Hey liebe Katzenfreunde,
mein Kater zeigt laut IRIS-Leitfaden auffällige Werte (Kreatinin, SDMA), weshalb ich mich frage, ob bereits eine beginnende
CNI vorliegen könnte.
Meine Tierärztin meint, dass man derzeit eigentlich noch nicht davon sprechen kann, hat aber vorsorglich empfohlen,
Renal 1/1 zu füttern.
Da ich generell eher vorsichtig bin, habe ich mir den
IRIS-Leitfaden zur CNI genauer angeschaut und seine Werte damit verglichen.
Über eine weitere Einschätzung wäre ich sehr dankbar – insbesondere, da Nierenfutter in manchen Fällen auch nachteilig sein kann.
Vorab einige kurze allgemeine Infos zu meinem Kater:
13 Jahre alt,
HCM Stadium B1/B2 seit 2022 0,625 mg Vasotop (täglich),
milder chronischer Infekt seit April 2025,
hatte im Juni 2025 eine nicht regenerative
Anämie (Behandlung: Eisengabe),
bakterieller Infekt (Behandlung: Antibiotika),
leicht entzündete Bauchspeicheldrüse im September,
leicht unregelmäßiges vermehrtes trinken seit ca. März/April (besonders nach Futteraufnahme).
Das sind die Ergebnisse:
Ich halte mich dabei an die „Diagnosing, Staging, and Treating Chronic Kidney Disease in Dogs and Cats“ bzw. „Diagnose, Einstufung und Behandlung der chronischen Nierenerkrankung der Katze“ von IRIS.
1.
In diesem Plot ist ein Anstieg des Kreatinin Werts zu erkennen, somit wäre „Kreatinin steigt innerhalb des Referenzintervalls an“ erfüllt →
Stadium 2 (1,6–2,8 mg/dL).
2.
Ob „Dauerhaft erhöhtes SDMA >14 µg/dL“ zutrifft ist fraglich, da es im Moment zwar erhöht ist, aber sich der Wert von September bis Oktober verringert hat.
Dazu würde mich Eure Einschätzung interessieren. Gehe man davon aus, dass der Wert dauerhaft erhöht wäre, dann →
Stadium 1/2 (>14 mg/dL) aus „Diagnose, Einstufung und Behandlung der chronischen Nierenerkrankung der Katze“ von IRIS.
3.
Eine Veränderung der Niere konnte man (im September) mit einer Ultraschalluntersuchung ausschließen. Es ließen sich lediglich altersentsprechende Verkalkungen außerhalb der Nierenrinden feststellen.
4.
Der UPC liegt im Moment bei 0,1 und ist somit unter 0,4. Allerdings ist dies mit Vorsicht zu betrachten, da laut IRIS “Ramipril and other ACE inhibitors can reduce proteinuria in cats with
CKD by reducing glomerular capillary pressure. UPC values should be interpreted considering concurrent ACE-
inhibitor therapy.”
Bei laufender Ramipril-Therapie (Vasotop) kann der gemessene UPC niedriger erscheinen, als er ohne Medikament wäre. Die Frage ist, wie groß der Einfluss der Vasotop ist. Er bekommt diese zwar schon seit ca. Anfang 2022, ist aber noch bei der niedrigsten Dosierung.
Weist ein niedriger UPC unter Therapie auf die Medikamentenwirkung hin, ohne zu beweisen, dass die Nierenschädigung unverändert ist?
Der Phosphat Wert (10/2025) liegt am Grenzwert. Aus „Therapie Empfehlungen der IRIS „Phosphat < 1,50 mmol/l halten; gegebenenfalls eine Nierendiät mit oder ohne Phosphatbinder füttern“.
Hier sind noch weitere Plots:


Die Blutuntersuchungen befinden sich im Anhang.
Abschließend lässt sich für mich folgendes ableiten:
Kreatinin 1,7 mg/dL = IRIS-Stadium 2,
SDMA 15 µg/dL = IRIS-Stadium 1/2,
UPC 0,1 = nicht-proteinurisch (Einfluss von Vasotop?),
Phosphor 4,65 mg/dL = 1,50 mmol/L an der Grenze,
USG 1,027
(Messung Oktober) = vermindert (vermutlich durch verdünntes Nassfutter vor Entnahme verfälscht),
Blutdruck 120 mmHg
(Messung Juni) = normotensiv.
→ IRIS-Stadium 2, nicht-proteinurisch, normotensiv.
Ich habe folgende Fragen:
Proteinurie-Substaging: “Feline non-proteinuric < 0,2; borderline 0,2–0,4; proteinuric > 0,4“. Würdet Ihr den UPC 0,1 unter laufendem Ramipril rein als „non-proteinurisch“ werten, oder den Wert unter ACE-Hemmer zurückhaltend interpretieren?
SDMA: Da 15 µg/dL unter dem Stadium-2-Fenster (18–25 oder >14) liegt: Würdet Ihr bei uns eher von Stadium 2 wegen Kreatinin sprechen und SDMA als Begleitmarker werten? IRIS weist darauf hin, dass Katzen mit Phosphat im Zielbereich beim Start einer Nierendiät ein Hyperkalzämie-Risiko haben können.
Wäre es deshalb ratsam Kalzium zeitnah nach Diätstart (wenn Diät notwendig) zu kontrollieren?
Wie ist Eure Einschätzung zu dem Renal Futter von Mjamjam? Ihr könnt gerne Alternativen vorschlagen.
Im Juni 2024 lagen die Werte (abgesehen vom SDMA) auf einem ähnlichen Niveau wie im September und Oktober 2025.
Wäre es möglich, dass meine aktuelle Einschätzung etwas überbewertet ist, da im Jahr 2025 deutlich häufiger Blutuntersuchungen durchgeführt wurden – und sich die Werte möglicherweise, wie schon zwischen Juni 2024 und Juni 2025, auch ohne Eingreifen von selbst verbessert haben?
Vielen Dank für Eure Einschätzungen, Empfehlungen und Tipps!
Liebe Grüße!