Hallo zusammen,
ich bin auch neu hier und wollte eigentlich nach Erfahrungen mit einem Geschirr für Katze fragen, bin aber über diesen Thread gestoplert und wollte auch was dazu erzählen.
Wir haben schon immer Katzen gehabt, ich kenne das gar nciht anders, von klein auf. Früher war es auch nie ein Problem, an Katzen zu kommen, denn die gab's hier auf dem Land ja mehr als genug. Niemand hat damals seine Katzen sterilisieren oder kastrieren lassen.
Das erste Mal bin ich mit dem Tierheim in Berührung gekommen, als ich ca. 25 war. In dem Fitnessstudio, in dem ich während des Studiums gejobt habe, war uns eine kleine Katze zugelaufen. Dort konnten sie sie nciht behalten udn haben sie ins Tierheim gegeben. Meine Eltern hatten damals unsere letzte, alte Katze verloren und meine Schwester und ich hatten beschlossen, ihnen eben diese Katze zu schenken. Wir sind also ins Tierheim und haben dort die Katze wieder abgeholt. Sie war in einem Zimmer zusammen mit ca. 20 anderen Katzen eingesperrt, es war dreckig, hat übelst gestunken und wir waren heilfroh, dass wir sie holen konnten. Natürlich mussten wir einen Vertrag unterschreiben, wurden darauf aufmerksam gemacht, dass man uns kontrollieren würde und als wir die damals 50,- DM bezahlt hatten, brachten wir den kleinen zu meinen Eltern. Es war Liebe auf den ersten Blick, das Tierheim hat sich nie bei uns gemeldet, und den Kater gibt es heute noch. Er ist mittlerweile 15 Jahre alt, kerngesund, ein Prachtkerl von Kater, der kommt und geht, wann er will, von herbst bis Frühling exklusiv bei uns lebt und im Sommer zwei Häuser weiter bei den Nachbarn. Alle hier kennen ihn, alle füttern ihn und er ist der Pascha hier.
Ist also alles gut gelaufen und obwohl wir damals entsetzt waren, wie es in dem
Tierheim aussah, haben wir vor ca. 1 Jahr beschlossen, für meine Mama (70 Jahre alt) wieder eine Katze aus dem Katzenhaus zu holen, nachdem mein Papa verstorben und sie sehr einsam war. gesagt, getan, ab ins Katzenhaus, dort Katze ausgesucht, die nicht bekommen, schließlich sei meine Mutter zu alt für eine kleine Katze. Aber wir könnten eine 1-jährige haben (ach ja, und dann ist das Alter kein Problem mehr??). Also gut, wir haben die dann genommen, dachten, jede Katze ist froh, da raus zu kommen. Wir selber haben noch eine Babykatze mitgenommen (obwohl wir schon zwei Katzen zuhause haben, eben den alten Kater und eine 10jährige Katze, die damals vor dem Haus gesessen hat, in das wir zur Miete eingezogen waren. Mager bis auf die Knochen, krank, mehrfach totgesagt, aber nach wie vor die Herrin im Haus!), mit Bindehautentzündung, total abgemagert, aber gut. Päppeln würden wir sie schon. Verträge unterschrieben, bezahlt und ab nach Hause. Mutter war total glücklich, meine Kinder total happy, alles gut.
Unsere Katze sollte im März letzten Jahres sterilisiert werden. Zu dem Zeitpunkt hat sie aber schon getragen, was wir nicht gleich bemerkt hatten ,weil sie eben so zart war. Nicht ideal, aber gut, nachdem wir hier immer Katzen hatten und wir die Babies in jedem Fall selber behalten hätten, würden wir keinen guten Platz finden, haben wir sie die Kleinen bekommen lassen. Das Katzenhaus war darüber informiert, natürlich nicht glücklich, aber sie sagten, wir sollten die Katze halt gleich nach der Geburt sterilisieren lassen. Ich sicherte ihnen das zu und für mich war das Problem erledigt, bzw. war ja nie eines gewesen.
