Nein, sorry aber so meinte ich das auch nicht. Im Gegenteil, meiner Meinung kann man nicht ernsthaft den sexuellen Kontakt zu Tieren unter Strafe stellen wollen, ohne dabei auch sämtliche andere Bereiche wie bsw. Besamungsstationen bei Rindern mit einzubeziehen.
Ja, da stimme ich dir zu.
Na ja, aber schau mal, Kühe sind genau wie Pferde eigentlich Herdentiere. Eine empfängnisbereite Kuh oder Stute wird einfach warten bis der richtige Bulle oder Hengst alle Konkurenten ausgeschaltet hat und aufspringt. Diese Tiere suchen sich ihren Partner doch nicht selbst aus und sie werden meines Erachtens deshalb auch keine Vergewaltigungsgedanken haben.
Wie Du schreibst, sie suchen sich ihren PARTNER nicht aus. Allerdings hat ein Tier zu einem Menschen ein anderes Verhältnis. Nicht umsonst spricht man von "Herrchen". Der Mensch unterwirft das Tier, verlangt eine Anpassung an die menschlichen Lebensumstände. Folglich ist der Mensch für das Tier oft der Ranghöhere. Sicherlich hat das Tier keinen "Vergewaltigungsgedanken", aber dass das Tier durch die (ihm unverständliche und nicht zum Menschen, den er sonst kennt, passende) Handlung, einen Schaden nehmen kann, glaube ich schon.
Nenn es Vergewaltigungsgedanken oder Skrdlhmpf - das Tier empfindet dabei etwas und das kann negativ sein.
Tierisches Verhalten macht uns Menschen oftmals nicht nur befremdlich, nein es passt so ganz und gar nicht zu unseren gesamten Moral- und Verhaltenskodex.
*lach* Und das Schlimmste dabei ist, dass der Mensch auch noch glaubt, dass genau das ihn zum Herren macht.
Wir reden hier aber davon etwas unter Strafe stellen zu wollen, obwohl wir eben KEINERLEI Ahnung haben ob und in welcher Form dieses Handeln überhaupt zu irgendeiner nennenswerten Auswirkung kommt.
So was sollte aber doch vorher ganz klar und deutlich sein und nicht auf Grund irgendwelcher Mutmaßungen oder religiösen Moralvorstellungen zur wahren Tatsache per Gesetz diktiert werden.
Hm, seh ich anders. Ich glaube nicht, dass es einen Beweis des Schadens braucht um etwas nicht zuzulassen. Ich glaube zwar auch, dass wir zuviel reglementieren und in anderen Bereichen zu wenig, aber zu sagen, so lange wir nicht wissen, ob es schadet, ist es auch in Ordnung, reicht mir nicht.
Viele Wesen sind nicht in der Lage sich so zu äußern, dass wir es verstehen. Damit hat der Mensch aber nicht das Recht des Handelns erreicht.
Wie gesagt - denke an das Beispiel des behinderten Menschens.
Bei vielen Dingen gebe ich Dir mit deinem Gedankengang völlig recht, aber gerade beim Schutz des Schwächeren muss Vorsicht besser als Nachsicht bleiben für mich. Auch wenn ich damit vielleicht manchen Menschen (und auch manches Tier?) um seine sexuelle Befriedigung bringe, ist mir das lieber als die Möglichkeit, dass ich einem Schutzbedürftigen Schaden zugefügt habe. Auch wenn es nicht willentlich und/oder wissentlich war.
Oh ... also für mich sind zwischen menschlicher Moral und Tierschutz ganze Welten dazwischen. Das geht vom heuchlerischen Unterscheiden zwischen Haus- und Nutztieren bis hin zum Umgang von Haustieren einerseits und grausamstes Abschlachten bsw. von "schädlichen Nagetieren" andererseits. Unsere heutige Moral ist zu einen sehr großen Teil religösen Ursprung hat sicher rein gar nichts mit Tierschutz zu tun. Ansonsten gäbe es doch schlichtweg nicht derartig gravierende Unterschiede, daß einerseits für Haustiere oft selbst die kompliziertesten Operationen keinerlei Problem darstellen, während das Leid und Elend bei "Nutztieren" immer neue Negativrekorde bricht.
Das moralische Konstrukt beeinflusst unser Handeln, bestimmt es aber nicht. Heißt, dass der moralische Anspruch bestehen kann, ohne dass er realisiert wird. Tierschutz aus moralischer Sicht heißt, dass alle Tiere Schutz genießen müssen.
Tierschutz real versagt häufig an Wirtschaft, Politik und Lobby.
Das heißt aber nicht, dass der Anspruch sich der Realität anpassen muss. Ein Gedankenkonstrukt kann falsch oder richtig sein - unabhängig der daraus resultierenden Handlung.
Findest Du, dass unsere Moral tatsächlich religiös BEDINGT ist? In ihren Ursprüngen sicher (auch wenn ich den Begriff "religiös" hier zu kurz finde. Ich sehe eher eine Notwendigkeit in den Anfängen der Gesellschaft. Aus christlicher Sicht im Übergang von Nomaden zu Ackerbauern, also am Ende der Völkerwanderung weltlich, beim Rausschmiss aus dem Paradies christlich) ein Stück weit, allerdings war die Moral auch immer wandelbar. Der Mensch hat doch tatsächlich manche Sachen dazu gelernt.
Allerdings auch viel vergessen. Ich glaube, die Bedingung für unsere heutige Moral liegt eher in der Pluralität der Gesellschaften und den daraus sich unterscheidenden Ansprüchen an ein glückendes Leben.
Aus philosophischer Sicht jedoch sehe ich die Moral als UN-bedingt an. Also eben unabhängig von der Realisierung der Ansprüche bestehend. Und DAS ist auch der Zusammenhang zur Religion. Der Gedanke nach Perfektion im Handeln, vielleicht sogar der Wunsch danach. Aber keinesfalls die Realisierung - allein durch eben die (Igitt!) Sündhaftigkeit des Menschen.