Gute Nacht mein Hundebruder,
ich wär gern bei Dir gewesen heute Abend.
Was bist Du mir manchmal auf den Nerv gegangen. Was hast Du meine Tränen oft abgeleckt.
Hast Dich geweigert auch nur einen Millimeter von mir weg zu gehen, da konnte Mama Dich locken wie sie wollte. Du wolltest zu Hause bleiben bei mir. Nach jeder Trennung, nach der ich mich zu Hause verkroch.
Bei jeder Migräne, die mich ins Bett zwang. Bei der Lungenentzündung im Januar.
Wir haben getobt und Du hast mir die Lippe dick und
blau gehauen.. und das Auge mit Deinem riesigen Dickkopp. Hast mucksmäuschenleise Fleischwurst aus meiner Hand gefressen, wenn ich in der dunklen Küche am Kühlschrank stand. Kein bisschen geschmatzt. Damit Mama im Wohnzimmer nichts hört. Und dann ohne Lippen zu lecken zurück auf's Sofa. Ich weiß nicht, wer von uns unschuldiger aussah.
Du hast mir keine Sekunde Ärger gemacht. Waren wir allein spazieren und ich hatte die Leine nicht an Dir.. ein Ruf nur und Du hast auf Deinem Hintern gesessen. 10 Meter vor dem Reh im Gebüsch.
Den Kopf in der Plätzchenschüssel hängend, laut schmatzend an Weihnachten. Kathrin hat Dich überrascht.
Wir haben's Mama erst verraten als sie sich bereits gefreut hatte, wie fleißig wir Plätzchen gegessen haben und grade selbst in die Schüssel griff.
Bruderpuh mit der Wechselnase - im Winter hell wie Marzipan und im Sommer haselnussbraun - verdammt, ist das schön mit Dir gelebt zu haben.
Ich hab Dich lieb - so wahnsinnig.
Wenn Du magst, komm wieder. Irgendwann. Cayla hat Dich bewacht, als Du über die Brücke getapst bist.
Und sie wird Dich von Herzen gern auf die Welt bringen, wenn Du soweit bist.
Mach's gut, Großer.. Du Kälbchen.