• Wenn dein Tier krank ist oder erscheint, suche bitte immer erst den Tierarzt auf, bevor du hier Rat und Hilfe suchst. Wir alle hier sind Laien, können und dürfen keinen Tierarzt ersetzen oder gar Ferndiagnosen stellen, das wäre unverantwortlich. Erst wenn du die Diagnose eines Tierarztes hast, kannst du hier nach Erfahrungen oder Tipps fragen, die du eventuell für deinen Tierarzt mitnehmen kannst. Bei der Suche nach einem Tierarzt, vor allem Notärzten in der Nacht oder am Wochenende, könnten wir aber behilflich sein.

Gewissensfrage

Diskutiere Gewissensfrage im Sonstige Erkrankungen Forum im Bereich Katzenkrankheiten; Hallo zusammen, ich stelle mir seit einiger Zeit eine Gewissensfrage, die ich nun hier mal zur öffentlichen Debatte stellen will. Meine Katze...
  • Gewissensfrage Beitrag #1
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Thora

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Hallo zusammen,

ich stelle mir seit einiger Zeit eine Gewissensfrage, die ich nun hier mal zur öffentlichen Debatte stellen will.

Meine Katze Mickey wird im Sommer 17 Jahre alt. Vor ein paar Jahren ging es ihr mal recht schlecht, weil Leber und Schilddrüse nicht in Ordnung waren (Probleme mit der Fettverdauung und Schilddrüsenüberfunktion, letztere persistiert auch, erstere treten nur auf, wenn sie etwas fettes frisst, was praktisch nur auftritt, wenn sie irgendwas klaut, was wir aber zu verhindern wissen). Mittlerweile hat sie aufgrund der Schilddrüsenüberfunktion deutlich abgenommen und sieht "alt" aus (vom Fell her meine ich), was ihr mit 17 aber vielleicht auch zusteht.
Die Schilddrüsenüberfunktion haben wir allerdings nur in der Zeit behandelt wo es richtig akut war, da Mickey sich in Tierarztbesuche und besonders Blutentnahme ohne Ende reinsteigert (oft mit Nasenbluten etc).
Ansonsten geht es ihr prima. Sie frisst gut, spielt gern, verhaut von Zeit zu Zeit ihre Mitkatze (6 Jahre) wenn sie zu frech wird und freut sich ihres Lebens.

Nun also die Gewissensfrage: Ich weiss halt aus dem humanmedizinischen Bereich, dass Menschen mit einer Schilddrüsenüberfunktion sich unbehandelt oft unwohl fühlen und frage mich folglich, ob ich nicht eigentlich die Verpflichtung hätte, sie behandeln zu lassen. Dem entgegen steht, dass ich sie, grad in dem Alter, diesem übermäßigen Stress nicht aussetzen will, zumal es ihr gut zu gehen scheint.

Würde mich über Meinungen zu dem Thema sehr freuen.

Grüße

Thora
 
  • Gewissensfrage Beitrag #2
Hallo,

auch ich habe eine Katze mit einer SDÜ. Die Schilddrüse ist noch nicht richtig eingestellt.
Damit will ich sagen, dass wir andauernd zum BB müssen. Obwohl es ihr nach jedem Tierarzt-Besuch nicht so gut geht.
Ich möchte aber, dass die Schilddrüse richtig eingestellt ist, denn nur so kann ich sehen wie es ihren Nieren geht.
Du darfst bitte nicht vergessen, dass eine SDÜ eine Niereninsuffizienz kaschieren kann.
Der Körper arbeitet bei einer SDÜ auf Hochtouren.

LG
 
  • Gewissensfrage Beitrag #3
Hallo Feldmann,

zunächst einmal vielen Dank für deine Antwort.

Die grundlegende Physiologie einer SDÜ ist mir - wenn auch nur aus der Humanmedizin - klar, das ist ja der einzige Grund warum ich mir diese Gewissensfrage überhaupt stelle. Wie gesagt, sie lebt seit guten 2 Jahren stabil und augenscheinlich beschwerdefrei damit, abgesehen davon dass sie halt trotz gutem Fressen relativ dünn ist.

