Hallo Frank,
die Trauer wird ewig bleiben. Die Frage ist nur, wie man damit umgeht.
Du wartest auf Zeichen, ob es ihnen wirklich gut geht? Vielleicht hast du diese schon bekommen und nur nicht wahr genommen, weil du nur den Schmerz zulässt und die Augen vor allem andren verschliest.
Meine über alles geliebte Sonic musste ich Anfang des Jahres auch gehen lassen.
Ich hatte sie im Oktober 2009 mit ca 10 Jahren aus dem Tierheim zu mir genommen.
Wir hatten nicht viel Zeit miteinander. Aber in dieser kurzen Zeit hat sie mir unendlich viel Liebe gegeben und mich immer zum lachen gebracht wenn ich mal nicht so gut drauf war.
Die kleinen Zeichen, dass es meiner Sonic gut geht, erkenne ich in vielen Situationen.
Ich habe diese Zeichen ab dem Moment wahr genommen, als ich mich entschloss, einer anderen Katze ein neues Zuhause zu schenken. Die Entscheidung war nicht leicht für mich, da ich das Gefühl hatte, ich übe Verrat an Sonic und sie denkt, ich wolle sie ersetzen.
So doof es sich jetzt anhören mag, aber ich saß jeden Abend auf dem Balkon, sah in die Sterne, und bat Sonic mir zu helfen die richtige Katze zu finden, und die richtige Entscheidung zu treffen.
Aus irgendeinem Grund ging ich in ein Tierheim von dem ich eigentlich nicht viel halte. Und aus einem Bauchgefühl heraus betrat ich ein ganz bestimmtes Katzenzimmer. Und dort saß Bonny. Eine Katze mit stumpfem Fell, Übergewicht und von den andren Katzen gemoppt.
Ich spürte, dass Sonic genau diese Katze für mich und Gismo (meine zweite Katze) ausgesucht hatte.
Auf den Tag genau, vier Wochen nach Sonics Tod, schenkte ich einer Katze, die in ihrem Leben schon viel durchgemacht haben musste, ein neues Zuhause. Und Bonny dankt es mir jeden Tag (genau wie Sonic damals).
Das nächste Zeichen war nur wenige Tage später. Ich hatte bei der Arbeit ziemlichen Stress und war kurz davor mich heulend in eine Ecke zu verkriechen.
In so einem Moment denkt garantiert niemand an seine verstorbene Katze. Aber plötzlich tauchte in meinem Kopf ein Bild von Sonic auf wie sie schnurrend auf meinem Schoß liegt und mich liebevoll, mit halb geschlossenen Augen, anschaut.
Mir lief ne Gänsehaut über den Rücken, aber es war in dem Moment so, als würde sie micht trösten wollen. Und genau das hat sie auch geschafft. Ich beruhigte mich wieder und konnte weiter arbeiten.
Immer wieder, gerade wenn es mir schlecht geht, denke ich jetzt an Sonic. Manchmal bewußt, manchmal aber denke ich grad nicht an sie und trotzdem ist sie plötzlich da.
Sie zaubert mir dann immer ein Lächeln ins Gesicht. Es ist, als wäre sie noch da um mich zu trösten und mir zu zeigen, dass es mir genau so gut gehen soll wie ihr.
Verschließe also nicht die Augen vor den kleinen Zeichen.
Im übrigen bin ich schon vor vielen Jahren aus der Kirche ausgetreten. Und ich glaube auch nicht an Spukerscheinungen oder so.
Ich erwähne das deshalb extra, damit hier niemand denkt ich sei ein religiöser Spinner oder so.