Hallo Nina, also ich denke mal, dass alles kommt wegen fehlender Sozialisierung in den ersten Lebenswochen...
Dann das Katerchen auhc noch weg zu geben ist die Höhe! Das müsste eine gute Züchterin eigentlich wissen, da Katzen höchst soziale Tiere sind.
Klar Ausnahmen gibt es immer, dass die Katze dann doch lieber alleine ist, aber sehr selten.
In der Wunschvorstellung jedes Katzenbesitzer, ist seine Katze immer bereit zu schmusen und zu spielen und sie liebt einen abgöttisch und lässt sich auf dem Arm herumtragen und alles mit sich machen. Die Realität ist oft genug ziemlich anders. Viele Katzenbesitzer beschweren sich, dass Ihre Katze sie beißt oder kratzt, sie anfaucht oder sich versteckt.
Aggressivität kann sehr viele verschiedene Ursachen haben. Wenn man eine Katze aus dem Tierheim hat, muss man fast immer damit rechnen, dass sie schlechte Erfahrungen gemacht hat und vorsichtig ist. Wenn man seine Katze gut behandelt, wird das Vertrauen mit der Zeit wachsen und die Aggressivität nachlassen. Letztendlich ist ein gewisser Jagd- und Kampfestrieb auch ein Zeichen dafür, dass die Katze noch gesunde und natürliche Instinkte hat und noch nicht zu einem laufendem Stofftier "verkommen" ist.
Ein Problem ist, beispielsweise, dass manche Katze beim Spielen die Krallen ausfahren und einem ziemlich weh tun. Das kann man ihnen abgewöhnen, indem man sofort mit dem Spielen aufhört, wenn sie die Krallen einsetzen. Meine Katze guckte mich dann immer etwas verwundert an und hielt ebenfalls inne. Dann habe ich ihre Pfote von meiner Hand geschoben, gewartet, bis die Krallen wieder drin waren, und dann weiter gespielt. Es hat etwas gedauert, aber inzwischen kann ich mich mit ihr prügeln ohne meine Finger zu riskieren.
Tritt die Aggressivität nicht nur beim Spielen auf, sondern auch in völlig anderen Situationen, darf man sich das keinesfalls gefallen lassen. Manchmal kommt es vor, dass einen die eigene Katze unvermittelt beißt oder kratzt. Dann muss man sich wehren und ihr zeigen, dass dies höchst unerwünscht ist, sonst wird sie es auch nicht lernen.
Eine sehr gute Möglichkeit, der Katze den Unwillen mitzuteilen, ist, sie so laut wie eben möglich anzufauchen. Ja, richtig fauchen. Ich weiß, es sieht etwas blöd aus, wenn ein erwachsener Mann im Flur steht und seine Katze anfaucht, aber es hilft. Die Katze weiß sehr genau, wie das zu interpretieren ist.
Mein Mitbewohner faucht seine Katze auch an, wenn sie an Türen kratzt oder sich anders daneben benimmt -- und es hilft.
Keinesfalls sollte man seine Katze schlagen. Niemals! Auch eine andere Art der Bestrafung, wie Futter- oder Liebesentzug lehne ich persönlich ab. Man muss sich vor Augen halten, dass man es mit einem Tier zu hat, dass ursprünglich mal ein Raubtier war und nur vom Menschen zu dem gemacht worden ist, was die Hauskatze heute ist. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass sie sich manchmal nicht so verhält, wie man es gerne hätte.
Man darf nicht vergessen, dass die Katze ein domestiziertes Raubtier ist und ein instinktives Aggressionsverhalten immer wieder auftreten kann. Wenn bereits das Muttertier aggressiv ist, kann man verstärkt davon ausgehen, dass auch die Nachkommen aggressiv werden. Wurden vom Muttertier sehr viel Unruhe und Aggressionen vermittelt, übernehmen die Kätzchen in der Regel diese Eigenschaften.
Aggressionen bauen sich im Laufe eines meist unglücklichen Katzenlebens auf, verursacht durch schlechte Haltungsverhältnisse und mangelnde Kenntnisse im Umgang mit Katzen. Eine von klein auf umsichtig und mit dem nötigen Verstand gepflegte Katze wird niemals eine aggressive Haltung gegen ihre Menschen einnehmen.
Das Fehlverhalten einer Katze sollte unbedingt mit einem Tierarzt besprochen werden. Es ist nicht auszuschließen, dass Aggression durch eine ernste Erkrankung und Schmerzen ausgelöst wird.
Liebe Grüße Rina
Sorry wegen dem langen Text ;-)