Ich musste am Freitag etwas sehr schlimmes erleben....

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ginihirte

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Hallo ihr Lieben,

ich habe mich heute frisch bei euch angemeldet, weil ich dringend etwas loswerden muss. Und ich glaube damit bin ich bei euch richtig.
Es beschäftigt mich so sehr, und ich werde damit nicht wirklich fertig. Ich bin voller Trauer und Selbstvorwürfen.

Ich muss auf den Weg zur Arbeit täglich über Landstraße und Autobahn. Dabei habe ich dieses Jahr so viele tote Katzen gesehen, wie seit Jahren nicht mehr. Ich fahre schon mit der Angst los, wieder eine entdecken zu müssen. 3 auf der Landstraße, 3 auf der Autobahn. Auf der Autobahn kann ich nichts machen- zu gefährlich. Wochenlang musste ich sie auf dem Weg zur Arbeit am Straßenrand liegen sehen. Zumindest eine kleine Katze konnte ich von der Straße holen, und am Flußufer etwas würdevoller betten, eine andere war zu platt- da konnte ich mich nicht überwinden, und eine dritte wurde wahrscheinlich von der Stadtreinigung geholt. Alltag auf den Straßen, der mir sehr weh tut, an dem ich aber nichts ändern kann. Es tut mir jedesmal so weh, dass es mir die Tränen in die Augen treibt.

Aber was ich letzten Freitag erleben musste, war das, wovor ich am meisten Angst habe. Ich habe mitten auf dem rechten Fahrbahnstreifen auf der Landstraße eine angefahrene Katze gefunden. Und sie hat noch gelebt! Ich habe sie schon von weitem gesehen, und habe bis zum Schluss gehofft, dass es ein Haufen Papier ist, eine große Papiertüte, die sich im Wind bewegt.Aber als ich drann vorbei gefahren bin, musste ich der Wahrheit in´s Auge sehen. Es war eine arme, arme Katze die mit den Pfoten gerudert hat! Ich war so geschockt von dem Anblick, ich hab kaum Luft gekriegt vor Panik/ horror. Gott sei dank war in dem Moment keiner hinter mir. Ich habe gebremst, den Wahnblinker angestellt, und bin ein Stück rückwärts gefahren- dichter an die katze ran, damit die anderen die Situation rechtzeitig bemerken, und ausweichen können. Umzukehren, um mich dann hinter die katze zu stellen, wäre zu riskant gewesen. Es ist eine viel befahrene Straße. Bis ich umgekehrt hätte, wäre wahrscheinlich schon jemand drüber gefahren. das wollte ich nicht riskieren. Was sollte ich tun? Wen sollte ich anrufen? Ich hab einfach die polizei angerufen, und die ganze Zeit durch den Rückspiegel die Katze beobachtet. Sie bewegte sich nicht mehr. Nur in dem Moment wo ich sie fand, hatte sie sich kurz bewegt. Seitdem nicht mehr. Dann habe ich gewartet. ich habe mich nicht getreut auszusteigen. Wie feige. ich habe sie alleine gelassen. Ich hatte Angst, ich weiß nicht warum, vor was. Vielleicht davor, was ich sehe( sie hatte keine sichtbaren Verletzungen, soweit ich das vom Auto aus beurteilen konnte), was passiert? Nach einiger zeit hielt noch eine Frau an. Wie schäbig kam ich mir vor, dass ich im Auto saß, anstatt bei der katze zu sein! Mit der Frau zusammen habe ich mich dann getraut. Sie sprach nur englisch, was das ganze etwas erschwerte, denn mein englisch ist ein bisschen eingerostet. Aber wir verstanden uns. Die arme Katze bewegte sich nicht mehr. Auch konnten wir keinen Atem spüren. Wir haben sie dann zusammen mit einer Isomatte von der Straße gehoben, und auf den sicheren Bürgersteig gelegt, und etwas zugedeckt. Sie war ganz warm, aber zeigte keinerlei Lebenszeichen mehr. Dann fing das Blut an aus der Nase zu tropfen, und sie verlor Urin. Sie ist an ihren inneren Verletzungen gestorben. Wahrscheinlich in dem Moment, wo ich noch im Auto saß. Sie war ganz alleine. das kann ich mir nicht verzeihen. dann denke ich wieder, wenn sie vor Fremden so Schau hat wie mein Katerchen Leo, dann hätte ich ihr vielleicht nur noch mehr Angst gemacht, wenn sie mich überhaupt noch wahrgenommen hätte.
Hätte sie auch angefangen aus der Nase zu bluten, wenn wir sie nicht rübergetragen hätten. haben wir ihre Verletzungen nur noch verstärkt? Aber wenn sie noch gelebt hätte, als die polizei eintraf, hätten wir sie auch heben müssen. Das sind alles gedanken, Zweifel und vor allem Selbstvorwürfe die an mir nagen, und mich nicht zur Ruhe kommen lassen.
Ich habe dann bei eins, zwei Häusern geklingelt, um eventuell etwas wegen dem Besitzer zu erfahren, denn der kleine Schatz sah eigentlich nicht wie eine Straßenkatze aus.
Die Frau musste dann los, ihr Kind saß im Auto. Und ich habe auf die Polizei gewartet. Ich habe die katze gestreichelt, und geguckt, ob ich noch Herz oder Atmung finde.
Als die Polizei dann kam, haben sie mir gesagt, dass sie die Stadtreinigung informieren, und ich bin dann zur Arbeit gefahren. Mittags auf dem heimweg war die katze dann weg. Nur wer es wusste, weiß um die bedeutung der zwei Flecken auf dem Bürgersteig.

