'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft

Diskutiere 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; Ja, das ist doch bekannt - warum auch immer das jetzt ein Problem sein sollte: Noch mal - wenn du den Thread aufmerksam gelesen hast, weißt du...
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #1.121
Stichwort Zuchtvereine: Deutschland liebt Vereine! Und einen Verein gründen ist total einfach, ich habe selbst mal einen Sportverein gegründet: Finde sechs Mitstreiter. Lade aus dem Internet eine Mustersatzung herunter, passe sie an deinen Vereinszweck an. Mache eine Gründungsversammlung, wähle einen Vorstand und protokolliere das. Geh mit Satzung und Protokoll zum Amtsgericht, zahle eine Gebühr, fertig ist der Verein. Praktisch ist dann noch der e.V.-Status, den gibts beim Finanzamt. So kann jemand jederzeit auch einen neuen Rassekatzen-Zuchtverband gründen. Den Käufer der Kitten beeindruckt ein geschickt gewählter Vereinsname, was an Seriosität und Kompetenz dahintersteckt, weiß er nicht und kann er kaum recherchieren. [...]
Ja, das ist doch bekannt - warum auch immer das jetzt ein Problem sein sollte:

Noch mal - wenn du den Thread aufmerksam gelesen hast, weißt du doch, dass wir immer und immer und immer wieder darauf hinweisen, dass man sich einen SERIÖSEN und VERANTWORTUNGSVOLLEN Vereinszüchter suchen soll, das beinhaltet doch, dass der nicht in einem Larifari-Verein ist, dessen Statuten alles erlauben (und selbst WENN, ist es doch am ZÜCHTER, dass sich das nicht negativ auf die Katzen auswirkt!).
Selbst wenn ich vielleicht in einem Verein wäre, der eine Abgabe der Kitten - warum auch immer - mit acht Wochen zuließe, zwingt mich dieser Umstand doch nicht, das auch tatsächlich zu TUN...

Der Verein an sich ist eine Organisation, der ich mich anschließe, um meine Stammbäume zu haben und in dem ich mich vielleicht beraten lassen kann (und den ich FREI wählen kann, ich muss also auch keinen solchen verein wählen).

Vielleicht mal ein anderer Vergleich: Wenn ich z.B. eine Sportart (Schwimmen, Leichtathletik, Tennis etc.) betreiben möchte und mir einen Verein suche, damit bei den Wettkämpfen starten kann, hat es doch nichts mit dem Verein zu tun, welche (sportliche) Leistung ICH erbringe.

[...] Warum kostet Aufzucht eines Kitten 400 Euro? [...]
Wo liest du das?
[...] und dann musst du mal 200-300 Euro Aufzuchtskosten rechnen [...]
und ja, das halte ich für realistisch. Natürlich sind da anteilig Spezialfutter für Mutter und Kitten drin, das Extrastreu etc. drin - warum denn auch nicht? Wenn ich eine CD kaufe, zahle ich doch auch nicht nur die Presskosten oder ein Gemälde, dann sind wohl die Herstellungskosten nicht das, was das Bild kostet. Warum muss eine Katze NUR das kosten, was ich nachweisbar reinstecke? Wieso wird die Zeit, die Liebe, das Wissen (was wieder der Zeitfaktor ist, sich das anzueignen), welche ein Züchter in das Tier stecken, nicht honoriert werden?

Und ich wiederhole es gerne noch einmal, scheinbar ist es ein paar Seiten zuvor überlesen worden:

Und wieder sage ich - schaut euch nach 'seriösen' Vereinszüchtern um... Wer mir kein Gesundheitszeugnis für das Kitten anbietet, den würde ich nicht als seriös bezeichnen und bei dem würde ich zumindest auch keine Kitten kaufen.

Viele Käufer haben leider immer noch nicht begriffen, dass SIE eigentlich diejenigen sind, die den Markt bestimmen. Wenn sich die Leute mal informiernen würden und darauf bestünden, dass z.B. bestimmte Gesundheitstest standardmäßig durchgeführt werden müssten und nicht mehr bei Leuten mit dubiosen 'Zuchtprkatiken' kaufen würden, gäbe es solche Vermehrer auch zunehmend weniger.
Wie Gesine schon schrieb, ziehen sich aber genau deshalb viele wirklich verantwortungsvolle Züchter aus dem Geschäft zurück, weil sie auf ihren gut sozialsierten und gesundheitlich hervorragend versorgten und gezüchteten Tieren sitzen bleiben bzw. sie selber behalten müssen, da sie keine geeigeneten Adoptiveltern finden. Da es ihnen nicht egal ist, an wen sie die Tiere herausgeben (eben nicht 'aus-den-Augen-aus-dem-Sinn'), stellen sie, pflichtbewusst wie sie sind, lieber die Zucht ein, als den Markt weiter zu überschwemmen, was allerdings dazu führt, dass es immer mehr der Schmuddelzüchter gibt, denen vieles egal ist.

Es ist doch an UNS LIEBHABERN, diesen Kreis zu unterbrechen, aber wenn sich die Leute immer erst NACHDEM sie irgendwie reingefallen sind, erkundigen oder gar, wenn sie recht gesunde Kitten erhalten haben (denn schließlich hat nicht jeder Vermehrer kranke Tiere), das Ganze auch noch schönreden und sagen, Papiere für ihre 'Rassekatze' brauchten sie nicht, das sei ihnen nicht wichtig, wird sich daran nichts ändern.

Und noch einmal: Bitte sucht euch SERIÖSE Vereinszüchter (denn natürlich gibt es auch hier unseriöse, die unter dem Deckmäntelchen der Vereinszugehörigkeit ihre Spielchen treiben, zumal Verein nicht Verein ist!), erkundigte euch VOR der Anschaffung eines Tieres genau und FRAGT bei erfahrenen Menschen (z.B. in VERSCHIEDENEN Foren, glaubt nicht der ersten besten Internetseite, recherchiert) NACH, lieber einmal mehr!!!

Du kastrierst ja kein 12-14 Wochen altes Kitten. [...]
Doch, wieso denn nicht - viele der Kitten werden mit 14-16 Wochen kastriert und verlassen genau so den Züchterhaushalt, was zum einen den Stress für die Kleinen minimiert (sie stecken die OP besser weg als ältere Tiere, da sie weniger Narkosemittel brauchen, der Schnitt ist kleiner und heilt schneller, es gibt noch wenig Bauchfett, durch das man durch muss etc., sie gesunden im gewohnten Umfeld im Kreise der Familie etc.), zum anderen verhindert, dass sie eben doch zum vermehren missbraucht werden.
 
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft

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  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #1.122
Du kastrierst ja kein 12-14 Wochen altes Kitten. Lass es mal alles drum und dran (Elterntier nicht eingerechnet) 150 sein, aber mehr wird die Aufzucht nicht kosten. Es sei denn es gab irgendwelche Probleme und du musst Milch zufüttern oder so.

Hm... meine Katzen sind beide aus dem Tierschutz und wurden mit 12 Wochen kastriert.
ALLE Katzen aus dieser Tierschutzorga werden dort frühkastriert. Natürlich nicht die, die man erst mit 2 oder 3 Jahren dort aufnimmt, das wird dann aber so bald wie möglich nachgeholt.

Die Anschaffung meiner Rassekatzen war nichts im Gegensatz zu dem, was ich innerhalb eines halben Jahres für die Behandlung meiner zwei (völlig von der Rasse unabhängig erkrankten) Tieren hinlegen musste und was ihnen leider trotzdem nicht geholfen hat.

Jepp, mein Edward ist eine EHK ("normale europäische Hauskatze :mrgreen:) und für seine Behandlung habe ich bisher soviel investiert, dass ich hier locker 3-4 Rassekatzen rumlaufen lassen könnte.
Wobei seine Epilepsie nichts damit zu tun hat, dass er eine EHK ist. Wie bei Krebs oder FIP ist auch Epilepsie eine Krankheit die leider jede Miez treffen kann. Unabhängig von ihrer Rasse oder eben "Nichtrasse" :-(

Und... keine Ahnung, vielleicht bin ich wirklich zu 'naiv', oder ihr seht es etwas zu eng mit all den Tests und Aufzuchtkosten. Früher hat man ja auch Tiere aller möglicher Arten gezüchtet ohne Blut- und Gentests. Menschen machen solche Tests ja auch nicht vorher, bevor sie sich fortpflanzen.