Und wie gesagt, du kannst dir nicht vorstellen, wie dieses Tier beim Tierarzt "abgeht". Ich habe selbst glaub ich relativ viel Katzenerfahrung, sowohl von eigenen als auch von Fremdkatzen. Sie beißt unseren Tierarzt (verschiedene, also nicht auf mangelndes Geschick des Tierarzt zurückzuführen) regelmäßig blutig (wobei sie sonst absolut nicht aggressiv ist, nur beim Tierarzt), für die Blutabnahme werden bei ihr vier (!) Leute gebraucht, für eine doch eher kleine 4kg-Katze. Und da steigert sie sich halt so rein, dass sie aufgrund der so entstehenden Blutdruckkrise regelmäßig Nasenbluten kriegt und mit 17 möchte ich da auch nicht ausschließen, dass dabei auch mal andere Gefäße "durchknallen". Deshalb versuche ich halt grad eine Schaden-Nutzen-Abwägung zu machen, eine Kostenfrage ist und wäre das keinesfalls, auch habe ich durchaus Vertrauen zu meinem Tierarzt, der aber halt auch sagt, es ist eine Gewissensfrage, grad weil die Blutwerte von Zeit zu Zeit bei Therapie halt auch gecheckt werden müssen.

Ich möchte dieser Katze - sie ist/war meine erste eigene Katze und damit halt auch die älteste, habe sie seit ich 9 war - halt ein möglichst langes Leben ermöglichen. Aber halt nicht auf Kosten ihrer Lebensqualität.

Ich hoffe, ihr versteht mich richtig, es ist etwas schwer das darzulegen. Akut ist Mickeys Zustand laut Tierarzt und auch nach meiner Einschätzung nicht, trotzdem wäre eine Behandlung aber natürlich besser, der Streßfaktor dabei aber auch beachtlich...
 
  • Gewissensfrage Beitrag #4
Thora, auf Kosten ihrer Lebensqualität geht es insbesondere, dass sie NICHT gegen die SDÜ behandelt wird! Ich bin immer wieder geschockt, wenn ich lese, dass eine Katze nicht behandelt wird. Insbesondere aber werden dadurch noch so viele andere Organe in Mitleidenschaft gezogen; ich vermute mal, das ist gar nicht bekannt. Aber durch die ständige enorme Anforderung an die Organe treten mit der Zeit schwere Schäden an Nieren, Leber und Herz auf und mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit tritt auch Bluthochdruck auf. Ich will gar nicht wissen, wie vieles davon bereits vorhanden ist, ohne dass ihr es wisst. Ich kann das leider sehr genau an Gina nachvollziehen, die ich mit bekannter SDÜ aufgenommen habe. Sie wurde ebenfalls viel zu spät behandelt bei den ehemaligen Besitzern und das Ergebnis ist, dass so ziemlich jedes Organ chronisch erkrankt ist und sie Bluthochdruck hat. Mit viel Aufwand haben wir das wieder halbwegs in den Griff bekommen, sie scheint nun medikamentös gut eingestellt und ich hoffe, mit dem (gut maskierten *seufz*) Leberschaden haben wir nun auch das letzte Puzzlestück gefunden, sodass da nun doch ein Gleichgewicht entstehen kann. Aber es gab auch Phasen, da hing ihr Leben an einem seidenen Faden. Dennoch hat sich auch für Gina der ganze Kampf gelohnt, denn JETZT hat sie wieder Lebensqualität.
 
  • Gewissensfrage Beitrag #5
Weisst Du, Thora, ich lese immer wieder, dass den Miezen der Stress erspart bleiben soll.
Das verstehe ich vollkommen. Dann lese ich aber auch, dass den Tieren später nicht mehr geholfen werden konnte und das tut mir dann immer furchtbar leid.

Meine letzte Katze wurde 25 Jahre. Ich bin einmal im Monat mit ihr zum Tierarzt gegangen in den letzten Jahren. Die Krallen mussten ständig geschnitten werden, sonst wären sie eingewachsen. Zuhause hat sie sich das nicht gefallen lassen.