Das erlebte frist mich auf. Es war das Schlimmste was ich je erleben musste. Und ich werde damit nicht fertig. Ich habe mich getraut die andere, kleine tote katze von der straße zu hole. was hat mich diesmal gebremst gleich zu der katze zu gehen?
Ich liebe Tiere so sehr, und ich fühle ihr leid fast körperlich an mir selbst- wenn ihr versteht wie ich das meine.

Außer der Frau hat es vor mir keiner für nötig befunden anzuhalten. Alle haben sie blöd geguckt, und sind weiter gefahren.
Obwohl, wenn die Leute für ihre eigene Rasse nicht anhalten, warum sollten sie dann für ein Tier anhalten? Wo, verdammt noch mal, bleibt das Mitgefühl für Tiere?
Wie lange lag die arme katze da schon? Meine Kollegin ist die gleiche Strecke 20 Minuten vor mir gefahren, und hat gesagt, dass da die katze noch nicht lag. Also gott sei Dank lag sie da nicht schon stundenlang.

Wo ist der Fahrer der die Katze angefahren hat????? Wie kann man so herzlos sein, und einfach weiter fahren????

Es tut mir leid, dass ich euch so einen langen Text zumute. Aber ich musste es mir so ausführlich von der Seele schreiben. Es sitzt wie ein Kloß in meinem Hals, und lässt mich nicht los. Jetzt muss ich gucken, wie ich damit fertig werde.
Vielleicht denkt so mancher, die soll mal nicht so übertreiben.
Gerade ich bin eigentlich kein gefühlsdusseliger Mensch, und eher rational veranlagt.
Aber Tierleid nimmt mich sehr mit, vielleicht auch deshalb, weil sie selber keine stimme habe.

Ich habe mir jetzt online auf einer Shirtgestalltungsseite eine Tunika kreiert: vorne eine Katzensilouette (schreibt man das so?) und hinten folgender Spruch:

Solange Menschen denken,
dass Tiere nicht fühlen,
müssen Tiere fühlen,
dass Menschen nicht denken.

Ich hoffe, ich muss so etwas nie wieder erleben. Und wenn doch- dann werde ich besser handeln.

Liebe Grüße
Ginihirte
 
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  • Ich musste am Freitag etwas sehr schlimmes erleben.... Beitrag #2
Hallo Du,
herzliche Willkommen hier!

