Hallo an alle!
Ich frage mich, woran es liegen kann, dass unsere Katze sich so verändert hat. Ich befürchte ja, dass sie mal wieder rollig ist, weil sie auch viel markiert. Allerdings ist sie nicht am rummaunzen, rumrollen und Po-präsentieren wie die beiden letzten Male... vll dauerrollig?
Aber erstmal eine kurze Vorgeschichte:
Wir haben unsere beiden, Luzifer und Maggie, vor etwa 10 Monaten von einem Freund übernommen, da er kaum noch Zeit für sie hatte.
Der Kater Luzi ist ein eher gemütlicher
BKH-Mischling, 7 Jahre alt, 5,5kg, kastriert, lässt sich gerne bürsten. Maggie ist das totale Gegenteil: eine total zierliche 2,4kg-Hauskatze, noch nicht kastriert, steht auf Jagdspielchen. Die Kastration wollen wir noch erledigen, aber sie ist dermaßen wild und unternehmungslustig, dass wir Angst haben, sie könnte sich nach der OP zu schnell wieder klettern wollen.
Auf jeden Fall wollten wir mit der Kastration warten, bis wir der Meinung sind, genug Kontrolle über sie zu haben, um sie von ihrer Seite aus auch ein paar Tage verhätscheln zu dürfen. Im Juni könnte das klappen, da haben wir auch beide Urlaub.
Sonst haben wir keine Haustiere, und die zwei scheinen sich auch sichtbar wohl zu fühlen. Rauslassen geht aus verschiedenen Gründen leider nicht, aber sie haben hier viel Platz und sind auch als Wohnungkatzen aufgewachsen.
Was meinen Partner und mich jetzt verwirrt, ist, wie Maggie sich seit etwa zwei Wochen verhält. Sie wollte immer viel mit uns spielen, aber kaum gestreichelt werden. Auf den Arm genommen zu werden mag keiner von beiden.

Ab und zu mal eine Kabbelei mit Luzi, sonst war sie zwar aktiv, aber recht ausgeglichen.
Auf einmal jetzt will sie ständig gekrault werden und ist total anhänglich geworden. Sie legt sich dann neben einen von uns auf die Couch, Füße in die Luft wie ein toter Käfer und lässt sich auch mal gerne eine halbe Stunde am Stück Kopf und Kinn kraulen. Nicht selten schläft sie dabei sogar ein. Das ist ja auch sehr schön, wir sind froh, dass sie uns inzwischen so vertraut. Aber die Schattenseite ist, dass sie auch gleichzeitig aggressiver und unberechenbarer wurde. Ich kraul sie zB am Kinn, plötzlich schnappt sie nach mir und faucht mich an. Als sie das gestern machte, habe ich wie immer in meinem strengsten Tonfall "Nein!" gesagt und bin aufgestanden, um mir einen Kaffee zu holen. Schluss mit Schmusen dann eben. Rennt sie mir doch glatt hinterher und schnappt nach meiner Ferse!
Als sie sowas das erste Mal machte, dachte ich, wir hätten beim Kraulen vll eine dumme Stelle erwischt und sie sich erschreckt. Aber in dem Fall hätten wir die Stelle schon längst gefunden.

Oft schießt sie auch ganz plötzlich dabei hoch und stürzt sich auf den Kater, wenn er beim Schmusen in ihr Sichtfeld kommt, als wäre sie eifersüchtig. Sie erschrickt ihn kurz und kommt dann wieder zurück zum weiter-gekrault-werden. Wenn Luzi allerdings weiterhin in Sichtweite kommt, wiederholt sie diese Mini-Angriffe auch. Luzi ist davon nicht aus der Fassung zu bringen, wir sehen ihn aber leider auch immer weniger.
Im Grunde ist es, als hätte sie auf einmal beschlossen, uns ganz für sich alleine zu wollen. Da sie dabei so unberechenbar ist, und man ja nicht immer die Hände frei hat, um mit ihr zu spielen oder zu schmusen, kann das ganz schön nervig sein. Außerdem zieht Luzi sich immer mehr zurück, weil die beiden scheinbar kaum noch zusammen spielen. Und wenn er ankommt, um sich bürsten zu lassen, ist sie auch gleich dabei.
Meint ihr, diese besitzergreifende, fast schon bipolare Verhalten, hat etwas damit zu tun, dass sie noch nicht kastriert ist? Habt ihr schon Erfahrung mit solchen Verhaltensänderungen? Am liebsten würde ich sie ja rauslassen, damit sie etwas stärker ausgelastet ist, aber es gibt keine Möglichkeit, dass sie alleine rein und raus könnte... und wir haben zu unregelmäßige Schichten auf der Arbeit, um da eine gewisse Regelmäßigkeit zu etablieren.