Monty (9 Jahre alt) wurde vor ein paar Tagen mit Polyzythämie diagnostiziert.
Auf Grund der Seltenheit der Krankheit wollte ich hier einfach mal meine Erfahrungen teilen.
Den Beitrag von Cyrilia mit ihrer Sheila habe ich mir auch schon durchgelesen.
Kleine Einführung: Wir haben 2 Kater, Monty und Oskar. Die beiden sind an Nikolaus 2020 zu uns gekommen und beiden ging es prächtig, nie hatten wir Probleme. Bis jetzt.
Angefangen hat das alles eigentlich ganz plötzlich.
Am 16.09 war er ein wenig unruhig, hat weniger geschlafen als sonst und war öfters als sonst bei mir. Da ich an dem selben Tag eine Weisheitszahn-OP hatte (alle 4 raus), dachte ich anfänglich, dass er deswegen so anhänglich ist und dachte mir erstmal nichts dabei.
Am nächsten Tag wurde es aber nicht besser, er hat angefangen viel zu miauen, ist viel rumgewandert. Gefressen hatte er normal, ob er genug getrunken hat konnte ich nicht beobachten, bei 2 Katzen ist das immer schwer zu sehen wer wie viel trinkt. Ich dachte mir aber auch weiter nichts dabei, so lange er scheinbar gut frisst, trinkt, aufs Klo und nicht kotzt oder sonstige Symptome hat, bin ich erstmal nicht zum Tierarzt und wollte selber weiter beobachten.
Donnerstags wurde es dann alles ganz komisch. Er hörte gar nicht mehr auf zu kneten, egal ob er lag oder auf meinem Arm war. Geschlafen hat er gar nicht und mit dem miauen hat er auch nicht mehr aufgehört. Oft auch dieses tiefe miauen/jaulen. Er ist geduckt gelaufen als würde er sich verstecken wollen. Beim liegen hat er immer den Kopf nach rechts gedreht, ich dachte erst, vielleicht ist da irgendwas in/hinter dem Schrank. Also alles auf den Kopf gestellt um nichts zu finden und später herauszufinden, dass er den Kopf egal wo/wie er liegt nach rechts dreht. Das war mir schon sehr Suspekt, aber da die Sprechstunde beim Tierarzt schon rum war und ungerne nur für einen Kontrolltermin als Notfall rein möchte (auch wegen den extra Kosten), wollte ich dann auf den nächsten Tag warten.
Das hat sich dann relativ schnell erledigt, gegen 22:30 hörte ich nur ein *klonk* und bin schnell hin. Monty ist scheinbar gegen die Tür gelaufen/gefallen und stand nun dort komplett verkrampft und sich an sabbernd.
Habe eine Minute gewartet, aber er hat sich weiter nicht bewegt, also direkt beim Tierarzt angerufen und hingefahren (ist zum Glück nur 5 Minuten mit dem Auto entfernt).
Monty fand das ganze natürlich unspaßig und hat geschrien. Vor Ort mussten wir noch ca. 30 Minuten warten.
Blut abgenommen und das Ergebnis: Hämatokrit über 70%. Tierarzt schlägt vor, dass er über Nacht bleibt, also 600€ ärmer (Notfallgebühr + die Nacht + Infusion und alles was da dran hängt) und ohne Monty nach Hause.
Morgens dann der Anruf, dass er noch einen Anfall hatte um 08:30, sie würden ihn gerne noch weiter dort behalten bis er 24std. krampffrei ist und noch ein Blutbild machen. Also zugesagt, weil entweder so oder ich muss wieder mitten in der Nacht mit ihm dort hin. Ein MRT wurde auch vorgeschlagen, aber das musste ich auf Grund der Kosten ablehnen.
(Ich war schon fleißig am googlen und bin auch direkt auf Polyzythämie gestoßen aber habe einfach gehofft, dass es was Anderes ist.)
Samstags das Update : Kein weiterer Anfall, zum Glück. Hämatokrit ist aber leider immer noch nicht viel weiter runter. Vermutung auf Polyzythämie, sie müsse aber noch recherchieren wie man hier am besten diagnostiziert, da es eben selten vorkommt und ihn weiter dortbehalten.
Sonntag auch nichts neues, sie erwähnte kurz, dass es wohl eine Möglichkeit gibt ein Hormonwert im Blut zu prüfen um die Krankheit festzustellen und möchte gerne einen Ultraschall von der Niere machen, ihn weiterhin beobachten und morgen in der Visite mit dem Chefarzt weiter besprechen, ok machen wir.
Dann Montags 15:00, endlich ruft jemand an. Wir können ihn Abends abholen.
Also zu Hause alles vorbereitet, habe sogar schon ein Treppchen fürs Bett geholt falls er nicht richtig hochkommt, neuer Trinkbrunnen damit er genug trinkt und dann los zum Tierarzt.
Die angesprochenen Hormonwerte können wohl nur bei Hunden getestet werden, nicht Katzen also fällt das weg. Sein Hämatokrit ist immer noch schlecht aber wir bekommen ein Medikament für ihn, die Rechnung in Höhe von 1000€ und sollen Mittwochs wiederkommen.
Hydroxycarbamid heißt das Medikament.
Problem hier: Gibt es nur für Menschen, heißt ich muss die Kapsel öffnen und ihm 1/5 davon geben. 2 mal täglich.
Ok nervig genug aber machbar. Apotheke hatte es sogar auf Lager also kann es direkt losgehen.
Zu Hause hat er fleißig gefressen und ist direkt aufs Klo, verhalten hat er sich normal.
Am nächsten Tag auch alles super, aber er hat Durchfall.
Mittwochs dann zum Tierarzt wieder, Hämatokrit bei 53% und die Entzündungswerte sind runter. Nicht perfekt aber besser. Eventuell muss noch ein Aderlass gemacht werden demnächst.
Habe noch 2 weitere Medis bekommen, eins für den Magenschutz und eins gegen seinen Durchfall. Beides in Spritzen die oral rein müssen...
Die Kapseln habe ich mittlerweile selbst portioniert und in kleinere Leerkapseln gefüllt, frisst er auch gut. Die Spritzen waren ein Kampf...
Ihm geht es aktuell gut und er hat soweit keine neurologischen Schäden. Er zuckt nur manchmal etwas viel beim Schlafen aber eher unregelmäßig, also hier nur beobachten.
Morgen früh gehts wieder hin zum Blut testen.
(Anbei ein Bild von Monty nach seinem Tierarzt Aufenthalt (grau) und sein Bruder Oskar (schwarz))