Als ich Deinen Text gelesen habe, sind mir auch fast die Tränen gekommen. Du schreibst es so ehrlich und echt, als wenn man neben Dir gestanden hätte.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie es Dir geht. Wenn ich totgefahrene Katzen am Straßenrand sehe, wird mir auch jedesmal anders. Ich denke auch oft, wielange liegt sie da schon, welches Kind weint jetzt um sie und war sie schnell tot oder musste sie leiden. Ich habe zwei Wohnungskatzen und ich hätte jeden Abend Panik meine Katzen würden nicht heim kommen, hätte ich Freigänger. Ja, ist echt schlimm was Du erlebt hast, aber ich denke dass Du alles richtig gemacht hast. Es ist schon viel wert, dass Du angehalten hast und nachher die Katze auf Seite getragen habt, viele sind/wären sie Du sagst, einach weitergefahren. Schnell zur Arbeit, keine Zeit. Ich tippe auch, dass sie so schlimme innere Verletzungen gehabt hat, dass Du ihr so oder so nicht hättest helfen können, wenn Du sie vorher hoch gehoben hättest als sie noch lebte, sie hätte vermutlich noch mehr Schmerzen gehabt. Ich glaube Dir, dass Du Zweifel hast, ob Du das richtige getan hast.
Die Bilder werden Dich sicher noch länger begleiten aber Du hättest ihr vermutlich nicht anders helfen können. Ich wünsche Dir, dass Du dass gesehene irgenwann "vergessen" kannst und Kopf hoch - Du hast keine Schuld !
Wünsche Dir einen schönen Sonntag
LG Tamara
 
  • Ich musste am Freitag etwas sehr schlimmes erleben.... Beitrag #3
Hallo,

mich belastet es auch immer wenn ich ein totes Tier am Straßenrand sehe, aber vorallem wenn es eine Katze ist legt sich eine Klammer um mein Herz - denn auch ich denke daran, wie der Besitzer nun leidet und seine Katze sucht - auch wenn meine 3 Wohnungskatzen sind denke ich oft "das hätte auch dein Liebling sein können"... und so melde ich jeden Fund bei umliegenden TÄ, Tierheim/Tierschutz und online in den Suchverzeichnissen.

Ich kenne auch viele Menschen, die einfach vorbei fahren würden, warum sie das tun würden, können sie oft selbst nicht sagen... mein Mann ist auch in vielen Situationen so - er denkt "das regelt sich schon" - vor einigen Monaten saß bei uns im Ort auf einer stark befahrenen Straße eine kleine, etwas rupfige Amsel auf meiner Spur - ich wich dem Tier aus und hielt einige Meter weiter in einer Seitenstraße an... mein Mann sagte nur "Wasn los?" - meine Antwort "Ich geh eben zurück und hol den Vogel von der Straße, sonst ist er gleich platt" - er sagte "Ach was, der kann schon alleine wegfliegen" - ich denke oft das sich Menschen so das Gewissen leichter reden... "Ach was, die haben schon ein Handy und können selbst den Notruf rufen, schau mal, die laufen doch an Ihrem kaputten Auto rum, denen gehts gut" oder halt wie bei dem Vögelchen... noch bevor ich ausstieg, tapste der Kleine Flattermann zurück in die Büsche, so das wir weiterfahren konnten.

Ich habe auch so ein schreckliches Erlebnis hinter mir, bei dem ich nicht ganz unschuldig war... das lässt mich immer noch nicht los und ich habe mir geschworen, wenn nochmals sowas passieren sollte, werde ich anders handeln.

Aber in Deinem Fall war es nicht Deine Schuld, Du hast es richtig gemacht und ich kann vollkommen verstehen das Du es nicht geschafft hast auszusteigen, das Dich der Mut verlassen und die Angst gelähmt hat... ich finde es auch nicht verwerflich, denn viele von uns haben selten mit großem Tierleid oder dem Tod eines Tieres zutun - natürlich können wir nicht damit umgehen!

Das Kätzchen ist nun im Regenbogenland und hat keine Schmerzen mehr, dort wird es Ihr besser gehen.
Ich bitte Dich nur darum, umliegende TÄ, Tierschutzvereine und Online-Such-Verzeichnisse darüber zu informieren, damit auch Ihre Besitzer ihre Ruhe finden können.

Gruß Susanne
 
  • Ich musste am Freitag etwas sehr schlimmes erleben.... Beitrag #4
Ja, das ist auch noch so ein gedanke der mich nicht los lässt. Die Katze sah fast aus wie eine Rassekatze. Sie muss jemanden gehören. Jemand wird sie vielleicht vermissen. Ich habe überlegt einen Zettel im Dorf- vor welchem ich die katze gefunden habe- aufzuhängen, für den fall, dass die katze aus dem Dorf stammt.
Und Susanne, Du hast recht. Die umliegenden Tierheime kann ich informieren. Danke.
Gott sei Dank habe ich Wohnungskatzen! Was bleibt mir da erspart!

