Tex, es tut mir sehr leid, dass Lady inzwischen gehen musste. Das allem voran.
Ich wollte mich zu den Tipps hier ansonsten nicht äußern, da dies Dein Thread ist und es ja speziell um Lady ging, derentwegen ich Dir meine Tipps auch ohne
Tierarzt gern weitergegeben habe. Da aber dieser Thread nunmehr zum
CNI-Beratungsthread avanciert ist und bei jedweder Gelegenheit darauf verwiesen wird, liegt es mir doch sehr am Herzen, auf einiges hinzuweisen bzw. einiges zu ergänzen.
Fangen wir an:
Vorab eine Warnung, BITTE BITTE macht das nie alleine, wenn ihr in der Materie nicht vorbelastet seid - ich habe mal als Tierarzt-Helferin gearbeitet und weiß noch so halbwegs was zu tun ist. Bitte immer mit eurem Tierarzt absprechen.
Diese Aussage von Tex möchte ich an dieser Stelle noch einmal dringlichst unterstreichen! Die hier gegebenen Tipps ohne
Tierarzt umzusetzen kann eure Katze nämlich grob gefährden und ihren Zustand sogar verschlimmern! Das betrifft insbesondere diesen Rat
Und besorg dir erst einmal Ipakitine und streu das übers normale Futter.
Ipakitine ist ein Phosphatbinder. Das heißt, er bindet den im Futter enthaltenen Phosphor, damit dieser dann im Körper gar nicht mehr erst aufgenommen werden kann. Bei einer Katze mit erhöhtem Phosphat im Blut ist dies natürlich angeraten. Anderenfalls übersäuert der kleine Organismus, es kann durch Ablagerungen von Calciumphosphat in den Gefäßen zu Krämpfen, Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen. ABER: der Körper benötigt Phosphor! Es ist unter anderem für Zähne, Knochen und Muskeln wichtig. Bei einem Phosphormangel kann der Körper auch das Calcium nicht ordentlich aufnehmen/verwerten, es kann zu Knochendemineralisierung und Muskeldegeneration kommen. Also zu den gleichen Symptomen, die auch bei einem Calciummangel auftreten. Neben den Absolutwerten von Calcium und Phosphor/Phosphat ist also auch das richtige Verhältnis beider Minerale von enormer Wichtigkeit, diese Werte müssen also stets im Auge behalten werden! Wenn man nun also verhindert, dass der Körper Phosphor aufnimmt, ohne dass ein Überschuss besteht, so erzeugt man den Mangel künstlich. Die Folgen kann sich jeder selbst ausrechnen.
An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass längst nicht bei jeder Katze eine
CNI mit einer Erhöhung des Phosphats einhergeht (zumindest über eine lange Zeit). Meine Gina zB hat noch immer einen Wert deutlich in der unteren Hälfte des Referenzbereichs. Das kann sich natürlich mit weiterem Fortschritt der Erkrankung ändern. Leider wird es nur oft so verallgemeinert, da es natürlich häufig vorkommt. Je nach Quelle wird hier von einer Quote von ca 50-60% ausgegangen.
Das Schlimme ist, das Infoblatt für Ipakitine berät über Vorbeugung und frühzeitige Behandlung. Dass Ipakitine nur angewendet werden darf, wenn Phosphat im Blut/Serum erhöht ist, kann bestenfalls zwischen den Zeilen herausgelesen werden. Daher: verwendet den Phosphatbinder nicht, ehe der
Tierarzt dies nicht anrät (und bitte lasst euch vom
Tierarzt nicht nur über eine Kristallkugel beraten, besteht auf einer Blutuntersuchung mit ALLEN Nierenwerten)!
Dann informiere dich zu SUC und fang damit schnellstmöglich an. Um so schneller hilfst du der Katze.
Die ganzen SUC Mittel bekommst du in der Apotheke oder in Onlineapotheken.
Der Einstieg in die SUC-Therapie, das betrifft die Intensität der Therapie, ist davon abhängig, in welchem Stadium sich die Krankheit befindet. Im Frühstadium steigt man (grob gesagt) auf einer der letzten Therapiestufen ein, im vorangeschrittenen Stadium auf einer der ersten. Man darf nie vergessen, dass Homöopathika nicht ungefährlich sind, wenn sie falsch angewendet werden, können auch sie mehr Schaden als Nutzen anrichten. Also lasst euch von eurem
Tierarzt oder einem Tiertherapeuten beraten, welche Stufe für eure Katze die richtige ist.
Eines ist von ganz immenser Wichtigkeit: ihr dürft bei Ubichinon und Coenzyme, ebenso bei Hepar ruhig zur Humanvariante greifen. Hier hat eine eventuelle Unterscheidung zwischen Human- und Veterinärpreparat in erster Linie rechtliche Gründe. Aber der Erfolg der Therapie ist ganz maßgeblich davon abhängig, dass ihr die Veterinärvariante (ad us. vet) der Komponente Solidago wählt! Hier ist die Zusammensetzung grob verschieden von der der Humanvariante; letztere hat auf Tiere KEINEN Effekt! Dies wurde mir in einer eingehenden Beratung durch die Firma Heel mitgeteilt.
Und zu guter Letzt (das hatte ich damals bei Tex bzw. Lady leider noch vergessen): auch wenn ein Tier selbst nicht zum
Tierarzt kann, weil es durch den Stress mehr Schaden nehmen würde als dass ihm der Besuch nutzt: es gibt eine Möglichkeit, um den Fortschritt der Erkrankung zumindest grob abzuschätzen. Sammelt Urin von eurem Tier ein, bringt es zum
Tierarzt, lasst folgende Parameter ermitteln: (1) spezifisches Harngewicht (Fähigkeit der Nieren zur Konzentration des Harns), (2) Urin-Protein/Kreatinin-Quotient (Vorhandensein oder Ausschluss einer Proteinurie), (3) Ph-Wert (zu saurer Urin deutet auf eine Azidose hin, diese wiederum kann auf eine Erhöhung des Phosphats hinweisen) - und lasst euch natürlich hinterher zu den Werten von eurem
Tierarzt beraten. Lasst euch ebenfalls eine Kopie der Ergebnisse aushändigen.
Wenn eurer Katze aber ein
Tierarzt-Besuch zuzumuten ist, dann verzichtet nicht aufgrund einer falschen Auffassung von Stressvermeidung und "mit den ganzen Tipps hier bekomme ich das auch so hin" auf eine Blutuntersuchung! Wie gesagt, als Laien könnt ihr damit mehr zerstören als helfen! Und das wollt ihr ganz sicher nicht. Und Krankheit, falsch oder gar nicht behandelt, kann für euer Tier weitaus mehr Stress bedeuten als eine kurze Untersuchung beim
Tierarzt.