AW: Thread gegen Einzelhaltung von Katzen
Ich denke, dass man Katzen einfach nicht einzuordnen sind in das dichotome Denken von Rudeltier vs. Einzelgänger (was Leyhausen ja super gut beschreibt). Katzen sind soziale Tiere, aber eben keine Rudeltiere wie Hunde es sind. Das heißt aber noch lange nicht, dass Katzen Einzelgänger sind! Sie organisieren ihre Beziehungen nur wesentlich flexibler, offener und situativer (sprich keine starren Hierarchien). Diesem Muster sind auch unsere Hauskatzen eigentlich treu geblieben, oder?
Katzen brauchen also soziale Kontakte mit ihresgleichen - entweder durch den Freigang, bei dem sie mit anderen Katzen Kontakt haben, oder aber durch einen Artgenossen, mit dem sie zusammenleben dürfen. In der Regel werden auch in einer Wohnung Kleinstreviere festgelegt, in denen der eine bzw. an einer anderen Stelle der andere die "Hoheitsrechte" hat. So stelle ich auch immer fest, dass bestimmte Schlafstellen dem einen oder dem anderen "gehören", dass sich in einzelnen Räumen gewisse Verhaltensmuster gemäß einer Hierarchie bilden, die im anderen Raum wieder umgekehrt wird. Andere Teile der Wohnung werden wiederum brüderlich geteilt und gemeinsam verwaltet.
Unser erstes Katzenpärchen: Beide waren Freigänger, damals war es noch nicht so gefährlich, in der Innenstadt durch die Gegend zu streifen. Der Innenhof bzw. der Garten neben dem Haus waren Treffpunkte der örtlichen Katzen. Und wir hatten damals in der Regel 12 bis 15 Katzen täglich da, die miteinander gespielt und geschmust, sich verprügelt und gepflegt haben, miteinander um die Häuserblocks gezogen sind, sogar "gemeinsam" auf die Jagd gegangen sind (gefressen wurde alleine, okay). Richtige Katzenfreundschaften, aber eben auch Tiere, die sich nicht sehr gut leiden konnten. Einzelgänger stelle ich mir aber ganz anders vor!