Gruß
Ginihirte
 
  • Ich musste am Freitag etwas sehr schlimmes erleben.... Beitrag #5
Mach dir keine Vorwürfe,vielleicht hat dich dein Schutzengel solang im Auto gehalten.
Vielleicht hätte dich sonst ein Auto erfasst weil der Fahrer von dem Anblick der sterbenden Katze zu sehr abgelenkt gewesen wäre.
Sie wird auch so gefühlt haben das du bei ihr bist & gerade um sie trauert,vielleicht hat gerade das ihr geholfen & sie konnt loslassen.Wusste du passt auf & kümmerst dich um sie.

So wie du es beschreibst kann ich mir nicht vorstellen was du hättest anders machen sollen,es ist menschlich sich anschließend Vorwürfe zu machen ob man hätte was anders machen können.
Wie du es schreibst war es zu spät & du konntest nur noch verhindern das noch schlimmeres passiert.

Ich habe auch schon zu oft gesehen wie überfahrene Katzen einfach liegen gelassen wurden,doch nicht bei mir solang man noch packenden zum weg holen hat.
Mitten in der Nacht hab ich das mal gemacht,mein Herz schlug ganz wild und laut vor Angst,aber ich konnte nicht weiter ohne die arme Maus von der Strasse zu holen & in einen Blumenkübel zu betten.

Unser Moritz ist sogar vor meinen Augen vor ein Auto gerannt,umgedreht & an mir vorbei.Ich bin sofort hinterher,aber er röchelte nur noch & starb keine 5 Minuten später ..... sein Genick war beim aufprall gebrochen,doch der Schock ließ ihn das erst nicht mitbekommen.

Mich schockiert es immer das die Unfallfahrer nicht anhalten,denn ich halte selbt bei einem Vogel (den habe ich auf dem Gewissen) an & leg seinen Körper an den Strassenrand.

Streu Informationen so gut es geht wegen aussehen der Katze & vielleicht hast du Recht & die Besitzer wissen wenigstens wo ihre Katze abgeblieben ist.
 
  • Ich musste am Freitag etwas sehr schlimmes erleben.... Beitrag #6
Hallo Trischi,

das hast Du sehr lieb geschrieben. Vielen Dank.
Was mit deinem Moritz passiert ist tut mir sehr leid. Ich bin schon bei einer fremden Katze so fertig, wie muss es dir erst ergangen sein!?
Ich wünschte, es würde viel mehr Leute geben wie wir, die, auch wenn es sie Überwindung kostet, sich um die armen Tiere kümmern!

LG
Ginihirte
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Ich musste am Freitag etwas sehr schlimmes erleben.... Beitrag #7
ich kann sehr gut verstehen, wie Du Dich fühlst. Mir ist genau das Gleiche schon passiert. Einmal mit einer Katze und einmal mit einem Reh. Beide waren kurz vorher angefahren worden und die Fahrer haben sich nicht drum gekümmert. Beide haben im Todeskampf versucht aufzustehen. Bei der Katze lief ich zu ihr hin und wurde beinahe selber von einem Auto erfasst. Obwohl es eine selten befahrene Landstrasse war. Denen war das scheiß egal, ob ich da stehe oder nicht. So wäre es Dir vermutlich auch gegangen. Ich blieb dann bei ihr, aber sie war tot. Bei dem Reh war es noch schlimmer. Da es in einem sehr ländlichen Gebiet war, hatte ich keinen Handyempfang und lief zur nächsten Ortschaft (waren nur ca. 200m), aber es machte niemand auf, egal an welchem Haus ich klingelte (kleiner Weiler mit maximal 4 Häusern). Dann fuhr einer aus der Garage und ich bin dem echt vors Auto gesprungen und habe gesagt "Sie lassen mich jetzt sofort telefonieren, da drüben liegt ein verletztes Reh". Das Reh schaute mich so hilfesuchend an das hat mich noch jahrelang verfolgt, weil ich eigentlich genau wusste, was mit ihm passiert... der Förster hat es garantiert erschossen. Ich habe eine weite Strecke zur Arbeit und ich bin jeden Tag froh, wenn ich sowas nicht mehr erleben muss. Fühl Dich gedrückt! Du hast besser reagiert als die meisten Menschen, denn Du hast angehalten! Mach Dich nicht fertig. Aber das ist einfacher gesagt als getan. Ich habe mir bei beiden Fällen auch noch oft Vorwürfe und Gedanken gemacht.
 