Nun habe ich eine Klage am Hals, die Gerichtsverhandlung steht bevor und der Streitwert beträgt ca. € 12oo,-. Mir wir unterstellt, ich hätte von Anfang an gelogen, hätte geplant, mit der Katze zu züchten (sicher, jeder will mit einer normalen Hauskatze züchten:roll

etc. Ich wurde am Telefon angeschrieen, beleidigt, mir wurden Dinge unterstellt, man glaubt es nicht. Wegen einer Katze, der es total gut geht, die ein Leben hat wie Gott in Frankreich und die nie wieder ein
Tierheim von innen sehen wird, genau wie ihre Jungen. Es ist noch nie jemand zu uns gekommen, um sich persönlich ein Bild zu machen. Mittlerweile würde ich auch niemanden von dort mehr auf unser Grundstück lassen
Die Inhaberin des Katzenhauses, so weiß ich mittlerweile, ist jemand, der einen guten Teil der Katzen gar nicht vermittelt, weil sie sie selber behalten möchte - im Katzenhaus! Das muss man sich mal vorstellen. Zuhause hat sie selber um die 30 Katzen. Wenn jemand anderer soviele Katzen hält, kommt sofort der Tierschutz. Sie reagiert wohl immer wieder hysterisch. In meinen Augen ist die Frau fanatisch. Die würde eher eine Katze vor einem fahrenden Auto retten als ein Kind, so wie sie sich gibt.
Eine Kollegin meiner Schwester hat auch eine Katze aus dem Tierheim. Als sie von einer Mitarbeiterin kontrolliert wurde, attestierte diese ihr, die Katze würde nicht artgerecht gehalten, weil sie nicht ständig Zugang zu einem Napf mit Trockenfutter hat. Dass die Katze kein Trockenfutter mag und nur Dosenfutter frisst, interessierte niemanden.
Meine Mutter hatte sich lange überlegt, einen Hund aus dem Tierheim zu holen. Mehrere Leute, die
Tierheim-Erfahrung haben, haben ihr dringend davon abgeraten, weil sie sich dadurch nur Probleme aufhalsen würde.
Als wir im letzten Jahr beschlossen, uns einen Hund zuzulegen, wollten wir auch erstmal ins
Tierheim (da hatte ich noch nicht das Problem mit dem Katzenhaus). Ich habe dort mehrmals angerufen, keiner hat abgenommen (man sagte mir, als ich sie daraufhin ansprach, das Telefon wäre wohl irgendwie verschwunden...). Also sind wir direkt hingefahren. Es sind drei Mitarbeiter im Freien gestanden, zwei haben den Hof gefegt. Hereingelassen hat man uns nicht, denn es war keine Besuchszeit. Gut, dann ist es wohl nicht so brisant, Tiere vermitteln zu wollen. Sonst hätte man uns doch 5 Minuten einfach die Hunde zeigen können. Aber es ging einfach nicht. Wir haben dann einen Hund von privat geholt.
Vor Kurzem stand in unserem Lokalblatt ein Artikel über eine Familie, die, nachdem ihr Kater mit 13 Jahren gestorben war, eine neue Katze aus dem
Tierheim holen wollte. Sie haben keine bekommen, denn an dem Haus führet eine Straße vorbei. Keine Hauptstraße, sondern eine kaum befahrene Straße durch einen abgelegenen Weiler. Wie gesagt, ihre alte Katze hatte dort 13 Jahre gelebt. Das
Tierheim sagte, dass der Platz sicher traumhaft für eine Katze sei, sie aber zuviel Zeit und Geld investiert hätten und so die Katze lieber im
Tierheim behalten wollen.
Ich frage mich: selbst wenn die Katze wirklich überfahren würde, hätte sie dann nicht ein tausendmal schöneres Leben auf dem Land gehabt, in Freiheit (nicht im Käfig bzw. mehr als begrenzten Auslauf im
Tierheim) mit Mäusejagd, einer sie liebenden Familie und hundert Abenteuern? Nein, dann lieber im
Tierheim behalten.
Ich kann mich nicht nur wundern, ich bin stinksauer und werde sicherlich kein
Tierheim mehr betreten. Sicher gibt es
Tierheim, die anders sind, aber meine Erfahrungen haben mich komplett abgeschreckt. Kann es sein, dass manche Verantwortlichen schon solche Fanatiker sind, dass sie jeglichen Realitätsinn und gesunden Menschenverstand verloren haben? Ich kann das einfach nicht verstehen und bin mehr als enttäuscht.
Aber ich sehe, ich bin nicht allein, und genau das sollte doch eigentlich nicht der Fall sein, oder?
LG,
arturo