Meine jetzige Mieze mit der SDÜ spielt total verrückt beim Tierarzt. Sie macht vor lauter Angst auch unter sich. Aber wir müssen da beide durch. Ich möchte sie noch eine Weile haben.
Der Tierarzt bei dem wir früher waren wollte nicht, dass ich sie halte. Mit Decken wurde es versucht, es war jedes Mal ein Drama.
Jetzt gehe ich woanders zum Tierarzt und darf sie selber halten. Natürlich hat sie auch Angst, ist aber wesentlich ruhiger. Ich halte sie im Nacken und die Vorderbeinchen, die Tierarzthelferin hält sie hinten fest und die TÄ nimmt aus dem Hinterbein Blut ab. Da ich sie die ganze Zeit am Kopf knutsche ist sie abgelenkt. Ich glaube, manchmal ist es nur die falsche Methode die Katze zu halten.

LG
 
  • Gewissensfrage Beitrag #6
Ja Feldmann, da stimme ich Dir absolut zu! Seitdem ich Gina beim Blutdruckmessen halte, ist alles wunderbar. Wobei ich in die Hocke gehe, um mit ihr auf Augenhöhe sein zu können, da muss ich sie gar nicht mehr festhalten, sie ist ganz ruhig und entspannt und plötzlich interessiert es sie gar nicht mehr, was da hinten am Schwänzchen passiert :-D

Beim Blutabnehmen funktioniert es besser, wenn ich sie nicht festhalte (das machen dann die Helferlein) sondern wieder vor ihr in die Hocke gehe und den Blickkontakt halte (mit zuzwinkern). Ich streichle sie dann mit dem Daumen fest über Nase, Auge und Stirn und sie entspannt sich augenblicklich. Ehedem war das immer ein Riesentheater.

Es stimmt also, es macht enorm viel aus, wie die Bezugsperson die Katze hält bzw. sie ablenkt. Das ist natürlich auch von Tier zu Tier verschieden, was genau bevorzugt wird, aber es spielt eben eine große Rolle :-D
 
  • Gewissensfrage Beitrag #7
Knuddelmiez, das probiere ich Mitte April gleich aus, dann brauche ich kein schlechtes Gewissen mehr zu haben sie im Nacken zu halten.

Nachdem ich mal gelesen habe, dass manche Katzen Beruhigungsmittel vor dem Tierarzt-Besuch bekommen, habe ich die TÄ danach befragt. Sie meinte, das könne genau ins Gegenteil umschlagen. Also noch mehr Panik. Außerdem kann man dann dem BB nicht mehr trauen.

LG
 
  • Gewissensfrage Beitrag #8
Ja das stimmt (wg Blutbild), da hast Du grad ne alte Wunde aufgerissen... Als ich Gina damals zum CT gebracht habe, haben sie sie narkotisiert und nochmal Blut abgenommen, um einen aktuellen Stand zu haben. Heraus kam, dass sie enorm wenig rote Blutkörperchen, Hämatokrit etc pp hatte und man sprach dort plötzlich den Verdacht aus, die Anfälle könnten vom FIP herrühren. Urplötzlich stand im Raum, dass ich Gina ggf. einschläfern lassen solle :evil: Ich war so vor den Kopf gestoßen, dass ich keines vernünftigen Gedankens mehr mächtig war und ließ zu, dass ein Hirnwasserpunktat durchgeführt wurde zwecks weiterer Tests. Außerdem habe ich natürlich ein FIP-Screening verlangt (das wollten die gar nicht machen :evil: :evil: :evil:)

Na jedenfalls, wieder zuhause, wurde mir urplötzlich klar, dass das totaler Schwachsinn war, weil die Narkose auch zu einer Senkung der roten Blutkörperchen etc führt. Ich war so stinkend sauer, weil die dort doch angeblich Profis sind und das also hätten wissen müssen. Da haben die mir so eine Panik gemacht, ich habe dort vor zig Leuten einen Nervenzusammenbruch bekommen und das vollkommen unnötig. GsD kann mich nur niemals irgendwer davon überzeugen, meine Katze mal eben so einschläfern zu lassen. Da wird erst rauf und runter getestet.
 
