Heute morgen saß der junge Herr Kater (knapp 3 Jahre) mit verblutetem Hinterlauf im Körbchen, hat ganz jämmerlich gemaunzt, hatte offensichtlich Schmerzen und konnte das Bein nicht mehr belasten. Zum Glück hat der freundliche Tierarzt ums Eck eine Sonntags-Notfall-Sprechstunde. Diagnose: Wahrscheinlich Bissverletzung. Eine saubere Fleischwunde, einmal quer durch den rechten hinteren Oberschenkel. Auf der einen Seite rein und auf der anderen wieder raus. Ich musste den Kater stationär lassen und konnte ihn heute Abend wieder abholen.
Die Wunde war versorgt und genäht, wegen der großen Wundhöhle wurde eine Drainage gelegt und das ganze Bein schick verbunden. Die Krone (im wahrsten Sinne des Wortes) war der Trichter, den mein Tiger nun um den Hals hatte, damit er sich den Verband nicht abrupft.
Da lag er also in seinem Körbchen wie ein Häufchen Elend. Aber kaum waren wir zuhause, hat er die Reste der Narkose abgeschüttelt, entgegen dem Rat der Tierärztin den Teller seiner Katzenkollegin leergeputzt (so gut das halt mit dem Trichter geht), um sich danach noch mit ziemlich wackeligen Füßen an all das zu machen, was er sonst so macht: Überall rauf, überall rein, überall runter. Am Anfang war´s ja noch nett und harmlos, ihm zuzuschauen, wie er vergeblich versucht auf den Stuhl zu klettern. Aber seit ungefähr einer Stunde kommt er nun endgültig wieder überall rauf, wirft mit dem Trichter alles um und dann kommt er nicht mehr runter und würde abstürzen, wenn ich nicht dauern hinterher rennen würde.
Raus will er auch...und das endlose scharren an der geschlossenen Katzenklappe geht mir jetzt schon auf die Nerven...dazu sein herzzerreissendes Gejammer...und das ganze soll 10 (ZEHN !!!) Tage so gehen ? Oh my god !!!
Ich hab noch keine Ahnung, wie die kommende Nacht verlaufen wird.
Treppe rauf, Treppe runter, miau miau miau...
Spätestens alle fünf Wörter, die ich tippe, muss ich aufstehen, weil aus irgendeiner Ecke wieder ein seltsames Geräusch kommt.
Und dem Trichter gebe ich keine 30 Minuten mehr, dann ist er ab !
Ist schon schei..., wenn man ein recht großes, offenes Haus hat, in dem die Katzen gewohnt sind, sich frei bewegen zu können. Inklusive Freigang. Und nächtlichem Bett-Zugang.
Ich bin mal gespannt, wie meine neue Strategie ankommt, beide Katzen (die ältere geht zum Glück nachts nie raus) ins Schlafzimmer zu nehmen und die Türe zu schließen. Vermutlich wird mir der Kater die Tapete von der Wand kratzen...
Wenn jemand einen guten Rat hat: Her damit ! Ich rechne durchaus damit, dass ich heute Nacht nochmal reinschaue, denn eine ruhige Nacht mit freundlichem Geschnurre wird´s nicht werden...