Weil Katzen nun mal Katzen sind und Menschen sind Menschen ;-)
Menschen pflanzen sich in der Regel aus emotionalen Gründen fort, weil sie einen Traummann/Traumfrau kennenlernen, mit dem/der sie ein Kind haben möchten, eine Familie gründen wollen.
So denken und fühlen Tiere aber nicht. Eine Katze wird nie denken "hey, das ist aber ein cooler Kater, er hat zwar keine guten Gene, aber das ist ein echt heißer Typ" ;-)

Und ja, natürlich gibt es auch Menschen die aufgrund bekannter Erbkrankheiten in der Familie im Vorfeld Tests machen lassen.
 
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #1.123
Was die Kosten angeht:

Extrafutter inkl teurer Aufzuchtsmilch ad libitum der Mutter, damit MEIN Kitten genug Milch bekommt. Hochwertigstes Zusatzfutter ab der 4. bis 5. Woche (für mich selbstverständlich sehr gutes Nassfutter und BARF) bis zur Abgabe (selbstredend so viel, wie die kleinen Raupen wollen) plus ein Goodiepäckchen für die ersten Tage. Kotprobe und evtl Entwurmungskosten (ich entwurme auch erwachsene Katzen nicht einfach mal ohne Grund, sondern lasse testen - ohne Wurm keine ENTwurmung), ggf mehrfach. Mit 12 Wochen die Kastration (je nach Geschlecht teurer oder günstiger). Impfungen. Chip. Registrierung bei Tasso und im Haustierregister via Tierarzt. Streu. Bürsten, Spielzeuge, Kratzmöbel extra für Babies (wie schnell sie sich ein Bein brechen oder Schlimmeres, hab ich leider schon erlebt, daher käme bei mir kein Deckenspanner oder ähnliches in die Nähe kleiner Kitten). Ein Babyauslauf, weil sie mit dem Platz einer ganzen Wohnung maßlos überfordert wären und man sich selbst keinen gefallen tut, wenn man laufend Babies einsammelt.

Das zu einem Wurf, bei dem nichts passiert. Kein DF, kein Schnupfen, nichts.

Ich hatte Pflegis, die mich pro Nase monatlich 80€ nur an Futter kosteten. Mehr, als meine damals 5 großen zusammen. Es gab Katzen, die haben mir in kürzester Zeit Gardinen, Sofas (Plural!) und andere Gegenstände zerfetzt und zerfressen, haben mir einen Holzwindfang zerkaut als die Zähnchen kamen, haben Parkettboden ruiniert als die Mama sie verschleppte und ein mal Pipi daneben ging, haben mich nachts zur Klinik fahren lassen weil ein Pups quer saß (ja, wirklich).... Alleine nach der Geburt musste ich beim letzten Wurf täglich eine Maschine Kochwäsche waschen. Strom, Wasser, Waschmittel und Entkalker, zusätzlich zum Verschleiß der Maschine.... Und dabei bin ich nicht mal Züchter, ich war nur Pflegestelle.
 
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #1.124
Nee EKH wäre dann ja schon ne Rasse, und bei dem was ich meine, kämen ja auch kunterbunte Mixe heraus. [...]
Und du riskierst, dass sich Erbkrankheiten, die innerhalb der Rassen schon ganz gut im Griff sind, wieder multiplizieren können... Kunterbunt sind dann nämlich nicht nur die Farben der Katzen, sondern auch ihr Erbgut - und nein, das muss nichts Gutes sein.

[...] Und... keine Ahnung, vielleicht bin ich wirklich zu 'naiv', oder ihr seht es etwas zu eng mit all den Tests und Aufzuchtkosten. Früher hat man ja auch Tiere aller möglicher Arten gezüchtet ohne Blut- und Gentests. Menschen machen solche Tests ja auch nicht vorher, bevor sie sich fortpflanzen. [...]
Nein, man hat sie nicht gezüchtet - man hat sie vermehrt und gehofft, dass was bei rauskommt - ich erinnere mich noch sehr lebhaft an die hohe Sterblichkeitsrate der Nachbarskitten "früher" - auf den Bauernhöfen ringsrum war die Fluktuation der Population doch erschreckend. Wer nicht gesund war, starb halt bzw. kamen einst trächtige Katzen oft genug gar nicht mehr oder ohne Kitten zurück - wenn das dein Idealbild von Zucht ist, werden wir nicht zusammenkommen.

[...] Wenn ich jetzt beispielsweise meine Lizzy nicht kastriert hätte und sagen würde, ich möchte Kitten "züchten", und mir dann über ein entsprechendes Forum, den Tierschutz oder sonst wo einen passenden Kater suchen würde, Mitglied in so einem Verein würde, mein Vorhaben registrieren lassen würde, alles über die Aufzucht in Erfahrung bringen würde und dann Lizzy von Kater XY decken lassen würde, wie groß wäre dann die statistische Wahrscheinlichkeit, dass sie irgendwo verwandt wären und das gleiche rezessive Gen für eine gefährliche Erbkrankheit in sich trügen? [...]
Genau, wie hoch wäre diese? Genau das ist die Frage - und die Antwort ist: Du weißt es definitiv nicht - und einfach mal anzunehmen, dass deine Katze keine rezessiven Gene trägt, die mit dem Kater kombiniert - 'explodieren', finde ich ziemlich fahrlässig - davon abgesehen, welcher Verein sollte eine solche Verpaarung genehmigen? Das ist ja ein Widerspruch in sich - dann müsstest du tatsächlich deinen eigenen Verein gründen :mrgreen:.

[...] Meiner Meinung nach genauso klein wie wenn ich morgen meinen "Traummann" treff und mit ihm ein Kind zeuge. [...]
Nun ja, ich kenne genug Menschen, die über ihre genetischen Dispositionen durchaus Bescheid wissen und da kein 'Russisch Roulette' mit der Gesundheit ihrer Nachkommen spielen und sich sehr wohl im Vorfeld über diverse mögliche Probleme schlau machen (z.B. mit Hilfe von Gentests).

[...] Ach ja, und wegen den Anschaffungskosten und dem Argument, dass wer sich das nicht leisten kann, sich später auch die medizinische Versorgung nicht leisten kann: Seh ich anders. Die 1300 euro kann ich statt sie für die Anschaffung eines Prestigeobjektes auszugeben aufs Sparbuch legen und hab dann schon mal was. Und wenn alles gut geht, kostet die Katze das in den ersten paar Jahren zusammengerechnet eh nicht mal an Tierarzt Kosten.
Naja, ob das so ist, bezweifle ich schon etwas, kann dir aber auch sagen, dass mich gerade mal einer von leider einigen TK-Besuchen allein diese Summe gekostet hat - so etwas kommt schnell zusammen, wenn das Tier (schwer-)krank wird - und das kann nun mal ALLEN Tieren egal, welcher Herkunft passieren. Auch darauf sollte man zumindest grob vorbereitet sein.
 
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #1.125
Warum kostet Aufzucht eines Kitten 400 Euro? Ich spekuliere mal: Da wird alles rund um die Haltung der Elterntiere reingerechnet (deren Futter, deren Tierarzt-Kosten, Brutto-Mietkostenanteil für das Katzenzimmer, neuer Edelkratzbaum, Fahrt zu Ausstellungen usw.). Vielleicht kann das mal jemand, der züchtet, bestätigen.

Nein - kann ich nicht bestätigen :mrgreen:

Ich habe in einem Online-Seminar für Züchter mal eine Aufstellung machen müssen, was ein Kitten tatsächlich kostet.

Man begann mit der Anschaffung der Zuchtkatze, ihrer Versorgung, Vorsorge, Ernährung usw. bis zum deckfähigen Alter. Eventuelle Ausstellungskosten (die ich weggelassen habe, da ich seit Jahren nicht mehr ausstellte). Dann kam der Kater (also die Deckgebühr), Fahrerei zum Kater usw., eventuell Zusatzernährung in der Trächtigkeit. Dann ging es um die Frage, wieviele Würfe eine Zuchtkatze durchschnittlich hat, wieviele Kitten durchschnittlich in einem Wurf geboren werden, wie hoch das durchschnittliche Kaiserschnittrisiko ist, dann kamen die Kosten für die eigentliche Aufzucht der Kitten, die Arzt-, Impf- Chip- und sonstige Kosten, die dem Kitten direkt zugeordnete werden konnten usw. Der letzte Posten war die Kastration der Zuchtkatze.