  • Gewissensfrage Beitrag #9
hallo thora,

ich möchte mich NICHT in die medizinische diskussion einmischen, denn ich
denke du weißt genau, was deine katze wirklich braucht. was ich dir sagen
möchte ist: es ist DEINE katze und DEIN gewissen. keiner von uns kann dir
diese entscheidung abnehmen. für mich macht es den eindruck, dass du
angst davor hast eine eigenständige entscheidung zu treffen.

nichts für ungut.

schöne grüße
gismo
 
  • Gewissensfrage Beitrag #10
Hallo Thora,
zu der medizinischen Seite kann ich nichts sagen, aber ich hätte einen Vorschlag,
der vielleicht helfen könnte, dass die Katze ohne Stress untersucht werden kann:

Kannst du nicht deinen Tierarzt (oder einen anderen, der das anbietet) zu dir
nach Hause kommen lassen? Dann könnte deine Katze untersucht und behandelt
werden, ohne dass sie sich zu sehr aufregt. Vielleicht würde das funktionieren.
 
  • Gewissensfrage Beitrag #11
Guten Abend,

Thora hatte ja nach Meinungen gefragt.

Jetzt möchte ich noch ganz kurz etwas zu Hausbesuchen schreiben.
Im Dezember war ich zu einem 1. Hilfe Kurs für Katzen. Da kam das Thema auf Hausbesuche. Ich gebe ja gerne zu, soweit überhaupt nicht gedacht zu haben. Auch ich fand die Idee gut bis die TÄ erklärte, dass sich die Tiere anschließend eventuell nicht mehr in ihrem zuhause so sicher fühlen. Ich kann das schlecht wiedergeben aber ich glaube, Ihr wisst was ich meine.

LG
 
  • Gewissensfrage Beitrag #12
Ja, mein Tierarzt lehnt das auch ab, sofern es prinzipiell möglich ist, dass das Tier in die Praxis gebracht wird. Aus 2 Gründen: 1.) kommt dann das, wovor die Tiere Angst haben, in ihr Revier. Da, wo sie sich bislang sicher gefühlt haben. Das kann zu einem Vertrauensbruch führen. (Das ist der Grund, den auch Feldmann genannt hat.) 2.) Eben weil das Tier in seinem Revier aufgesucht wird, ist es oftmals weitaus wehrhafter.
 
  • Gewissensfrage Beitrag #13
Hmm, also eigentlich war ich hergekommen um dieses Thema, das mir sehr wichtig ist, einfach mal mit anderen Katzenmenschen zu besprechen und nicht um mich als entscheidungsschwach hinstellen zu lassen. Ist ja ein liebreizender Empfang hier. ich glaube, das ist u.a. Sinn eines Diskussionsfoums oder nicht? Seid euch versichert, ich werde eine Entscheidung treffen...

Und wenn ich mir anschaue, was manche Leute mit ihren alten und/oder schwerkranken Katzen für einen Klinikmarathon veranstalten um vielleicht ein paar Tage oder Wochen rauszuhauen und das um wirklich jeden Preis. Meine niemanden von hier speziell, nur eine empirische Beobachtung im Bekanntenkreis. Eine Katze kann eine Behandlung oder Untersuchung nicht ablehnen, anders als ein Mensch...und seinem Weggefährten da einiges zu ersparen liegt dann in der Hand der mündigen Besitzer.
Und auch wenn einige "schockiert" sind ob meiner Gedankenlosigkeit...wenn ich die hätte, wäre ich wohl kaum hier.

Nichtsdestotrotz freue ich mich über die verbleibenden sachlichen Meinungen und werde diesbezüglich nochmal ein Gespräch mit meinem Tierarzt führen um den besten Weg für Mickey - der nicht unbedingt Maximalversorgung heißt - zu finden.

Grüße von Thora mit Mickey
 
  • Gewissensfrage Beitrag #14
Naja weißt Du, ich gebe Gismo da Recht, mir ist Deine Gewissensfrage auch aufgestoßen. Diskutieren kann man ja gerne über vieles. Aber seine Katze seit 2 Jahren wissentlich unbehandelt lassen mit einer doch sehr problematischen Krankheit und das auch noch mit angeblich fundiertem Fachwissen aus der Humanmedizin - wo ja klar sein dürfte, dass eine Überfunktion nicht eben auf die leichte Schulter zu nehmen ist... und jetzt hier diskutieren wollen, ob man die Katze nun endlich doch oder nicht behandeln lassen sollte... Da hab ich auch einen richtigen Hals bekommen. Bei einer SDÜ geht es immerhin nicht um Tage oder Wochen. Hier geht es um Jahre UND um Lebensqualität. Du wolltest Deiner Katze Leid ersparen, aha. Aber nur weil DU nicht sehen kannst, dass sie stattdessen unter ihrer Krankheit leidet, gings ihr eben ganz offensichtlich gut und es bestand kein Handlungsbedarf. Super. Nun kannst Du Dich natürlich wieder aufspulen (s.o.) aber das ist mir herzlich egal. Du bist nicht der erste User, den ich hier für verantwortungslos halte. Das war, was ich dazu noch zu sagen hatte, ab sofort ist dieser Thread für mich Sperrzone, ehe ich noch gesperrt werde.
 
