Teufel hat sich UNS ausgesucht. Der war schon hier im Revier als wir einzogen, hatte keine Bleibe und hat im letzten Winter oft traurig und durchfroren durch die Terassentür geschaut. Aber immer wenn ich aufstand und zur Tür ging lief er weg. Irgendwann kam er näher, ließ sich Füttern, dann streicheln und zog irgendwann hier ein. Er war furchtbar dünn, hatte ca 30 Zecken und struppiges Fell.
Hätt ich ihn draußen seinem Schicksal überlassen sollen???
Jetzt hat er ein Zuhause, 6 Kilo, glänzendes Fell, keine Zecken und keine Eier. Er ist ein glücklicher kleiner Kater, der sogar angefangen hat zu spielen. DAs kannte er nicht. Er wird, so sehr mich der Gedanke auch zerreißt, unsere letzte Katze sein, das steht fest. Aber er lebt hier schon ne Weile und wirds hoffentlich weiterhin tun. Sollte sich noch ein Streuner einfinden kriegt auch der ein Zuhause. Nur eine Anschaffung aus eigenem Antrieb wirds nicht mehr geben, das ist zwei mal schiefgegangen und die Vorwürfe, dass man am Tod der Miezen eine Mitschuld trägt, mache ich mir wahrscheinlich mein ganzes Leben. Lucy hatte ich seinerzeit im Dienst gefunden, ausgesetzt kurz nach Weihnachten in einem Hochhaus. Ich konnte die Kleine an dem Abend nicht im Tierheim abgeben sondern hab sie nach Hause gebracht. Das war der erste Einsatz in meinem Leben bei dem ich Emotionen empfand und richtig helfen wollte. Umso Schlimmer war der Verlust. Dann kam Paul, der sollte ins Heim weil die Besitzerein ihn aus Angst vor Vergiftung durch Nachbarn weggeben wollte. HIer mache ich mir die meisten Vorwürfe, Paul haben wir angeschafft obwohl wir die drohende Gefahr sehr wohl einzuschätzen wußten....
Egal was man macht, es ist immer falsch. Freigang ist gefährlich, Gehege noch egoistischer als Wohnungshaltung. Da rennt die Maus sozusagen draußen vor der Nase vorbei.