Ich konnte diese Rechnung mit realistischen Zahlen (und nicht nur groben Annahmen) durchführen, da ich zu dem Zeitpunkt knapp 10 Jahre gezüchtet habe und rund 60 Kitten "produziert" hatte. Am Ende kam der durchschnittliche Preis raus, den mich ein Kitten kostet .... der lag bei 750 Euro. Zu dem Zeitpunkt habe ich noch für 600 Euro verkauft.

Und man beachte - bei dieser Aufstellung sind tatsächlich nur die reinen Kosten der Zucht eingerechnet. Da ist nicht ein Kratzbaum drin, den ich hier stehen habe, keine Wurfkiste, kein Laufstall, keine Abschreibung dafür, dass bei mir Möbel mal nicht so lange halten, wie bei anderen, keine Kosten für das Waschen von Wurfkisteneinlagen - nicht ein Cent für das Futter und die tierärztliche Versorung meiner Kastraten (die sind men Privatvergüngen) - und nicht ein Cent für die Versorgung der Katze über ihre potente Zeit hinaus. Da war auch kein Brutto-Mietanteil für Kittenzimmer oder sonst was drin. Da war auch nicht drin, dass ich alle Kastraten (ob sie bei mir leben oder nicht) weiter auf meine Kosten schallen lassen, wenn sie Nachwuchs in der Zucht haben.

Ich musste also feststellen, dass ich pro Katzenbaby ca. 150 Euro drauflege .... ok - ich sage jetzt mal: Ja - ich kann mir das leisten. Ich verdiene sehr gut und leiste mir dieses sehr teure Hobbyzucht. Ein Hobby, dass wie alle anderen Hobby Geld kostet.

Aber wenn mir jetzt einer erzählen will, dass diese Vermehrer, die Katzen für 250 bis 300 Euro verkaufen bei jedem Kitten bis zu 500 Euro draufzahlen ... dann kann ich nur herzhaft lachen!

Und ich hasse es wie die Pest, wenn Leute, die herzlich wenig Ahnung von den tatsächlichen Kosten eines ordentlichen Züchters haben, das immer wieder mit ihrem Halbwissen in Frage stellen!

Klar - ich kann das viel billiger organisieren - aber man kann sich jetzt wohl sehr schnell ausrechnen, wo ich sparen kann. Den Preis zahlen nämlich die Katzen.

Grüße,
Nic
 
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  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #1.126
Ok, ich wollte eigentlich auch auf den anderen Post von Rhiannon eingehen, jetzt muss ich aber erst einmal hierzu was schreiben, weil mein Blut gerade echt in Wallung ist. Vielleicht finde ich ja später nochmal Zeit für den Rest.

Du kastrierst ja kein 12-14 Wochen altes Kitten. [...]

Oh, und wie ich das tue (getan habe). Ok, ich geb zu, 14 Wochen waren die Minis nicht, aber 15 oder 16 Wochen, weiß ich gerade nicht mehr genau. Fakt ist, sie sind hier kastriert ausgezogen und unkastriert würde hier auch keine Katze das Haus verlassen.

[...] Lass es mal alles drum und dran (Elterntier nicht eingerechnet) 150 sein, aber mehr wird die Aufzucht nicht kosten. Es sei denn es gab irgendwelche Probleme und du musst Milch zufüttern oder so.

Ach, ich lüge also. Ok, gut zu wissen.

Also, dann mach ich mal meine Rechnung auf:
- 70€ Impfungen pro Kitten (ein Kitten gehört vernünftig grundimmunisiert, bevor es sein gewohntes Umfeld verlässt. Das bedeutet MINDESTENS 2 Impfungen, nach heutigem Stand eher 3, oder man verschiebt den Zeitpunkt der Erstimpfung nach hinten, wenn man weiß, dass die Mutter durchgeimpft ist und dementsprechend viele Antikörper an die Kitten weitergibt.
- 70€ Kastra pro Kitten (Weil es Jungs waren, bei einem Mädel hätte die bei meiner damaligen Tierarzt 113€ gekostet.)

(ach du Schreck, jetzt hab ich doch glatt nur noch 10€ für die Versorgung. Mist.)

- ca. 200€ Futter und Streu Kosten (rechnet sich daraus, dass ich ca. 50€ pro Katze, pro Monat an Kosten hier habe. Die Minis haben mit ca. 4 Wochen angefangen zu fressen und sind mit 4,5 Monaten hier ausgezogen. Die Rechnung ist so eigentlich noch ganz nett, weil die innerhalb kürzester Zeit angefangen haben mir die Haare vom Kopf zu fressen und manchmal gut und gerne das Doppelte von dem vertilgt haben, was meine Großen so essen.)

So, da sind wir jetzt schon bei 340€.

dann kommt noch dazu:
- Pelle hatte bevor er die Augen geöffnet hat eine Entzündung in einem Auge (Tierarzt, Medis)
- die Katzen waren zwischenzeitlich krank, hatten Durchfall (Tierarzt, Kotuntersuchung, Medis, Hausbesuch der Tierarzt-Helferin)
- Mäuschen hat mir Flöhe mit ins Haus gebracht (Tierarzt, Medis, Wohnungsbehandlung)
- Mama Mäuschen wurde wenigstens noch auf FIV und Leukose getestet (das mindeste, was wir bei ihr machen konnten, um wenigstens auszuschließen, dass die Minis mit einer solch schweren Erkrankung ausziehen).
- Mäuschen hatte eine Entzündung der Milchleiste (Tierarzt, Medis)
- solche Sachen wie Aufzuchtmilch, eine Notfallspritze vom Tierarzt, Waage, Einlegeunterlagen für die Wurfbox, saubere neue Handtücher und was weiß ich noch alles waren natürlich alle schon VOR der Geburt angeschafft, weil man das nicht machen kann, wenn der Notfall dann eintritt, denn dann braucht man es und hat keine Zeit es erst zu besorgen.

So, da sind keine Kratzbäume, keine Leckerlis, kein Verschleiß an Möbeln, nicht der Kratzbaum, den ich extra für die Kitten gekauft habe, nicht die Wurfbox, die wir für die Mäuse gebastelt haben, nicht die Impfungen und die Kastra von Mama-Katz usw. mit eingerechnet.
Aber sicher, man kann das sicher auch alles für 150€ pro Kitten machen. Prima. Dann sind wir dann genau bei den tollen Vermehrerhaushalten. Da spart man dann mal schön an den Impfungen, Kastra braucht eh kein Mensch, Futter nehmen wir das Billigste und raus fliegen die Katzen dann bitte so früh wie möglich, denn sonst werden die Kosten auch mit dem billigen Futter ganz schnell dann doch hoch.

Stichwort Zuchtvereine: Deutschland liebt Vereine! Und einen Verein gründen ist total einfach, ich habe selbst mal einen Sportverein gegründet: Finde sechs Mitstreiter. Lade aus dem Internet eine Mustersatzung herunter, passe sie an deinen Vereinszweck an. Mache eine Gründungsversammlung, wähle einen Vorstand und protokolliere das. Geh mit Satzung und Protokoll zum Amtsgericht, zahle eine Gebühr, fertig ist der Verein. [...]

Stimmt schon. Und weil so heute nun einmal die Gesetzeslage ist, ist es umso wichtiger sich die Züchter genau anzuschauen. Aber ohne Verein geht es einfach nicht, weil es ohne eine Organisation, die sich um die Stammbäume kümmert einfach nicht funktioniert mit dem seriös.

[...] Warum kostet Aufzucht eines Kitten 400 Euro? Ich spekuliere mal: Da wird alles rund um die Haltung der Elterntiere reingerechnet (deren Futter, deren Tierarzt-Kosten, Brutto-Mietkostenanteil für das Katzenzimmer, neuer Edelkratzbaum, Fahrt zu Ausstellungen usw.). Vielleicht kann das mal jemand, der züchtet, bestätigen.

Damit wir hier von der gleichen Sache sprechen:
Ich habe oben nicht von einer Zucht, bzw. einer Zuchtkatze gesprochen. Mein Mäuschen ist als Pflegekatze drei Tage vor der Geburt der Minis bei mir eingezogen, weil ihr Ex-Besitzer sie hochtragend bei seinem Umzug einfach zurückgelassen hat.

