Ohne jemanden angreifen zu wollen: Die Begründung, dass "das eigene Land zuerst versorgt" werden sollte, verstehe ich nicht, wenn es um Tiere geht. Logisch ist sie nicht. Menschen - ok. Wir haben alle eine Staatsbürgerschaft, bezahlen Steuern an einen bestimmten Staat und nur dieser bestimmte Staat ist verantwortlich für unsere Bildung, Krankenversicherung, Arbeit, Rente und vieles mehr. Da liegt es nahe, dass man sich eher um die Probleme in "seinem" Land bemüht, weil das einen selbst am meisten betrifft.
Aber Tiere haben keine Staatsangehörigkeit. Ich verstehe nicht, wieso ich eher eine Katze aus Frankfurt an der Oder in mein Haus holen sollte als eine, die von ein paar km weiter im Osten stammt. Wenn mir jemand eine fundierte und logische Begründung liefern kann: Bitte. Ich kann mir keine denken. Wo ist denn dann der Unterschied?
Der einzige Unterschied besteht für mich darin, dass die Katze aus F.a.O. wahrscheinlich relativ gut versorgt in einem Tierheim sitzt, während die andere in einer Tötungsstation noch einige Tage zu leben hat, bevor dem von menschlicher Seite ein Ende gesetzt wird, sollte sich kein Adoptant finden.
Insofern oute ich mich als eindeutige Befürworterin des Auslands-Tierschutzes.
Über die seriosität der jeweiligen Organisation sollte man sich allerdings kundig machen, es gibt auch einige schwarze Schafe die dabei lediglich an (durch überhöhte Schutzgebühr) schnell verdientes Geld denken und dann todkranke Tiere ohne Impfungen und Gesundheitszeugnisse nach Deutschland schicken.
Ich selbst habe eine Katze aus Spanien geholt, von der Katzenhilfe Samtpfötchen, und es bis heute nicht bereut. Sie hatte ein paar Darmparasiten mitgebracht, aber sowas kann immer passieren, auch bei Katzen aus deutschen Tierheimen. Mit einem Gang zum Tierarzt und einwöchiger Medikamentengabe war die Sache erledigt. Diese Katze war auf
Leukose und
FIV negativ getestet worden, kastriert, geimpft und gechipt. Sie hat einen EU-Reisepass mitgebracht, darauf solltest du achten, das ist wichtig! In dem standen Chipnummer, Gesundheitsdaten und Impfungen. Da sind 120€ auch nicht zu viel Geld wenn man bedenkt, welche Kosten auf einen zukämen, wenn man das alles direkt finanzieren müsste - wäre auch nicht billiger, eher im Gegenteil.
Dass diese Tiere teilweise furchtbaren Umständen entstammen und nicht selten ein gewisses Maß an seelischem Schaden mitbringen, sollte man wissen. Meist gibt es aber auch einen kurzen Bericht zum Charakter, aus dem man einiges ablesen kann und erfährt, ob sich die Katze mit Artgenossen, Hunden etc verträgt, das ersetzt aber nicht ein echtes Kennenlernen wie z.B. in einem Tierheim.
Man kann nicht immer verschmuste, immer liebe Traumkatzen erwarten, die sich mit allem und jedem sofort versteht - nicht, dass man nicht auch solche Katzen von dort bekommen könnte, aber es gibt eben auch andere. Aber wie gesagt, die Charakterbeschreibung liefert zumindest Anhaltspunkte. Meine spanische Katze wurde als sehr verschmust beschrieben, was wohl auf die fehlende Aufmerksamkeit zurückzuführen war, bei mir ist sie eher verspielt - das war's aber auch.
Und wenn eine Katze einen seelischen Knacks weg hat, ist das meiner Ansicht nach nicht ganz so tragisch wie bei einem Hund, der ja durchaus eine nicht allzu geringe Gefahr für Besitzer und menschliches/tierisches Umfeld darstellen kann.
Du musst einfach wissen, wie wichtig es dir ist, dass deine Katze

genau einem bestimmten Vorstellungsbild entsprechen. Für mich ist das eher Nebensache, ich nehme sogar bewusst immer die mit den schlechtesten Vermittlungschancen auf.
Mir persönlich ist es relativ egal, wie meine Katzen so "drauf sind", ich habe mich noch mit allen angefreundet. Ich hatte schon uralte, scheue, aggressive, notorische Pinkler und sonstiges, mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen habe ich bis jetzt alle "hinbekommen". Aber das ist jetzt natürlich eine rein subjektive Ansicht, da muss jeder selbst wissen, wie er mit sowas klar kommt.