  • Gewissensfrage Beitrag #15
Hallo Thora,

ich kann deine Frage gut nachvollziehen.

Bei uns leben auch ein paar Tiere, bei denen der Tierarzt-Besuch immer zum Überlebenskampf wird. Und gerade eines dieser Kätzle ist auch noch richtig krank.
Ich bin mit meinem Tierarzt so verblieben, dass Maja so selten es geht zu ihm muß. Tierarzt ins Haus kommt nicht in Frage, da unser Haus für unsere Katzen Sicherheit darstellt. Viele von ihnen sind ehemalige Streuner, die Jahre gebraucht haben, um Zutrauen zu fassen. Ausserdem ist die Praxis mit allem eingerichtet, was man so auf die Schnelle braucht, unser Haus nicht.

Ich war mit Maja jetzt drei Wochen hintereinander beim Tierarzt. Jeweils am WE, weil ich unter der Woche nicht daheim bin. Fazit: wir kennen jetzt ihre Krankheit und sie wird behandelt. Aber die nächste Kontrolluntersuchung wird wieder zur Zerreißprobe werden, weil sie sich im Moment nicht von mir anfassen lässt und immer einen Sicherheitsabstand einhält. Maja wird allerdings erst 6 Jahre alt.

Opi Tiger habe ich einmal beim Tierarzt vorgestellt (er kam im Alter von 18 Jahren zu uns). Obwohl er sehr dürr war und einen schlechten Allgemeinzustand hatte, ist dieser Tierarzt-Besuch unvergessen. Alle Beteiligten (ausser Opi Tiger) waren anschließend verletzt. Opi Tiger war altersblind und hatte Arthrose. Und er war auch dürr, nahm nie zu. Aber er freute sich seines Lebens. Eine Katze mit 17 oder 18 Jahren ist schon sehr alt. Mein Tierarzt vertritt die Meinung, man muß bei so alten Katzen nicht alles versuchen. Er sagt, dass viele Therapien nicht mehr greifen können. Warum also das alte Tier noch unnötig stressen.

Übrigens wurde Opi Tiger 22 Jahre alt. Er erzog mir einige Notfallkitten und war einfach glücklich. Eines abends verweigerte er sein Futter und am nächsten Morgen begrüßte er mich nicht mehr. Da wußte ich, er möchte gehen und habe es ihm auch ermöglicht.

Ich persönlich bin der Meinung, dass wenigstens unsere Katzen in Würde gehen dürfen. Wenn es den Menschen schon nicht vergönnt ist.
 