Und was ich auch noch erwähnen möchte, damit es hier nicht falsch rüberkommt. Wie gesagt, Mäuschen war eine Pflegekatze. Das bedeutet, die Kosten für Impfung und Kastra hätte der Verein getragen, wenn es hier nicht ganz tolle Menschen gegeben hätte, die sich als Impf- und Kastrapaten zur Verfügung gestellt haben. Ist also nicht so, dass ICH auf diesen ganzen Kosten sitzen geblieben wäre.
Allerdings wird das kaum so ablaufen, wenn man sich aktiv dazu entschließt Katzen zu vermehren. Da wird keiner kommen und einem einen Teil der Kosten abnehmen ;-).

Edit: Wie immer war ich mal wieder unglaublich langsam.

Ach herrje, ja was hab ich da denn alles vergessen.

Selbstverständlich wurden die Minis auch entwurmt, sind gechipt hier ausgezogen, haben ein Starterpaket mitbekommen, wurden von uns in das 400 km entfernte neue Zuhause gebracht (wo ich natürlich VOR dem Umzug schon einmal war, um mir anzuschauen wer denn da Interesse an meinen Minis hat.) Weiß der Geier, was ich noch alles vergessen habe.
 
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  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #1.127
AW: Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft

Mara, wir haben sicher noch so einiges vergessen. Es ist das Kleinvieh, das auch Mist macht und letzten Endes den Betrag nach oben pusht. Und dennoch vermittelt man solche Kätzchen "unter Wert" weil niemand bereit ist, die tatsächlichen Kosten zu bezahlen. Eben weil sich niemand Gedanken macht, was das alles kostet.
 
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #1.128
Nein - kann ich nicht bestätigen :mrgreen:

Ich habe in einem Online-Seminar für Züchter mal eine Aufstellung machen müssen, was ein Kitten tatsächlich kostet.

Man begann mit der Anschaffung der Zuchtkatze, ihrer Versorgung, Vorsorge, Ernährung usw. bis zum deckfähigen Alter. Eventuelle Ausstellungskosten (die ich weggelassen habe, da ich seit Jahren nicht mehr ausstellte). Dann kam der Kater (also die Deckgebühr), Fahrerei zum Kater usw., eventuell Zusatzernährung in der Trächtigkeit. Dann ging es um die Frage, wieviele Würfe eine Zuchtkatze durchschnittlich hat, wieviele Kitten durchschnittlich in einem Wurf geboren werden, wie hoch das durchschnittliche Kaiserschnittrisiko ist, dann kamen die Kosten für die eigentliche Aufzucht der Kitten, die Arzt-, Impf- Chip- und sonstige Kosten, die dem Kitten direkt zugeordnete werden konnten usw. Der letzte Posten war die Kastration der Zuchtkatze.

Ich konnte diese Rechnung mit realistischen Zahlen (und nicht nur groben Annahmen) durchführen, da ich zu dem Zeitpunkt knapp 10 Jahre gezüchtet habe und rund 60 Kitten "produziert" hatte. Am Ende kam der durchschnittliche Preis raus, den mich ein Kitten kostet .... der lag bei 750 Euro. Zu dem Zeitpunkt habe ich noch für 600 Euro verkauft.

Und man beachte - bei dieser Aufstellung sind tatsächlich nur die reinen Kosten der Zucht eingerechnet. Da ist nicht ein Kratzbaum drin, den ich hier stehen habe, keine Wurfkiste, kein Laufstall, keine Abschreibung dafür, dass bei mir Möbel mal nicht so lange halten, wie bei anderen, keine Kosten für das Waschen von Wurfkisteneinlagen - nicht ein Cent für das Futter und die tierärztliche Versorung meiner Kastraten (die sind men Privatvergüngen) - und nicht ein Cent für die Versorgung der Katze über ihre potente Zeit hinaus. Da war auch kein Brutto-Mietanteil für Kittenzimmer oder sonst was drin. Da war auch nicht drin, dass ich alle Kastraten (ob sie bei mir leben oder nicht) weiter auf meine Kosten schallen lassen, wenn sie Nachwuchs in der Zucht haben.

Ich musste also feststellen, dass ich pro Katzenbaby ca. 150 Euro drauflege .... ok - ich sage jetzt mal: Ja - ich kann mir das leisten. Ich verdiene sehr gut und leiste mir dieses sehr teure Hobbyzucht. Ein Hobby, dass wie alle anderen Hobby Geld kostet.

Aber wenn mir jetzt einer erzählen will, dass diese Vermehrer, die Katzen für 250 bis 300 Euro verkaufen bei jedem Kitten bis zu 500 Euro draufzahlen ... dann kann ich nur herzhaft lachen!

Und ich hasse es wie die Pest, wenn Leute, die herzlich wenig Ahnung von den tatsächlichen Kosten eines ordentlichen Züchters haben, das immer wieder mit ihrem Halbwissen in Frage stellen!

Klar - ich kann das viel billiger organisieren - aber man kann sich jetzt wohl sehr schnell ausrechnen, wo ich sparen kann. Den Preis zahlen nämlich die Katzen.

Grüße,
Nic

Normalerweise zitiere ich keine ganzen Posts, aber der ist es WERT! Ein großes Herzchen dafür

Und für die, die sich damit nicht auskennen oder die noch nicht lange hier sind: Nic ist genau das, was wir hier als seriösen Vereinszüchter bezeichnen. Wenn sie etwas schreibt, hat das Hand und Fuß, sie hat sowohl das praktische, als auch das theoretische Wissen, gibt selber Seminare, bildet sich ständig fort undundund (leider züchtet sie die 'falsche' Rasse :razz:, denn so jemanden hätte jeder gerne in seiner Rasse :a066:).

Danke für diesen realistischen Einblick!
 
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #1.129
AW: Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft

Mara, wir haben sicher noch so einiges vergessen. Es ist das Kleinvieh, das auch Mist macht und letzten Endes den Betrag nach oben pusht. Und dennoch vermittelt man solche Kätzchen "unter Wert" weil niemand bereit ist, die tatsächlichen Kosten zu bezahlen. Eben weil sich niemand Gedanken macht, was das alles kostet.

Ja wahrscheinlich, Tine.
Und nochmal ja, die Schutzgebühr lag weit unter dem Betrag, den die Minis in der Aufzucht gekostet haben, dafür haben sie aber ein wunderschönes Zuhause gefunden und in diesem Fall ist es ok so ;-).
 
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #1.130
Nee EKH wäre dann ja schon ne Rasse, und bei dem was ich meine, kämen ja auch kunterbunte Mixe heraus.

Und... keine Ahnung, vielleicht bin ich wirklich zu 'naiv', oder ihr seht es etwas zu eng mit all den Tests und Aufzuchtkosten. Früher hat man ja auch Tiere aller möglicher Arten gezüchtet ohne Blut- und Gentests. Menschen machen solche Tests ja auch nicht vorher, bevor sie sich fortpflanzen.

Wenn ich jetzt beispielsweise meine Lizzy nicht kastriert hätte und sagen würde, ich möchte Kitten "züchten", und mir dann über ein entsprechendes Forum, den Tierschutz oder sonst wo einen passenden Kater suchen würde, Mitglied in so einem Verein würde, mein Vorhaben registrieren lassen würde, alles über die Aufzucht in Erfahrung bringen würde und dann Lizzy von Kater XY decken lassen würde, wie groß wäre dann die statistische Wahrscheinlichkeit, dass sie irgendwo verwandt wären und das gleiche rezessive Gen für eine gefährliche Erbkrankheit in sich trügen? Meiner Meinung nach genauso klein wie wenn ich morgen meinen "Traummann" treff und mit ihm ein Kind zeuge.
Das einzige, was man bräuchte, wäre ein regelmäßig durchgecheckter Kater aus ner normalen Haltung. Dann wüsste man ja der ist gesund.

Und was bei der Aufzucht dann 400 Euro pro Nase kosten soll, frag ich mich wirklich. Ein oder zwei Sammeltierarztbesuche mit Entwurmungen und Impfung. Das bisschen zufüttern, sobald die Muttermilch allein nicht mehr ausreicht.

Das Problem seh ich halt eher bei der Anzahl der so vermehrten Katzen. Also wäre eine Art Register und "Genehmigung" wichtig. Gibt es dieses Jahr schon zu viele Katzen oder ist die Nachfrage nach Kitten grad so hoch, dass es sich lohnt.

