Naja, ich bin davon überzeugt, dass es von der Katze abhängt. Ich kenne selbst mehr Fälle, in denen die Tiere zwar nebeneinander aber nicht miteinander im selben Haushalt leben. Dabei war es aber immer so, dass eine jüngere zu einer älteren Katze ins somit bereits angestammte Revier geholt wurde. Da kann ich mir mit Menschenverstand schon ausrechnen, dass die Altkatze ihr Revier selten gerne abgibt/teilt.
Was ich hier leider oft lese, und dem ich selbst sehr kritisch gegenüber stehe ist die Meinung, dass nach einem halben Jahr oder länger "Akzeptanz aber keine Liebe" als Tiergerecht für beide bzw. sogar normal angesehen wird. Vor allem bei Wohnungskatzen! (aber das muss jeder selbst wissen.)
Aber wir hatten zb. eine Katze, die mit einer Zweiten aufgewachsen ist, dann starb die Ältere, und sie wurde zum aufblühenden Einzeltier. Mit Freigang und Sozialkontakt draussen, aber ihr Kernrevier, also unsere Wohnung, musste sie nicht teilen. Ich halte das eigentlich für ok so, auch, weil es für mich am ehesten nach der angestammten Lebensweise von Wildkatzen klingt.
Aber jetzt, da wir zwei Kätzchen haben, die sich gut verstehen und zärtlich zueinander sind, verstehe ich auch, warum so viele sofort nach Gesellschaft rufen, wenn sie von einer Einzelkatze hören - klar ist es schön und bringt Harmonie in den Haushalt, wenn es so funktioniert, aber ich würde keiner Einzelkatze, bei der man einfach am Verhalten erkennt, dass sie keine Gesellschaft will (zb. wenn sie Angst vor Artgenossen zeigt/sehr agressiv auf Eindringline reagiert), jemals wieder eine Zweitkatze ins Haus holen. Als Katzenhalter sollte man sein Tier soweit kennen, um das abschätzen zu können.
Aber halbwegs gleichaltrig und noch recht jung bedeutet für mich immer, dass die Katze einen Spielkameraden braucht, und da rate auch ich von vornherein erstmal dazu, zwei Katzen zu nehmen. Ebenso, wenn zb. Tierheimtiere sehr sozial sind, und viel gemeinsam machen/die Nähe anderer Tiere suchen.
Wenn sie nie was anderes kennen gelernt haben, als ein Revier zu teilen, bleiben sie eben auch dabei. Dann ist das auch nicht wirklich falsch.
Am optimalsten aber eben nicht wirklich vertretbar wäre es für die einzelne Katze, wenn sie möglichst lange mit Geschwistern aufwachsen und dann selbst ein Revier mit oder ohne Gesellschaft wählen könnte. So, wie sie es eben am Bauernhof tun. Da gibts auch sozialere Tiere, die man oft zusammen sieht, und weniger soziale, die das eben nicht tun.
Daher kann ich hier nur bei jedem eine wahre Erkenntnis rauslesen. Jeder hat recht, weil eben jeder mit seinen Tieren die jeweiligen Erfahrungen gemacht hat.
Wenn man sich etwas so Eigenwilliges wie eine Katze ins Haus holt, dann lernt man für gewöhnlich auch, den Charakter sehr gut kennen, und man erkennt, was es möchte und was nicht.
Ich glaube, Katzen sind weder Rudeltiere noch Einzelgänger. Sie sind Opportunisten. Sie wählen sich den schönsten Weg. (wenn man sie lässt.)