Hallo Rolf,
ich war lange nicht und stelle mit Erstaunen fest, dass mein Account noch funktioniert! Und da mir bei diesem Thema immer tausend Stiche durchs Herz jagen, möchte ich meinen Senf auch mal dazu geben:
Meine Puschel hatte ja auch eine SDÜ, die auch einige Jahre mit Thiamazol ganz gut im Griff war, bis Puschel immer mäkeliger wurde, schlechtes Fell hatte und ich sie im Frühjahr 2007 scheren ließ. Irgendwann (ohne ihr dickes Fell) kroch sie mit mir in den Futterschrank und als ich sie aus dem Schrank bugsieren wollte, fühlte ich an ihrem übestreckten Hals kurz unterhalb des oberen Rippenknochens direkt neben der Luftröhre eine Verdickung. Der Tierarzt konnte nichts fühlen. Beim nächsten
Tierarzt-Besuch jedoch schon, weil sie nämlich wieder diesen übersttreckten langen Hals machte. Die Biopsie ergab keine Krebszellen, ansonsten nichts wirklich Definierbares, trotzdem wurde die Entfernung und anschliessende Untersuchung empfohlen.
Das liess ich dann auch bald in einer Klinik machen; unser Haustierarzt traute sich das nicht so. Und oh Wunder, an diesem "Tumor" hing der rechte Schilddrüsenlappen (weil das "Ding so tief sass, ist auch in der Klinik keiner darauf gekommen - das Ergebnis "gutartig").
Also erstmal abwarten, wie sich die Werte entwickeln - vielleicht wäre das Thema erledigt ... Aber nein, sie fraß seehr schlecht. Die anderen freuten sich auf immer neue Futtersorten, es gab alles, egal, sie sollte fressen!
Die nächste Blutabnahme ergab wiederum supererhöhte SD-Werte und Leberwerte, Nierenwerte waren ok, auch die sterile Entnahme von Urin brachte diesbezüglich nur ein positives Ergebnis) - empfohlen wurde wie ganz zu Beginn neben der Tabletteneingabe die Radiojodtherapie, die inzwischen auch in Norddeutschland durchgeführt wird.
Na gut, ich hatte immer gezögert weil ich mir nicht vorstellen konnte, Puschel (anderen Menschen gegenüber sehr scheu) würde es in einer Klinik mindestens eine Woche aushalten. Jetzt sah ich darin ihre letzte Chance, denn es waren auch keine Tabletten mehr in die Maus zu bekommen.
Zunächst wird dann ja eine Szintigrafie gemacht und die sah so aus:
http://www.abload.de/img/puschelstrahlt3gz83.jpg
Die rechte Seite der Schilddrüse war ja schon entfernt, was da strahlte, war die zweite Hälfte, und zwar unterhalb des Brustbeines!
Die Radiojodtherapie wurde durchgeführt und ich hoffte, dass es geholfen hat.
Nachdem sie wieder zuhause war, bin ich 14 Tage lang täglich mit ihr zum
Tierarzt für Infusionen, da sie weiterhin nichts zu sich nehmen wollte. Selbst die Appetitmacher nützten nichts mehr. Sie kam tapfer immer an und meldete Hunger, drehte aber dann sofort wieder ab. Sie zog sich unters Bett zurück und nachdem sie mir dann fast zusammenklappte, ließ ich sie gehen ... Das war im Dezember letzten Jahres und es setzt mir immer noch zu, glaub mir.
Fazit: Die Schilddrüse hatte sich also unter der Thiamazolgabe einfach immer weiter ausgedehnt und zwar gut versteckt - hätte ich gleich die Radiojodtherapie machen lassen, würde sie heute vielleicht wie ihre Schwester Maggie noch leben.
Das jedenfalls ist mein Gefühl; vielleicht war es nur bei ihr so, vielleicht ist es aber immer so? Wer gibt schon mehr als 4 Jahre Thiamazol und kann sich dazu äußern?
Kurz: ich würde dir diese Therapie eher ans Herz legen; zieh sie zumindest in Betracht. Und wenn schon medikamentös, dann lass dir Carbimazol verschreiben. Das ist zwar ein Humanpräparat, aber für Katzen wesentlich bekömmlicher. Felimazol ist übrigens das inzwischen für Tiere zugelassene Thiamazol! Carbi muss etwas höher dosiert werden. Und wichtig ist, dass der Wirkstoffspiegel erhalten bleibt, also nicht etwa nur morgens eine Gabe, sondern mindestens 2 x täglich, besser noch 3 x. Und das möglichst immer zur gleichen Zeit!
Ich wünsche deiner Katze alles Gute!