Ich mein, ICH würde das eh nicht machen. Da hätte ich die Zeit nicht für. Aber wenn man dann solche Katzen hätte, die wie aus dem Tierheim mit offziellem Schutzvertrag vermittelt würden, hätte das einen anderen und besseren Ruf als bei mal eben über Ebay Kleinanzeigen aus zweifelhafter Herkunft geholt.

Und nein, ich will auch nicht dass Rassekatzen komplett aussterben, auf gar keinen Fall. Nur eben die Rassen, deren Zucht eine Qual ist (z.B Perser oder diese Kurzbeinkatzen). Aber genauso wenig will ich, dass kunterbunte Mixe und Ottonormalkatzen verschwinden.

Ach ja, und wegen den Anschaffungskosten und dem Argument, dass wer sich das nicht leisten kann, sich später auch die medizinische Versorgung nicht leisten kann: Seh ich anders. Die 1300 euro kann ich statt sie für die Anschaffung eines Prestigeobjektes auszugeben aufs Sparbuch legen und hab dann schon mal was. Und wenn alles gut geht, kostet die Katze das in den ersten paar Jahren zusammengerechnet eh nicht mal an Tierarzt Kosten.

Was würdest du unter gefährlicher Erbkrankheit verstehen?
Ich finde JEDE Erbkrankheit mehr oder weniger gefährlich und leider scheint dir nicht klar zu sein wieviele Erbkrankheiten wir unwissender Weise an unsere Kinder weitergeben. Es erscheint dir nur so wenig, weil viele dieser Erbkrankheiten nicht sofort für jeden sichtbar sind, die Kinder aber trotzdem viele Einschränkungen haben. Wenn du wüsstest wieviel Kinder z.B. in einer einzelnen Schulklasse an erbbedingten Einschränkungen leiden.
Und auch bei den Tieren gibt es soviele Erbkrankheiten von denen du wahrscheinlich nicht einmal erahnen kannst das es diese gibt und von denen manche Erbkrankheiten sowohl bei Tieren und auch beim Menschen erst in der übernächsten Generation ausbrechen.
Daher ist es so wichtig, das ich die meine zuchttauglichen Tiere kenne, und aber auch über deren Vorfahren wichtige Informationen habe.
Bei vielen z.B. Streunern wissen wir gar nicht woran sie verstorben sind, da wird ja diesbezüglich gar nicht weiter untersucht,bzw. obduziert.
Und ja, ich habe eine Rassekatze zu Hause, aber eben auch Lastramis die mir nicht weniger wert sind.
 
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #1.131
Ok, zu Rhiannons Post von heute Morgen wurde ja nun schon einiges geschrieben, so dass ich nicht nochmal auf alles einzeln eingehen will.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, ist deine Vorstellung, Rhiannon, von einer vernünftigen Aufzucht meilenweit von meiner Vorstellung entfernt. Nein, da kommen wir wohl nicht zusammen.

Alles in allem liest sich dein Text für mich wie ein 1a Plädoyer für simples Vermehrertum.

Um nur einige Punkte rauszunehmen:

[...]
Und... keine Ahnung, vielleicht bin ich wirklich zu 'naiv', oder ihr seht es etwas zu eng mit all den Tests und Aufzuchtkosten. Früher hat man ja auch Tiere aller möglicher Arten gezüchtet ohne Blut- und Gentests. Menschen machen solche Tests ja auch nicht vorher, bevor sie sich fortpflanzen. [...]

[...]
Das einzige, was man bräuchte, wäre ein regelmäßig durchgecheckter Kater aus ner normalen Haltung. Dann wüsste man ja der ist gesund.

Klartext: Die ganzen Tests auf Erbkrankheiten sind unnützt. Wird schon gut gehen, wenn der Genpool nur groß ist, und wenn nicht, na dann halt Pech. Und mit dem regelmäßig durchgecheckten Kater ist wohl keiner gemeint, der auf Herz und Nieren untersucht wurde, denn dass würde ja wohl auch unter die oben erwähnten Tests fallen, die man gar nicht braucht. Dass der Halter des Katers weiß, dass der Kater gesund ist, hat ihm wahrscheinlich seine Glaskugel verraten, nehm ich mal an?

[...] Und was bei der Aufzucht dann 400 Euro pro Nase kosten soll, frag ich mich wirklich. Ein oder zwei Sammeltierarztbesuche mit Entwurmungen und Impfung. Das bisschen zufüttern, sobald die Muttermilch allein nicht mehr ausreicht. [...]

Prima. Also ich geh mit den Kitten zum Tierarzt und lass sie dort entwurmen und gleichzeitig impfen. Super. Ist ja wurscht, wenn ich gleich die geballte Ladung auf das Immunsystem der Kitten abfeuere, Hauptsache ich hab einen Tierarzt Besuch gespart. Ist auch wurscht, dass die Impfung vielleicht gar nicht greift, weil die Kitten in der Tat Würmer haben und das Immunsystem gar nicht mehr die Ressourcen hat auf die Impfung wie gewünscht zu reagieren. (Ok, ich gebe es zu. Für die Entwurmung war ich nicht extra beim Tierarzt, es ist also kein extra Tierarzt hier angefallen, aber nie im Leben hätte ich Entwurmung und Impfung gleichzeitig durchgeführt.)

So, dann bleib ich mal am unteren Ende deines Beispiels. Ich mach also nur einen Tierarzt Besuch. Bedeutet auch nur 1 Impfung. Prima.

Ach ja und wenn du von "das bisschen zufüttern" sprichst, wann bitte sollen die Kitten ausziehen? Mit 6-8 Wochen? Dann kommt das mit nur ein bisschen Zufüttern vielleicht hin.

[...] Ach ja, und wegen den Anschaffungskosten und dem Argument, dass wer sich das nicht leisten kann, sich später auch die medizinische Versorgung nicht leisten kann: Seh ich anders. Die 1300 euro kann ich statt sie für die Anschaffung eines Prestigeobjektes auszugeben aufs Sparbuch legen und hab dann schon mal was. [...]

Nochmal ganz deutlich für dich: meine Katzen sind keine Prestigeobjekte. Meine Katzen sind Familienmitglieder und völlig wurscht ob mit oder ohne Stammbaum für mich gleich viel wert und ich würde mein letztes Hemd für meine Katzen geben.

[...] Und wenn alles gut geht, kostet die Katze das in den ersten paar Jahren zusammengerechnet eh nicht mal an Tierarzt Kosten.

Und wenn es nicht gut geht?
Dann hast du innerhalb von 2 Tagen mal ganz schnell über 1000€ an Untersuchungskosten, wie ich bei meinem Ray. Oder innerhalb von 1 Tag ca. 2000€ an OP-Kosten wie ich bei meiner Charlie.

Aber klar, ich kann sparen und das Geld aufs Sparbuch packen, damit ich schon einmal einen Grundstock für die medizinische Versorgung habe. Daran ist nichts falsch. Oder ich spar eben ein bisschen länger und gebe mehr Geld bei der Anschaffung der Tiere aus UND habe schon einen Grundstock für die medizinische Versorgung. Das Eine schließt das Andere ja keinesfalls aus.
 
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #1.132
Menschen machen solche Tests ja auch nicht vorher, bevor sie sich fortpflanzen.

Es kommt darauf an, ob man erblich vorbelastet ist und davon weiß; dann macht man auch Gentests. Hier auf Zypern, wo ich wohne, waren große Teile der Bevölkerung von der Mittelmeeranämie betroffen. Daher wurde schon den 70er Jahren beschlossen, generell Gentests zu machen, damit jeder in der Bevölkerung darüber Bescheid weiß, ob er Träger ist oder nicht. Seit Anfang der 80er Jahre ist es so, dass man ohne diese Gentests gar nicht kirchlich heiraten kann.



