Hallo Maexi,
Russian hat schon viel geschrieben - aber ich will meinen Senf da noch mal beisteuern ;-)
Vorweg zu den Begriffen: Züchter als solcher ist nicht geschützt ... gemeint sind damit aber in der Regel die, die in einem Verein züchten und eben Papiere für ihre Kitten bekommen.
Der Vermehrer oder Schwarzzüchter, wird sich nun selbst nicht mit einem dieser Begriffe betiteln - also muss ein anderer her - so entstand der Begriff des Hobby-Züchters.
Sie suggerieren damit, dass sie es - im Gegensatz zu den Vereinszüchtern - ja nur als Hobby betreiben (also zum Spaß) und unterstellen gleichzeitig damit, dass Vereins-Züchter daran verdienen. Das in Verbindung mit dem Preisunterschied (beim 'Vermehrer und beim Vereins-Züchter) - und schupps ... der ahnungslose Käufer glaubt es.
wenn ich Katzen züchte, was bezweck ich damit?
Wir machen das aus Freude - einmal einfach aus purer Freude an den Katzen, aber auch aus der Freude an der Herausforderung. Betreibt man Katzenzucht ernsthaft, dann ist es ein unheimlich anspruchsvolles Hobbys.
Was passiert nach zwei Jahren mit der Kätzin?
Ich weiß jetzt nicht genau, was du mit den zwei Jahren meinst - vermutlich meinst nach dem man eine Zuchtkatze kastriert hat?
Der Zeitraum kann sehr unterschiedlich sein - ebenso, wie die Gründe aus denen einen Zuchtkatze kastriert wird. Ich habe z.B. eine Katze nach zwei Würfen kastriert, weil sie eine Wehenschwäche hatte (als Anfänger habe ich es leider nicht nach dem ersten Wurf gerafft - sonst hätte ich ihr den zweiten erspart). Sie blieb bis zu ihrem Lebensende als Kastratin bei uns.
Eine Katze habe ich dieses Jahr nach fünf Würfen - im Alter von 7 kastriert. Sie ist ebenfalls noch hier. Eine Katze wurde bei uns nach zwei Würfen kastriert, weil sie in der Aufzuchtsphase für unglaublichen Stress in der Gruppe gesorgt hat und sowas ist als Zuchtkatze unbrauchbar. Sie lebt ebenfalls als Kastratin hier. Zwei Katzen habe ich nach einem bzw. zwei Würfen kastriert, weil sie in beiden Fällen ebenfalls für helle Aufruhr in der Gruppe gesorgt haben, in einem Fall kam noch hinzu, dass die Katze nicht so vererbte, wie ich es mir vorgestellt habe. Beide waren auch nach ihrer Kastration in der Gruppe nicht verträglicher und so habe ich tolle Plätze bei Liebhabern für sie gefunden. (ich könnte diese Liste jetzt noch etwas fortsetzen - aber ich glaube, für das Prinzip reicht es ;-)
Was bin ich, wenn ich 6 Muttertiere habe, die auch noch alle trächtig sind?
--- ich würde jetzt sagen reichlich unklug ... sowas wird ein vernünftiger Züchter kaum machen.
Und wenn ich dann höre, es bleibt vom Verkauf des Tieres nichts über, dann muss man mir mal erklären, warum man diese ganzen Strapazen auf sich nimmt.
Weil es das schönste Hobby der Welt ist ... und Hobbys nun mal Geld kosten
Wenn ich als Züchter einen bestimmten Zweck verfolge, besteht dann nicht die Gefahr, das die Zucht auf Kosten der Katze und Jungtiere geht?
Nicht, wenn man sich darüber vorher im Klaren ist und über das benötigte finanzelle Polster verfügt. Wer allerdings glaubt, mit Harz IV könnte man ordentlich Katzen züchten .... dann geht das mal mächtig in die Buxe.
Bestimmte Ressenmerkmale sind wichtig und werden bei einer Zucht bestimmt beachtet, was ist mit den Tieren, die diesen Standart nicht haben?
Jedes Kitten sollte schon dem Standard mehr oder weniger entsprechen - aber nur ganz wenige in einem Wurf sind richtig gut. Nur die ganz wenigen, die richtig gut sind, haben das Potenzial in die Zucht zu gehen - oder zu bleiben. Die übrigen gehen an Liebhaber. Und die sehen i. R. nicht, ob der Ohrenstand jetzt etwas zu klein, oder die Augen etwas zu wenig rund oder ein Schwanz etwas zu lang ist. Ganz im Gegenteil - ich stell immer wieder fest, dass oft mal genau die Merkmale sind, die Liebhaber ganz klasse finden (z.B. die Geisterzeichnung bei
Solid-Kitten)

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Grüße,
Nic