Hi Dot!
Klar, ich denke mal, dass man zum Thema Qualzucht eigentlich keine andere Meinung haben kann und ich mir (wohl wahrscheinlich mal wieder etwas vorschnell) den Luxus gönne, bei DIESEM Thema keine andere Meinung als tierfreundlich anzuerkennen.
So viel zu den Gemeinsamkeiten und jetzt auf in die Schlacht :wink: :
Zu der evolutionären (ist doch das Adjektiv zu Evolution, oder?) Herausbildung von Rassen: Klarer Aufschlagpunkt für Dich. Klar haben sich auch durch Evolution unterschiedlichsten Formen von Katzen für unterschiedlichste örtliche Begebenheiten gebildet. Und so man dem Tier aus Afrika, Asien oder (so es so etwas gibt - keine Ahnung) den Polarregionen Wohlfühlbedingungen bieten kann, soll man es auch gern tun. (Ich bin IMMER für Multi-Kulti :wink: )
Als Randbemerkung dazu: Da ich mich bei Hunderassen besser auskenne wähle ich mal eine Beispiel aus diesem Metier. Sibirische Huskies werden in Deutschland sehr häufig gehalten. Abgesehen davon, dass diese Tiere extrem viel laufen müssen, was leider nicht alle hier gehaltenen Exemplare dürfen (man bedenke die Unsitte, Huskies in großstädtischen Zweizimmerwohnungen zu halten), sind diese Tiere aufgrund ihres dichten Felles in mitteleuropäischen Sommern stark eingeschränkt und leiden unter der vile zu großen Hitze. Es gilt also zumindest zu bedenken, ob sich jede Rasse (Hund oder Katze) für die Haltung in der Wohnung eignet.
Als weiterer Returnschlag sei folgendes bemerkt: Nehmen wir das Beispiel von Perserkatzen (schöne Tiere, die ganz sicher ihre Berechtigung haben - man schaue nur in den Thread mit dem "Zugelaufenen"). Ich kann mir schwer vorstellen, dass diese Tiere aufgrund ihrer Umwelteinflüsse solch ein langes (lang, nicht unbedingt dicht!) Fell und solch eine Platte Schnauze (oder "Maul" bei Katzen???) bekommen haben.
Für mich sehen diese Tiere eher wie Modezuchten aus - ganz abgesehen, dass einige hochgezüchtete Exemplare Atembeschwerden erleiden. Und Modezuchten wiederum halte ich für falsch. Da bekommt das ganze so einen leicht arroganten touch von Gott-spielen, so nach dem Motto "Lassen wir die Katze doch mehr so oder so aussehen; Kreuzen wir die Rosa Ohren mit den gelben Pfoten um das und das Ergebnis zu erzielen".
Und damit zu dem, was für mich ein echtes Reizthema darstellt: Rassestandarts. Ganz abgesehen, dass ich persönlich diesen rassistisch (dem Tiere gegenüber), arischen Geschmack nicht so recht loswerde, halte ich die Beurteilung eines Tieres anhand von messbaren äußeren Merkmalen für mehr als Fragwürdig. So ist eine Rassekatze, die bestimmte Merkmale nicht so ganz erfüllt (ich meine durchaus gesunde und zumindest subjektiv schöne Tiere) es doch im Auge vieler (vermutlich eher "aller") Züchter nicht mehr Wert, Nachkommen zu haben und v.a. ist sie für mich unverständlicherweise netto weniger wertvoll als Tiere, die diese Standarts erfüllen. Wobei die "Nichterfüller" vielleicht sogar die schöneren, lieberen und gesünderen Tiere sein können.
Für mich dienen die Rassestandarts (welch hässliches Wort) nur als Instrument dieser kranken Bewertungen. Einen anderen Sinn kann ich darin nicht sehen.
Ein weiteres Reizthema sind sog. Linienzuchten (wobei ich NICHT weiß, ob so etwas bei Katzen überhaupt gemacht wird; sicher weiß ich es nur von Kaninchenzuchten). Das ist der Fachbegriff für orgsanisierten Inzest. Dadurch können ja bekanntlich Erbkrankheiten und Missbildungen hervorgerufen werden. Sicherlich sind diese zwar dann nicht mehr die jenigen, mit denen gezüchtet wird. Bei Kaninchen landen diese wohl am ehesten inm Topf. Dennoch sind dies weggeworfene Leben, eventuell gar qualvoll...
Daher halte ich persönlich diesen ganzen Zuchtwahn für ungesund und gesunden und glücklichen Katzen nicht eben für zuträglich. (Womit nicht gesagt sein soll, dass Rassekatzen zwangsläufig kränklich oder unglücklich sein müssen)
Bis denne!
inkubus