Zu den Aufzuchtkosten wurde zum Glück schon viel geschrieben. Hier nur meine Perspektive:
Ich habe das *Ironie on* wahnsinnige Glück *Ironie off* im Durchschnitt jedes Jahr ein mutterloses Kitten irgendwo zu finden. Die ersten zwei waren einfach. Danach hab ich Max gefunden: höchstens 3 Wochen alt, Flaschenaufzucht. Wieviel sie im Endeffekt gekostet hat, das hab ich nie ausgerechnet. Aber die Zeit und die Müdigkeit, die bei einer Flaschenaufzucht zusammenkommen, wurden hier noch nicht erwähnt. Anfangs alle 2 Stunden füttern, auch nachts, und nach ein paar Wochen kriecht man auf dem Zahnfleisch. Max hab ich 4 Tage vor meiner Abschlußprüfung gefunden und habe Nächte lang gar nicht geschlafen. Ich bin völlig unvorbereitet und so übermüdet hingegagen, dass ich dort 10 Minuten vor der Prüfung eingeschlafen bin. :shock:
Dieses Jahr hab ich Lily Mausebacke gefunden. Alter: 7-10 Tage. Nach zwei Wochen Flaschenaufzucht war ich körperlich am Ende und bin mit 40° Fieber umgefallen. Grippaler Infekt. Danach musste ich Abstand vom Kitten und den anderen Katzen halten und so ist mein Mann eingesprungen und hat seine Osterferien dafür geopfert, obwohl er eigentlich total viel Arbeit hatte. Da noch mehr in der Familie erkrankt sind und ich Angst hatte, dass wir bald alle umkippen wegen Übermüdung, hab ich meine Mutter angerufen, sie soll in den Flieger steigen, wir brauchen Hilfe. Ich hatte ja zwei Wochen später wieder Abschlußprüfung und hätte lernen müssen. Als es mir wieder besser ging, waren wir drei Erwachsene um ein Kitten herum und haben uns in Schichten organisiert.
Das Kitten ist jetzt 9,5 Wochen alt und ich habe bisher für sie 160 Euro ausgegeben. Das ist auch nur deswegen so wenig, weil der erste Arztbesuch z.B., als sie fast hopps gegagen wäre, umsonst war, weil ich einfach sehr liebe Tierärzte habe und sie wissen, dass ich Tiere von der Straße hinbringe. Außerdem füttere ich BARF, was im Endeffekt preiswerter ist als hochwertiges Naßfutter.
Was für Lily noch an Kosten zusammenkommen werden, aber nur wenn ihr nichts passiert und alles glatt läuft: noch die 2. und 3. Impfung, die Kastration und jede Menge Futter natürlich.

Ich hatte zum Glück immer nur ein Kitten gleichzeitig. Wer nicht weiß, was alles auf einen zukommt, soll doch mal in der Sparte Kittenaufzucht schauen in den Theads, wo eine trächtige Katze aufgenommen wurde, was da auch noch für Arztkosten auf einen zukommen bei der Geburt. Nicht immer läuft alles glatt und ein Kaiserschnitt ist super teuer.

Auch in den ganzen Tierschutzthreads hier kann man sehen, wie anstrengend es ist, wenn man 4-5-6 Kitten auf einmal aufnimmt.

Leider schreibt in diesen Threads keiner so richtig offen über die Kosten der Aufzucht. Ich vermute mal, das ist so, weil jeder Angst hat, man würde vorgeworfen bekommen, um finanzielle Hilfe zu betteln. Aber ich finde, dass man das alles offen benennen muss, damit nicht immer wieder Leute ankommen und sagen: "ach, Kitten sind so süß, ich hätte auch gerne welche, schwups, Katze trächtig."
Das Ganze ist teuer und die Zeit und die Übermüdung kann man gar nicht aufrechnen. Hat man keine Mutterkatze - was oft genug passieren kann - dann ist man für mindestens 2 Monate nichts anderes als Katzenmama.
 
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #1.133
Seit Anfang der 80er Jahre ist es so, dass man ohne diese Gentests gar nicht kirchlich heiraten kann.



Zu den Aufzuchtkosten wurde zum Glück schon viel geschrieben

Genial, genial, Livi; ein Beitrag, über den ich in Teilen herzlich lächeln konnte (im Keller).

Zur Heirat und Aufzuchtskosten des meist folgenden Nachwuchses: Die Kostenaufstellung ist nicht korrekt. Für die Aufzucht eines reinrassigen (in diesem Thread darf ich das wohl sagen, ist ja ein xxxxxxxxx) Teutschen mit Stammbaum (unkastriert und nicht entwurmt) bedarf es sicher schon einer 6stelligen Summe, mindestens. Wenn der mißratene Nachwuchs studiert, dann noch wegen burnout und psychischer Mißhandlung durch die Dozenten eine mehrjährige Therapietour einmal rund um den Ball und wieder zurück unternimmt, steigen die Kosten immens.

Isset denn die Possibility? Man lernt ja in diesem Forum nicht viel, aber was man lernt, ist bemerkenswert. Die (gr. orthodoxe (?)) KIRCHE verbietet eine Heirat ohne Gentest? Aber eigentlich verständlich, denn die stundenlangen Kirchensitzungen erfordern echtes Steh-, Sitz-und Schließmuskelsperrvermögen.

************************************************************************

Die Kosten für die Betreuung Deiner entzückenden Hybridkatzen-Mausebacke wäre enorm, Wenn man das nach gängigen Maßstäben für Pflege usw. umrechnen wollte, wäre das locker ein höherer 4stelliger Betrag. Und die ganze Mühe und Kraft, die Du reingesteckt hast, mit diesem fantastischen Ergebnis, rechtfertigen doch sicher alles. Kann mir nicht vorstellen, dass Du sie nicht behältst.

„Leider schreibt in diesen Threads keiner so richtig offen über die Kosten der Aufzucht. Ich vermute mal, das ist so, weil jeder Angst hat, man würde vorgeworfen bekommen, um finanzielle Hilfe zu betteln.“
Das ist aber recht spekulativ. Ich vermute mal, dass die Kosten wie bei Dir eigentlich nicht so wichtig sind.


Gute Nacht und Prösterchen,
IB oder Fritz
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #1.134
Isset denn die Possibility? Man lernt ja in diesem Forum nicht viel, aber was man lernt, ist bemerkenswert. Die (gr. orthodoxe (?)) KIRCHE verbietet eine Heirat ohne Gentest? Aber eigentlich verständlich, denn die stundenlangen Kirchensitzungen erfordern echtes Steh-, Sitz-und Schließmuskelsperrvermögen.
Sorry, aber hier kommt die Stimme aus dem Keller: Das ist NICHT lustig!

Da ein Freund von mir die entsprechende Wohltätigkeitsorganisation seit Jahrzehnten leitet und sehr sehr engagiert in der Sache ist möchte ich Euch bitten da mal reinzuschauen:

Thalassämiehilfe ohne Grenzen e.V.
entweder auf Facebook:
oder direkt auf der Website:

Wer bisher nicht wusste was Mittelmeeranämie bzw. Thalassämie ist, sollte auf jeden Fall mal reinschauen! Und wer sich engagieren möchte ist jederzeit herzlich willkommen!

@Livi: Danke dass Du das Beispiel angeführt hast!
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #1.135
Was auf jeden Fall hilft, das Brett vom Kopf oder die Tomaten von den Augen zu bekommen, ist der Besuch eines Seminars für Züchter.

saurier hat mich damals auf ein derartiges Seminar hingewiesen und darüber bin ich immer noch dankbar.

Man lernt nicht nur jede Menge über die Genetik und einige Erbkrankheiten, sondern auch vieles über die Ethik des Züchtens und die Probleme und Schwierigkeiten, die beim Züchten auftreten können.
Z.B. der Verlust eines ganzen Wurfes oder einer Zuchtkatze, die Schwierigkeiten für liebgewonnene Kitten einen vertrauenswürdigen neuen Besitzer zu finden und sich von heißgeliebten ehemaligen Zuchttieren zu trennen und für sie ein gutes Zuhause zu finden. Ein Züchter, der immer nur die gleichen Tiere verpaart, ist auch nicht viel anderes als ein Vermehrer, denn wo soll den da das Zuchtziel sein?
Also muss die Besatzung von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden, will man nicht irgendwann in Katzen ertrinken.

Für mich war nach dem Seminar klar, dass Züchten äußerst anspruchsvoll ist. Und zwar nicht nur für den Kopf, sondern auch für das Herz. Und für den Geldbeutel erst recht.
 
