Ok, ich wollte eigentlich auch auf den anderen Post von Rhiannon eingehen, jetzt muss ich aber erst einmal hierzu was schreiben, weil mein Blut gerade echt in Wallung ist. Vielleicht finde ich ja später nochmal Zeit für den Rest.
Du kastrierst ja kein 12-14 Wochen altes Kitten. [...]
Oh, und wie ich das tue (getan habe). Ok, ich geb zu, 14 Wochen waren die Minis nicht, aber 15 oder 16 Wochen, weiß ich gerade nicht mehr genau. Fakt ist, sie sind hier kastriert ausgezogen und unkastriert würde hier auch keine Katze das Haus verlassen.
[...] Lass es mal alles drum und dran (Elterntier nicht eingerechnet) 150 sein, aber mehr wird die Aufzucht nicht kosten. Es sei denn es gab irgendwelche Probleme und du musst Milch zufüttern oder so.
Ach, ich lüge also. Ok, gut zu wissen.
Also, dann mach ich mal meine Rechnung auf:
- 70€ Impfungen pro Kitten (ein Kitten gehört vernünftig grundimmunisiert, bevor es sein gewohntes Umfeld verlässt. Das bedeutet MINDESTENS 2 Impfungen, nach heutigem Stand eher 3, oder man verschiebt den Zeitpunkt der Erstimpfung nach hinten, wenn man weiß, dass die Mutter durchgeimpft ist und dementsprechend viele Antikörper an die Kitten weitergibt.
- 70€ Kastra pro Kitten (Weil es Jungs waren, bei einem Mädel hätte die bei meiner damaligen
Tierarzt 113€ gekostet.)
(ach du Schreck, jetzt hab ich doch glatt nur noch 10€ für die Versorgung. Mist.)
- ca. 200€ Futter und Streu Kosten (rechnet sich daraus, dass ich ca. 50€ pro Katze, pro Monat an Kosten hier habe. Die Minis haben mit ca. 4 Wochen angefangen zu fressen und sind mit 4,5 Monaten hier ausgezogen. Die Rechnung ist so eigentlich noch ganz nett, weil die innerhalb kürzester Zeit angefangen haben mir die Haare vom Kopf zu fressen und manchmal gut und gerne das Doppelte von dem vertilgt haben, was meine Großen so essen.)
So, da sind wir jetzt schon bei 340€.
dann kommt noch dazu:
- Pelle hatte bevor er die Augen geöffnet hat eine Entzündung in einem Auge (
Tierarzt, Medis)
- die Katzen waren zwischenzeitlich krank, hatten Durchfall (
Tierarzt, Kotuntersuchung, Medis, Hausbesuch der
Tierarzt-Helferin)
- Mäuschen hat mir Flöhe mit ins Haus gebracht (
Tierarzt, Medis, Wohnungsbehandlung)
- Mama Mäuschen wurde wenigstens noch auf
FIV und
Leukose getestet (das mindeste, was wir bei ihr machen konnten, um wenigstens auszuschließen, dass die Minis mit einer solch schweren Erkrankung ausziehen).
- Mäuschen hatte eine Entzündung der Milchleiste (
Tierarzt, Medis)
- solche Sachen wie Aufzuchtmilch, eine Notfallspritze vom
Tierarzt, Waage, Einlegeunterlagen für die Wurfbox, saubere neue Handtücher und was weiß ich noch alles waren natürlich alle schon VOR der Geburt angeschafft, weil man das nicht machen kann, wenn der Notfall dann eintritt, denn dann braucht man es und hat keine Zeit es erst zu besorgen.
So, da sind keine Kratzbäume, keine Leckerlis, kein Verschleiß an Möbeln, nicht der Kratzbaum, den ich extra für die Kitten gekauft habe, nicht die Wurfbox, die wir für die Mäuse gebastelt haben, nicht die Impfungen und die Kastra von Mama-Katz usw. mit eingerechnet.
Aber sicher, man kann das sicher auch alles für 150€ pro Kitten machen. Prima. Dann sind wir dann genau bei den tollen Vermehrerhaushalten. Da spart man dann mal schön an den Impfungen, Kastra braucht eh kein Mensch, Futter nehmen wir das Billigste und raus fliegen die Katzen dann bitte so früh wie möglich, denn sonst werden die Kosten auch mit dem billigen Futter ganz schnell dann doch hoch.
Stichwort Zuchtvereine: Deutschland liebt Vereine! Und einen Verein gründen ist total einfach, ich habe selbst mal einen Sportverein gegründet: Finde sechs Mitstreiter. Lade aus dem Internet eine Mustersatzung herunter, passe sie an deinen Vereinszweck an. Mache eine Gründungsversammlung, wähle einen Vorstand und protokolliere das. Geh mit Satzung und Protokoll zum Amtsgericht, zahle eine Gebühr, fertig ist der Verein. [...]
Stimmt schon. Und weil so heute nun einmal die Gesetzeslage ist, ist es umso wichtiger sich die Züchter genau anzuschauen. Aber ohne Verein geht es einfach nicht, weil es ohne eine Organisation, die sich um die Stammbäume kümmert einfach nicht funktioniert mit dem seriös.
[...] Warum kostet Aufzucht eines Kitten 400 Euro? Ich spekuliere mal: Da wird alles rund um die Haltung der Elterntiere reingerechnet (deren Futter, deren Tierarzt-Kosten, Brutto-Mietkostenanteil für das Katzenzimmer, neuer Edelkratzbaum, Fahrt zu Ausstellungen usw.). Vielleicht kann das mal jemand, der züchtet, bestätigen.
Damit wir hier von der gleichen Sache sprechen:
Ich habe oben nicht von einer Zucht, bzw. einer Zuchtkatze gesprochen. Mein Mäuschen ist als Pflegekatze drei Tage vor der Geburt der Minis bei mir eingezogen, weil ihr Ex-Besitzer sie hochtragend bei seinem Umzug einfach zurückgelassen hat.
Und was ich auch noch erwähnen möchte, damit es hier nicht falsch rüberkommt. Wie gesagt, Mäuschen war eine Pflegekatze. Das bedeutet, die Kosten für Impfung und Kastra hätte der Verein getragen, wenn es hier nicht ganz tolle Menschen gegeben hätte, die sich als Impf- und Kastrapaten zur Verfügung gestellt haben. Ist also nicht so, dass ICH auf diesen ganzen Kosten sitzen geblieben wäre.
Allerdings wird das kaum so ablaufen, wenn man sich aktiv dazu entschließt Katzen zu vermehren. Da wird keiner kommen und einem einen Teil der Kosten abnehmen ;-).
Edit: Wie immer war ich mal wieder unglaublich langsam.
Ach herrje, ja was hab ich da denn alles vergessen.
Selbstverständlich wurden die Minis auch entwurmt, sind gechipt hier ausgezogen, haben ein Starterpaket mitbekommen, wurden von uns in das 400 km entfernte neue Zuhause gebracht (wo ich natürlich VOR dem Umzug schon einmal war, um mir anzuschauen wer denn da Interesse an meinen Minis hat.) Weiß der Geier, was ich noch alles vergessen habe.