  • Ich musste am Freitag etwas sehr schlimmes erleben.... Beitrag #8
Hey.
Dein Bericht ist so ehrlich, mutig und ergreifend!
Ich kann Dein Gefühl nachempfinden, wirklich! Ich habe schon einmal festgestellt, das ich wie gelähmt bin, wirklich geschockt und handlungsunfähig wenn einem Tier etwas so grausames geschieht. Ich halte mich im Normalfall genau wie Du für bodenständig und realistisch, aber in einem solchen Moment scheint sich in mir irgendetwas auszuschalten. Ich kann nicht atmen, ich kann nicht hinschauen, ich kann nicht handeln.
Ich eckel mich sogar, weil ich Angst habe etwas zu sehen, was so grausam ist, dass ich es nie vergessen werde. Ich glaube, dass ist ein Selbstschutz für meine Seele. Ich könnte immer Hilfe holen und gemeinsam bin ich stark, genau wie Du. Aber allein bin ich einfach nur schockgefroren!!
Aber ich hole Hilfe, wann immer etwas nötig ist!

Ich kann Deine Trauer, Deine Selbstvorwürfe und die Panik die Du empfindest nachvollziehen. Ich kann Deinen Schmerz nicht lindern, aber ich hoffe es tröstet Dich, dass ich genauso ticke wie Du!!
:sad:
 
  • Ich musste am Freitag etwas sehr schlimmes erleben.... Beitrag #9
Ich sehe es ähnlich wie Eni. Es war sicher irgendwie eine Art Sperre, du konntest einfach nicht raus, konntest die Gewissheit nicht ertragen, dass die Katze vielleicht gerade gestorben ist. Ich muss gerade an Schrödingers Katze dabei denken. Solange du im Auto warst war dieses arme Wesen für dich weder tot noch lebendig, weil dein Selbstschutz dich davor bewahrt hat herauszufinden, was wirklich los ist.

Ich bin Fußgänger und habe, zum Glück, nur ein einziges Mal eine tote Katze an der Straße gesehen. Es war auf dem Weg nach Hannover rein, mein Freund fuhr mich zur Arbeit und man konnte da nicht halten. Ich sah das Tier und mein Freund wurde auch mit einem Male still. Nach ein paar Sekunden begann ich "Hast du..."
"Ja." sagte er dann "ich habe extra nichts gesagt, weil ich gehofft habe, du hast es nicht gesehen."
Allein dieses eine Mal, was schon Jahre her ist, kommt mir immer wieder mal in den Sinn und macht mich traurig.

Es tut mir leid für dich, dass du das erleben musstest, ich kann mir vorstellen, wie es einen mitnimmt.
 
  • Ich musste am Freitag etwas sehr schlimmes erleben.... Beitrag #10
Oh man, dass ist eine traurige Geschichte und ich kann mir vorstellen wie du dich fühlst. Wir wohnen genau an einer Bundesstrasse und ich hatte auch schon so eine Situation. Mir ist auch eine Katze vors Auto gelaufen. Ich konnte noch rechzeitig bremsen, aber der Gegenverkehrt hat sie erwischt. Ich habe sie noch im Rückspiegel auf der Strasse gesehen. Hinter mir war kein Auto also bin ich rechts ran und aus dem Auto gesprungen. Dann bin ich auf die Fahrbahn, den Verkehr abgebremst und die Katze von der Strasse genommen. Sie war schwer verletzt. Das Auto hat auch angehalten. Es war eine junge Familie mit Kindern auf den Weg in den Urlaub. Die Frau hat sich sofort erkundigt wie es Dem Tier geht und wo ein Tierarzt ist. Aber im gleichen Moment war sie schon tot. Sie ist in meinen Armen gestorben. Ich weiss, es war ziemlich riskant auf die Bundesstrasse zu rennen aber mein Verstand hat da irgendwie ausgesetzt. Ich wollte nur das noch lebende Tier von der Fahrbahn haben. Als ich wieder im Auto sass fing ich an zu zittern und mir kamen die Tränen, aber ich würde jeder Zeit wieder so reagieren.
 
  • Ich musste am Freitag etwas sehr schlimmes erleben.... Beitrag #11
Hallo Ginihirte,

neben dem Tierheim könntest Du auch umliegende Tierärzte anrufen, das kostet nur wenige Minuten Zeit - viele Leute fragen nämlich auch bei Ihren Tierärzten nach (schon oft erlebt!)