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #1.136
[...] LIO, eine Bengalin ist mit 12 Wochen bei Burkhard eingezogen und hat schnell sein Herz erobert. Im Juli folgte dann mit 8 Wochen KIKI, eine Bengal-MIX. Eigentlich sollte sie erst mit 13 Wochen einziehen. Da die Mutter sie aber nach einem Tierarztbesuch verstoßen hat, kam sie leider sehr früh. Dies war aber für LIO besser, da sie dann nicht so lange alleine war. 3 Tage richtiges Theater bei der Zusammenführung und danach ganz große Liebe. [...]
Deine Katzen scheinen es sehr schön bei dir zu haben, jedoch muss ich dir etwas widersprechen, was das "besser" in deinem ersten Beitrag angeht. Es wäre in der Tat besser gewesen, wenn gleich zwei Kitten bei dir eingezogen wären. Ein seriöser Züchter vermittelt Kitten auch nicht in Einzelhaft, daher war die Wahl der ersten Bezugsquelle schon leider nicht so günstig, handelte es sich tatsächlich um einen Vereinszüchter, hat das Tier Papiere?
Die Versäumnisse beim ersten Tier mit Hilfe eines viel zu jungen Kittens auszugleichen, welches weder physisch noch psychisch oder gar bezogen auf die Sozialisierung richtig entwickelt ist, ist sicher auch nichts, was als "gut" zu bezeichnen ist. Dass ein Tier nach einem Tierarzt-Besuch 'anders' riecht, ist normal, ein anständiger Züchter hätte aber gewusst, dass das vorkommen kann und wie man das wieder 'einrenkt' und dass, selbst wenn es da längerfristig Probleme geben würde, es immens wichtig für die Entwicklung des Kittens ist, es trotzdem im Kreise der Familie anständig aufwachsen zu lassen. Oft wird so etwas auch herzlich gerne als Ausrede genutzt, die Kitten loswerden zu können.

KEINESFALLS sollte man solche Leute unterstützen in ihrem Tun und ihnen auch noch die Kitten abnehmen. Ich hoffe, dass das Muttertier inzwischen kastriert ist? Weist du etwas darüber oder wird dort fleißig weitervermehrt?

Warum das so ist, schau bitte einmal hier:







[...] LIO ist entsprechend ihrer Abstammung etwas zurückhaltend, kuschelt aber gerne mal stundenlang. [...]
Dass Bengalen typischerweise zurückhaltend sein sollen, ist mir neu, wieso denkst du das?
 
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #1.137
Deine Katzen scheinen es sehr schön bei dir zu haben, jedoch muss ich dir etwas widersprechen, was das "besser" in deinem ersten Beitrag angeht. Es wäre in der Tat besser gewesen, wenn gleich zwei Kitten bei dir eingezogen wären. Ein seriöser Züchter vermittelt Kitten auch nicht in Einzelhaft, daher war die Wahl der ersten Bezugsquelle schon leider nicht so günstig, handelte es sich tatsächlich um einen Vereinszüchter, hat das Tier Papiere?
Die Versäumnisse beim ersten Tier mit Hilfe eines viel zu jungen Kittens auszugleichen, welches weder physisch noch psychisch oder gar bezogen auf die Sozialisierung richtig entwickelt ist, ist sicher auch nichts, was als "gut" zu bezeichnen ist. Dass ein Tier nach einem Tierarzt-Besuch 'anders' riecht, ist normal, ein anständiger Züchter hätte aber gewusst, dass das vorkommen kann und wie man das wieder 'einrenkt' und dass, selbst wenn es da längerfristig Probleme geben würde, es immens wichtig für die Entwicklung des Kittens ist, es trotzdem im Kreise der Familie anständig aufwachsen zu lassen. Oft wird so etwas auch herzlich gerne als Ausrede genutzt, die Kitten loswerden zu können.

KEINESFALLS sollte man solche Leute unterstützen in ihrem Tun und ihnen auch noch die Kitten abnehmen. Ich hoffe, dass das Muttertier inzwischen kastriert ist? Weist du etwas darüber oder wird dort fleißig weitervermehrt?

Warum das so ist, schau bitte einmal hier:







Dass Bengalen typischerweise zurückhaltend sein sollen, ist mir neu, wieso denkst du das?


Natürlich wäre es besser gewesen, wenn gleich zwei Kitten eingezogen wären, das war auch der Plan. Es sollten von Anfang an zwei Weibchen werden und in dem Wurf waren auch zwei. Leider war, als ich beim Züchter war, nur noch eins nicht vergeben. Da ich mich in LIO sofort verliebt hatte, habe ich sie am selben Tag noch mitgenommen. Der Plan B, so schnell wie möglich ein zweites weibliches Bengalen-Kitten dazu zu holen, stellte sich aber leider als sehr schwierig heraus. Was ich da erlebt habe, hätte ich mir in meinen schlimmsten Träumen nicht vorstellen können.

... und ja LIO hat Papiere und einen langen Stammbaum. Doch der VON-Name ist mir egal, daher habe ich sie in LIO umbenannt.

Das mit der Ausrede kann natürlich sein, aber die Vorgehensweise habe ich vorsichtshalber mit meiner Tierärztin abgesprochen. Zu der Züchterin habe ich immer noch einen guten Draht und steht mir bei Fragen immer hilfreich zur Seite. Das Muttertier ist inzwischen kastriert, da es bei den zwei Würfen wohl immer sehr abgebaut hat und die Züchterin das Risiko für einen dritten Wurf nicht eingehen wollte.

Das Bengalen typischerweise zurückhaltend sein sollen, dass habe ich auch nicht geschrieben und natürlich habe ich mich vorher ausgiebig mit der Rasse beschäftigt, bevor die Wahl darauf gefallen ist. Das mit "zurückhaltend" war eher scherzhaft gegenüber KIKI gemeint. Gegenüber ihr sind wohl die meisten anderen Kätzchen zurückhaltend :)

Das wichtigste ich aber, dass sie sind wie sie sind. Die Tierärztin meinte, dass ich einen Glückstreffer mit den Beiden hätte. Sie hormonieren einfach perfekt miteinander, in der Art und Weise soll das wohl eher selten sein.
 
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #1.138
Natürlich wäre es besser gewesen, wenn gleich zwei Kitten eingezogen wären, das war auch der Plan. Es sollten von Anfang an zwei Weibchen werden und in dem Wurf waren auch zwei. Leider war, als ich beim Züchter war, nur noch eins nicht vergeben. [...]
Das kommt durchaus vor, aber auch dann sorgt ein seriöser Züchter dafür, dass sein Kitten nicht in Einzelhaft gerät und bringt es erst ins neue Zuhause, wenn geklärt ist, dass definitiv ein weiteres Kitten einzieht (am besten zeitgleich).

[...] Da ich mich in LIO sofort verliebt hatte, habe ich sie am selben Tag noch mitgenommen. [...]
Sorry, das mag jetzt nur meine Sicht sein, aber so etwas geht für mich GAR nicht. Ich erwarte von einem anständigen Züchter, dass er seine Kitten ins neue Zuhause bringt - zum einen, um sicher zu stellen, dass dem Kitten die Eingewöhnung leichter fällt, zum anderen, um zu schauen, wohin das Kitten wirklich kommt. Vielleicht hast du das hier auch nur verkürzt dargestellt, aber es klingt sehr herzlos von der Züchterin - so, als wenn sie die Ware schnell loswerden wollte...

[...] Der Plan B, so schnell wie möglich ein zweites weibliches Bengalen-Kitten dazu zu holen, stellte sich aber leider als sehr schwierig heraus. [...]
Aus dem Grund kümmert man sich darum auch vor den Einzug, dann kann das Ersttier noch so lange beim Züchter bleiben, bis ein Partner gefunden wurde und kann dann gemeinsam einziehen.

[...] ... und ja LIO hat Papiere und einen langen Stammbaum. Doch der VON-Name ist mir egal, daher habe ich sie in LIO umbenannt. [...]
Er ist zumindest ein Hinweis, dass es sich beim Züchter um einen seriösen handeln könnte, ich muss allerdings sagen, dass ich hier einiges - zumindest, wenn es so ist, wie es sich hier liest - nicht so gut finde.

[...] Das mit der Ausrede kann natürlich sein, aber die Vorgehensweise habe ich vorsichtshalber mit meiner Tierärztin abgesprochen. [...]
Und die hat dazu geraten, das Kitten unsozialsisiert und ungeimpft zu nehmen? Spricht zumindest nicht dafür, dass sie sich besonders gut mit dem Verhalten/den aktuell bekannten Grundbedürfnissen von Katzen auskennt, aber das ist ja eigentlich auch nicht ihr Fachgebiet - daher sind Tierärzte da aber eben meist auch keine guten Ratgeber...