  • Gewissensfrage Beitrag #16
Tut mir leid Eva, aber das sehe ich etwas anders. Bei Krankheiten, die ein altes Tier relativ schnell "dahin raffen" und wo auch keine Aussicht mehr besteht, dass durch die Behandlung ein nennenswerter Erfolg entsteht, da stimme ich Dir zu. Aber eine Schilddrüsenüberfunktion ist etwas, das sich über Jahre hinziehen kann (s. die Katze der TE) und bei der nur der Halter annimmt, dass es der Katze gut geht, weil es oberflächlich so aussehen mag (Katze ist aktiv, frisst gut). Aber man mag mal einen Menschen fragen, mit welchen Beschwerden er sich herumgeschleppt hat, solange sein Problem noch nicht diagnostiziert und behandelt wurde. Den Vorteil, dass ein Tier in Würde gehen darf, sehe ich auch. Aber dazu gehört ebenfalls, es nicht über Jahre leiden zu lassen und sich auf der Ausrede auszuruhen, dass der Tierarzt-Besuch zu viel Stress bedeuten würde. Welch einen organischen Stess eine unbehandelte Schilddrüsenüberfunktion für das Tier bedeutet, mag sich wohl an der Stelle niemand vorstellen. Ich verstehe ja, wenn man vielleicht keine 100%ige Versorgung mehr wählt. Aber zumindest dafür Sorge tragen, dass das Tier entweder seine letzte Zeit beschwerdefrei verbringen darf (und zwar nicht nur nach subjektiver Einschätzung des Halters!) oder aber zumindest das Tier gleich erlösen, DAS wäre im Sinne eines würdevollen Abschieds konsequent. Aber einfach zu behaupten, dem Tier geht es gut, weil das ja weitaus bequemer ist, obwohl man aus der Humanmedizin genug Wissen mitbringt um zu wissen, dass es wohl ganz und gar nicht so sein wird, da wachsen mir echt Hörner. Sorry. Ich verstehe Deine Einstellung, Eva. Ich verstehe sie wirklich gut. In weiten Teilen teile ich sie. Aber nicht, wenn es darum geht, dass sich ein Tier womöglich noch Jahre lang mit seinen Beschwerden abfinden muss (so ja bereits geschehen), egal wie alt.

Ich will auch keine Lebenserhaltenden Maßnahmen. Und ich würde mir die aktive Sterbehilfe auch für Menschen wünschen. Aber wenn ich mit 80 Jahren schwere gesundheitliche Probleme haben, die mich auch unbehandelt womöglich noch weitere 5 Jahre leben lassen, dann würde ich sie doch gern behandeln lassen. Oder aber lieber gleich sterben wollen.
 
  • Gewissensfrage Beitrag #17
Knuddelmiez, ich stimme mit dir überein, dass ich eine erkannte Krankheit nicht so vor sich hin dümpeln lassen würde. Jedenfalls nicht bei so Katzen, die sich anfassen lassen.

Ich würde aber einer alten Katze (16 Jahre aufwärts), für die ein Tierarzt-Besuch Stress ohne Ende bedeutet, keine intensiven Untersuchungen und Behandlungen mehr zumuten.

Vor vielen Jahren hatte ich eine wunderbare Katze. 18 Jahre lang. Sie hatte plötzlich Probleme und wir sind selbstverständlich mit ihr zum Tierarzt gefahren. CNI und damals hätten wir jeden zweiten Tag mit ihr zur Infusion fahren müssen. Diese Katze hatte Panik - vor der Box, vor der Fahrt und vor dem Tierarzt. Wir haben uns dafür entschieden, sie nicht dem Stress auszusetzen und sie auch nicht leiden zu lassen. Solch ein Feind in dem Alter ist auch heute noch übermächtig.

Anders war es bei einem unserer Hofkater. Er taumelte eines Tages plötzlich hinter meinem Auto. Im ersten Moment hatte ich gedacht, er ist mir unters Auto gekommen. Aber es war wohl ein leichter Schlaganfall.
Da ich der Meinung war, ich hätte ihn angefahren, wollte ich ihn natürlich sofort zum Tierarzt bringen. Fast zwei Stunden hat es gedauert, bis ich ihn eingefangen hatte. Beim Tierarzt wurde dann festgestellt, dass er ein schwaches Herz und kaputte Nieren hat. Ihn habe ich, nachdem er Medikamente gespritzt bekam, wieder in den Hof gesetzt. Zwei Wochen später war er spurlos verschwunden und ich wußte, dass er zum Sterben gegangen war. Er war beim Tierarzt damals wieder total fit. Und da konnte ich ihn nicht einschläfern lassen. Aber ich hätte ihn in den nächsten Monaten auch nicht mehr einfangen können für eine Therapie.
 