Außerdem gibt es hier extra ein Onlineverzeichnis für solche Fälle,
bitte stelle die Katze dort ein - das wäre wirklich toll!



Danke und Gruß,
Susanne

P.S: Lass die grauen Gedanken vorbei ziehen und tu' nun, was Du noch tun kannst, um dem Tier und seiner Familie die letzte Ehre zu erweisen - das ist alles was Du tun kannst, mach Dir keine Vorwürfe!
 
  • Ich musste am Freitag etwas sehr schlimmes erleben.... Beitrag #12
Oh nein, was für eine schreckliche Geschichte!

Gerade weil Du Katzen - Tiere allgemein - so liebst, konntest Du wahrscheinlich nicht hingehen. Du warst zu geschockt. Das ist sogar ein offizielles Krankheitsbild, was man oft bei Menschen erlebt, die zu einem Unfall kommen. Sie sind bewegungslos vor Schock! Rechtlich gibt's das jedoch nicht, da heißt das dann "Unterlassene Hilfeleistung".

Natürlich würde sich jeder wünschen, dass alle sofort bei jeder schlimmen Sache der Welt helfen könnten. Tatsache ist jedoch, dass unsere Psyche uns dabei ganz oft einen Streich spielt und uns bewegungslos lässt.

Dass Du Dir Vorwürfe machst, kann ich gut verstehen. Und ich kann genauso gut verstehen, dass Du es nicht geschafft hast, auszusteigen.

Du hättest die Katze gewiss nicht retten können. Und bestimmt habt Ihr mit dem Wegtragen nichts Schlechtes gemacht, sondern ihr einfach ein bisschen Würde verschafft, indem Ihr sie von der Straße geschafft habt.
 
  • Ich musste am Freitag etwas sehr schlimmes erleben.... Beitrag #13
Hallo ihr Liebe,

ich habe heute die umliegenden Tierheime angerufen, und Zettel in dem Dorf, vor welchem ich die Katze gefunden habe, sowie im Nachbarort aufgehängt. Falls die Katze keinen Chip hatte, haben die besitzer vielleicht so die Möglichkeit zu erfahren, wo ihre Katze ist. (Falls es überhaupt einen Besitzer gibt)
Das tut mir gut, denn so hab´ich das gefühl, dass ich doch noch was für die Katze tun konnte.
 
  • Ich musste am Freitag etwas sehr schlimmes erleben.... Beitrag #14
Hallo Ginihirte! Du bist ein Mensch der genauso fühlt wie ich und viele hier .Ich habe sowas ähnliches Schreckliches erlebt mit einem Mäusebussard .Der hat sich mitten in eine Autobahn verirrt und wurde von den Autos wie ein Pinnball rumgeschuppst.Links,rechts,links,rechts.Das Tier hatte bestimmt ungeheure Schmerzen, er krümmte die Flügel .Wir konnten nicht raus und hatten ein Auto geladen.Mehr als gefährlich noch auf eine stark befahrenen Straße zu halten.Genau darum leben meine Jungs auf Balkonien .Ich würde mir nur Vorwürfe machen, wenn meinen Mäusen sowas passieren würde .

Schreib doch der Katze einen Abschiedsgruss im Regenbogen Thread .Das hilft vielleicht deinem Herzen .Fühlt dich nicht schuldig.Du bist in ihrer Nähe geblieben .Wo andere vorbei fahren.
 
  • Ich musste am Freitag etwas sehr schlimmes erleben.... Beitrag #15
Vorwürfe solltest du dir keine machen, ginihirte.
Im Gegensatz zu anderen hast du zumindest angehalten und die Katze nicht einfach ignoriert.