[...] Zu der Züchterin habe ich immer noch einen guten Draht und steht mir bei Fragen immer hilfreich zur Seite. Das Muttertier ist inzwischen kastriert, da es bei den zwei Würfen wohl immer sehr abgebaut hat und die Züchterin das Risiko für einen dritten Wurf nicht eingehen wollte. [...]
Dass ein Züchter mitunter ein Tier aus der Zucht nehmen muss/nimmt, ist klar, mich interessierte aber eher, ob das Muttertier bei den Vermehrern kastriert ist! Denn das ist ja viel entscheidender! Wer sinnfrei Kater auf Katze setzt und dabei riskiert, dass sich (unbekannte) Erbkrankheiten ggf. potenzieren, sollte nicht auch noch unterstützt werden in seinem Tun.

[...] Das Bengalen typischerweise zurückhaltend sein sollen, dass habe ich auch nicht geschrieben [...]
Dann habe ich das
[...] LIO ist entsprechend ihrer Abstammung etwas zurückhaltend [...]
wohl falsch gelesen, für mich steht da, dass das Tier aufgrund der Abstammung (also aufgrund der Tatsache, dass sie Bengalin ist (was soll sonst ihre Abstammung sein?)) etwas zurückhaltend sei. Aber gut, da mag ich etwas falsch interpretiert haben.

[...] Die Tierärztin meinte, dass ich einen Glückstreffer mit den Beiden hätte. Sie hormonieren einfach perfekt miteinander, in der Art und Weise soll das wohl eher selten sein.
Du hattest Glück, dass sich die viel zu frühe Abgabe nicht negativ auf die Gesundheit deiner Katzen und ihr soziales Miteinander ausgewirkt hat. Zu empfehlen ist ein solches Vorgehen aber keinesfalls und sollte auch hier nicht als "gutes Beispiel" dienen.

Ich drücke die Daumen, dass alles so harmonisch bleibt! Ein tolles Zuhause zum Toben scheinen die Süßen ja zu haben :wink:.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #1.139
Wahrscheinlich weiß er es nicht [...]
Vielleicht aber doch - und genau deshalb habe ich gefragt. :wink: Lass doch den TE selber antworten, Vermutungen kann ich selber anstellen :wink:.

[...] Saurier [...]
saurier, bitte :wink:

[...] er wollte einfach nur ganz harmlos hier seine schönen Katzen vorstellen.
Bitte macht ihn jetzt nicht blöd an deswegen. Das tritt er hier gleich wieder aus.
Ich habe niemanden "blöd" angemacht, das ist nicht mein Stil, ich habe nett und höflich gefragt, um eben nicht mit der Tür ins Haus zu fallen.

[...] Vermehrer sind im Gegensatz zu seriösen Züchtern Privatleute, die ihre Katzen nicht kastriert haben, wie das sein sollte, sondern immer wieder Junge kriegen lassen, um damit nebenbei kleines Geld zu verdienen. Leider werden diese Tiere oft unsachgemäß gehalten, die Welpen sind nicht gesund, werden weder geimpft noch entwurmt und es wird auch kein großen Augenmerk darauf gelegt, dass die Tiere in gute Hände kommen. Es geht halt hauptsächlich ums Geld.
Zudem werden die Käufer gerne mal getäuscht, die glauben, ein teures Rassetier zu erwerben, und dann ist es "nur" ein Mischling. [...]
Ja und nein - natürlich gibt es auch solche Vermehrer, aber nein, das ist nicht zwingende der "typische" Vermehrer, leider. Der nämlich ist der "nette Nachbar" von neben an, der leider mal einen (ach, nee, ups, auch mal zwei oder drei) Unfälle mit seinen Katzen hatte. Einmal ist sie von den Kindern ganz aus Versehen rausgelassen worden und -natürlich- nach drei Tagen trächtig nach Hause gekommen, was man ja nicht ahnen konnte und das Tier (zuvor noch unkastriert) auch daher nicht sofort hat kastrieren lassen (wobei sich bei allem sowieso die Frage stellt, wieso es, wenn es potent ist, noch nicht längst kastriert ist). Und dann konnte das Tier ja noch nicht kastrert werden, weil die Kitten ja noch im Haus waren...
Oder es ist die "nette Bekannte", die ihrer Katze "einmal die Freunde des Mutterseins gönnen wollte" oder die "nette Kollegin", die doch "nur mal einen Wurf" wollte.

All das sind Vermehrer. All diese Leute füllen häufig die Tierheime (wenn auch erst in den nächsten Generationen) oder/und arbeiten gegen den Tierschutz.

Und ich habe das "nett" nicht in Anführungszeichen gesetzt, weil ich es ironisch meine, sondern, weil es oft wirklich nette Menschen sind, die es gar nicht böse meinen, aber gut meinen, ist nicht gut machen.

[...] Wohlgemerkt, das muss jetzt bei Dir nicht zutreffen, und wenn, kannst Du ja auch nichts dafür, aber man sollte solche Leute eben nicht unterstützen. Die Tierheime sind voll mit wunderschönen Katzen, die ein Zuhause suchen, man muss nicht auf Teufel komm raus weitere produzieren. [...]
Naja, etwas dafür kann der TE schon, er hat die Tiere ja bewusst dort gekauft.

Also als erstes einmal ich habe die Katzen von keinem "Vermehrer" [...] Ich habe beide Elterntiere kennengelernt und es sind keine Gebärmaschinen wie hier vermutet wird. [...] Die kleinen waren einfach ein Unfall und waren nicht geplant, soll auch bei Menschen vorkommen. [...]
Also, wie vermutet, eben leider doch Vermehrer - denn wie soll ein solcher Unfall denn passiert sein? Das kann doch nur dann passieren, wenn man BEIDE Tiere nicht rechtzeitig kastrieren lässt. Und dazu gehört schon ein bisschen Mutwilligkeit...

[...] Bei solchen aus der Luft gegriffenen Vermutungen schwillt mir galt der Kamm! [...]
Da muss man leider nicht viel vermuten, du hast es ja selber bestätigt.

[...] Und noch einmal zum mitlesen, die Mutter British Kurzhaar und der Vater Heilige Birma! [...]
Naja, eigentlich sollten diese, wenn es wirklich Rassetiere aus seriösen Catterys waren, entweder schon frühkastriert von Züchter weggehen oder - wenn das nicht der Fall war - sollte es eine Kastrationsklausel geben, die dafür sorgt, dass die Tiere rechtzeitig kastriert werden und man so keine Konventionalstrafen zahlen muss. Ist das alles nicht der Fall, liegt die Vermutung, dass es sich bei den Elterntieren evtl. auch schon um Look-alikes oder Tiere aus schlechten Haus, die man aufgrund der schlechten Herkunft keinesfalls weiter verpaaren sollte, schon leider sehr nahe.

Schau auch mal hier:

oder hier:

[...] Ich hoffe ich konnte alle fragen beantworten :lol:
Nicht ganz :wink:. Weißt du, ob die Elterntiere inzwischen kastriert sind?

[...] es ist zumindest ein wunderschöner Unfall geworden ;-) [...]
Dem hat doch keiner auch nur mit einem Wort widersprochen.

[...] Solche Unfälle passieren immer wieder mal und man sollte seinen Unmut darüber nicht an den Tieren auslassen [...]
Wo genau liest du, dass das irgendjemand tut?

[...] ist doch toll, das sie ein neues Heim gefunden haben.
Ja und nein.



Ich fragte bloß nach der Rasse, da es die Zeichnung bicolour bei Birmchen nicht gibt. Bei Ragdolls aber sehr wohl. :) Bei Britisch Kurzhaar hab ich aber keine Ahnung. :-D [...]
Die gibt es in allen Varianten, aber es muss zumindest die Mutter Point getragen oder gezeigt haben, sonst wäre das, was bei Ozzy als Färbung herausgekommen ist, nicht möglich.

War dem denn so? War die Mutter ein Pointtier @Lemmy und Ozzy?

Noch mal: Es geht nicht darum, eure Tiere an sich schlecht zu reden, aber darum zu erklären, warum es grundsätzlich schlecht ist, solche Leute zu unterstützen (ich nehme an, sie haben sie euch nicht geschenkt?) und warum es besser wäre, wenn man keinen besonderen Wert auf ein Rassetier legt, zum Tierschutz zu gehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #1.140
AW: Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft

Kann das nur unterschreiben was sauri sagt!
 
Thema:

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