  • Gewissensfrage Beitrag #18
Naja, das verstehe ich ja sogar. Aber in dem Falle würde ich in Absprache mit dem Tierarzt die Schilddrüse nach Gefühl behandeln und mit einer sehr moderaten Dosis einsteigen (1/2 Tablette täglich). Man erkennt bei Schilddrüsenpatienten recht deutlich, wenn sich die Stoffwechsellage ändert. Bei Gina testen wir inzwischen trotz nicht final eingestellter Schilddrüse nur noch selten. Inzwischen klappt es recht gut, wenn ich, je nach Ginas akutem Befinden, mal 1/4 weglasse oder hinzugebe. Das erfordert natürlich aber auch eine exakte Beobachtung und Aufklärung durch den Tierarzt. Ich habe inzwischen ein perfektes Gehör entwickelt für kleinste Veränderungen in Ginas Stimme. Mein Tierarzt lacht immer, wenn ich ihm das erzähle, aber ich habe jedes Mal Recht gehabt, wenn ich allein deswegen schon vermute, Gina ist wieder drüber/drunter. Aber man kann so eben auch bei einem sehr wehrhaften Tier noch ein wenig Linderung verschaffen (zu denen gehört Gina nicht, bei ihr gehts tatsächlich nur um Stressvermeidung). Mit Hinblick darauf, dass die Katze der TE ja bereits seit 2 Jahren unbehandelt ist, würde ich das wirklich mit äußerster Vorsicht angehen, da mit Sicherheit die Organe auch einen Schaden erlitten haben (bei der Leber ists ja bereits bekannt) aber dennoch. Ich würde meinen Tierarzt auch befragen, ob wir daneben begleitend homöopathisch auf Nieren und Leber einwirken würden wollen. Eine Behandlung ins Blaue hinein ist schwierig, das ist klar. Aber wenn sie mit Vorsicht durchgeführt wird und an die Stelle der häufigen Tierarzt-Besuche in der Anfangszeit dann eben telefonische Beratung tritt, während dieser dem Tierarzt möglichst genau kleinste Veränderungen im Verhalten und sichtbaren Befinden geschildert werden, ist auch das in einem gewissen Rahmen möglich. Hier geht es dann nur eben nicht mit einer hohen Anfangsdosis (wie es ja normalerweise empfohlen wird).

LG
 
  • Gewissensfrage Beitrag #19
Ich habe im Moment auch ein krankes Miez. Sind aber leider die Nieren. Und sie hat dazu Epilepsie und chronischen Schnupfen. Jeder Tierarzt-Besuch mit ihr ist ein Abenteuer sofern sie sich überhaupt einfangen lässt. Wegen der Epilepsie ist es nicht so ganz ungefährlich. Wir haben die Untersuchungen machen lassen (war nicht nur für die Katze Stress) und sie wird jetzt auch "aus der Ferne" behandelt. Wir werden die Werte wieder bestimmen lassen. Hat sich eine Verschlechterung ergeben, dann ..... ich mag nicht dran denken.

Ich bin schon der Meinung, dass man einiges machen kann. Allerdings wird in jedem Fall wenigstens ein Tierarzt-Besuch notwendig sein. Und den kann man bewerkstelligen.
 
  • Gewissensfrage Beitrag #20
Ja, natürlich, der lässt sich nicht ganz vermeiden, aber gar so häufig brauchts nicht sein.

Ohje, das arme Miezchen... ist bekannt, woher die Anfälle kommen? Bei Gina wars mit hoher Wahrscheinlichkeit damals Toxoplasmose, den Zusammenhang vermute ich hauptsächlich, weil sie da gerade eine akute Infektion durchmachte, sich an ihren Augen typische Vernarbungen fanden und in ihrem CT ein Hirnödem zu sehen war (das habe allerdings ich herausgefunden, nicht etwa der Arzt damals, der das CT durchgeführt hat :roll:).. Nachdem sie 3x innerhalb von 36 Stunden je 5mg Cortison bekam, waren die Anfälle weg! Seit 8 Monaten hat sie keine mehr gehabt, während sie davor immer häufiger wurden... Daneben kann aber auch noch der Blutdruck eine Rolle gespielt haben (der war ehedem bei > 240!) und dürfte zumindest an der Erblindung maßgeblich beteiligt gewesen sein. Blutdruck tritt ja sehr häufig in Kombination mit Nierenerkrankungen auf, weil die Nieren den Kreislauf steuern... Ach mensch, ich drücke Dir so sehr die Daumen, dass sich nichts verschlechtert hat.. bekommt die Maus SUC? Entschuldige die Neugier, aber sowas reißt mich immer sofort mit :-D

Liebe Grüße
 
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