Zuzenhausen. (kel/bs) Jetzt greifen die Behörden durch: Für den früheren Halter des Hundes "Joshi" und seine Familie gilt ein Tierhalteverbot. Auch die Katzen müssen aus dem Haus. Das verfügte das Landratsamt Rhein-Neckar. Wegen der besonderen Dringlichkeit, so Landkreis-Pressesprecher Berno Müller, gilt ein Sofortvollzug. Die Katzen müssen umgehend anderweitig untergebracht werden, ansonsten würden sie beschlagnahmt und ins Tierheim abgegeben. Der "Fall Joshi" kam auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung zur Sprache. Die Sorge von Bürgermeister Dieter Steinbrenner war förmlich zu greifen. "Es ist furchtbar, was da passiert ist", ließ das Gemeindeoberhaupt keinen Zweifel an der tiefen Missbilligung dieser Tierhaltung. "Aber die Sache darf nicht eskalieren", warnte er vor einem überzogenen emotionalen Widerhall. Die Gemeindeverwaltung werde mit vorwurfsvollen E-Mails bombardiert. Das ganze Dorf habe sich schuldig gemacht, meinen manche Autoren. Steinbrenner mahnte Sachlichkeit an: Die Betroffenheit dürfe nicht in Aggression umkippen. "Sehr wohltuend" sei im Gegensatz zu anderen Erfahrungen die Zusammenarbeit mit den Organisatoren der geplanten Mahnwache, meinte der Bürgermeister. Das lasse auf einen friedlichen und angemesssenen Verlauf der Veranstaltung hoffen.
Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft Heidelberg aufgrund der Ermittlungen der Polizei ein Verfahren wegen des Verdachts des Verstoßes des Tierschutzgesetz gegen den Hundehalter eingeleitet. Wie Oberstaatsanwältin Kerstin Anderson erläuterte, sei noch offen, ob es einen Gerichtsprozess oder einen Strafbefehl geben soll.
In dem Strafverfahren muss auch geklärt werden, ob im Frühjahr vorigen Jahres den Amtsierärzten der richtige Hund vorgeführt worden. Der Halter hatte damals dem Veterinäramt einen zwar leicht unterernährten, aber ansonsten gesunden und gepflegten Puli - so heißt die Rasse - präsentiert. Dass sich der Zustand des Tieres innerhalb eines guten Jahres derart verschlechtert haben soll, dass sich die Haare sich um seinen Körper schlangen und überlange Krallen ihm das Laufen unmöglich machten, lässt Hundekenner bezweifeln, dass es sich um den gleichen Vierbeiner handelt. Das verahrloste Tier, das posthum "Joshi" getauft worden war, war weder gechipt noch tätowiert.