Ich hatte schon mehrere Vorfälle mit Tieren im Straßenverkehr, aus denen ich immer wieder was dazu gelernt habe.
Das schlimmste was mir aber je passiert ist, war auf dem Weg zu Fuß zur Bushaltestelle.
Eine Katze lag auf dem Bürgersteig. Ich hatte diese Katze schon oft auf dem Weg zur Arbeit gesehen, wusste aber nicht wo sie hingehört.
Ich dachte, die döst vor sich hin. Erst als ich näher kam merkte ich, sie bewegt sich nicht. Nur ihre Augen sahen mich ganz flehentlich an. Sie hatte keine Verletzungen, aber wohl sehr große Schmerzen.
Es war gegen 6 Uhr morgens, und ich hatte damals noch kein Handy. Also lief ich direkt wieder nach Hause (die Arbeit war mir in dem Moment so egal) und rief bei der Polizei an.
Als ich zurück zu der Katze kam, war sie tot.
Auch mir gehen bis heute die Bilder nicht aus dem Kopf, wie sie mich verzweifelt anblickte und ich nichts tun konnte. Und dass ich nicht bei ihr war als sie starb ....

Damals war ich komplett überfordert und hatte keine Ahnung was ich machen sollte.
Lediglich die Polizei hatte ich gefragt, ob denn versucht wird den Besitzer zu ausfindig zu machen (durch Chip oder Tätowierung z.B.).
Ich bekam die Auskunft, dass die Feuerwehr das Tier beseitigen würde, aber der Aufwand zu groß wäre den Besitzer ausfindig zu machen.
Wochenlang habe ich im Ort nach Suchzetteln ausschau gehalten, in der Hoffnung, der Besitzer hängt welche aus.
Ich selbst habe nie was getan um den Besitzer ausfindig zu machen, weil ich damals nicht wusste was ich tun könnte.
Und das belastet mich bis heute noch.
 
  • Ich musste am Freitag etwas sehr schlimmes erleben.... Beitrag #16
Hallo ihr Liebe,

ich habe heute die umliegenden Tierheime angerufen, und Zettel in dem Dorf, vor welchem ich die Katze gefunden habe, sowie im Nachbarort aufgehängt. Falls die Katze keinen Chip hatte, haben die besitzer vielleicht so die Möglichkeit zu erfahren, wo ihre Katze ist. (Falls es überhaupt einen Besitzer gibt)
Das tut mir gut, denn so hab´ich das gefühl, dass ich doch noch was für die Katze tun konnte.

Das ist wirklich lieb von Dir,
Danke dafür!!

Auch der Besitzer wird es Dir danken.

Grüße Susanne
 
  • Ich musste am Freitag etwas sehr schlimmes erleben.... Beitrag #17
Die Polizei macht da aber auch oft nichts. Ich bin mir nicht sicher, ob sie hier bei uns auf dem Land "wegen einer Katze" irgendwas machen würden.
El Ninjo, der Kater meiner Tante, wurde Im September angefahren und die Fahrerin hat ihn zum nächsten Tierarzt gebracht (wenn einem eine Katze ins Auto rennt, kann man meist nichts mehr machen). Er war tätowiert und so wurde meine Tante angerufen. Er hat dann noch 2 Tage gelebt, aber die inneren Verletzungen waren zu schlimm. Doch wenigstens wußten wir, was aus ihm geworden ist und sie konnte sich von ihm verabschieden und noch bei ihm sein.
Wie verhält man sich richtig, wenn das Tier noch lebt? Es ist ja auch beim Menschen so, dass man das Unfallopfer möglichst nicht bewegen soll. Kann ich eine Katze in eine stabile Seitenlage bringen...??? Wie macht man das richtig. Ich hoffe sehr, dass mir sowas nicht mehr passiert, aber was macht man? Ruft man die Polizei? Bei dem Reh habe ich die Polizei angerufen und die gaben mir die Nummer des zuständigen Försters. Man ist doch echt hilflos, wenn man ein verletztes Tier findet. Kommen Tierärzte vor Ort und helfen den Tieren? Haben Tierärtze auch sowas wie einen hippokratischen Eid und sie müssen den Tieren helfen? Kann das irgendjemand beantworten?
 
  • Ich musste am Freitag etwas sehr schlimmes erleben.... Beitrag #18
Die Polizei macht da aber auch oft nichts. Ich bin mir nicht sicher, ob sie hier bei uns auf dem Land "wegen einer Katze" irgendwas machen würden.
Bei mir haben sie auch nix gemacht, außer eben die Feuerwehr wegen "Beseitigung eines Tierkadavers" anzurufen.

Ein ander mal lag eine bereits tote Katze mitten auf der Straße.
Ich teilte der Polizei mit, dass die Autos drum rum fahren und evtl. einen Unfall verursachen könnten weil sie auf die Gegenfahrbahn ausweichen.
Eine gute Stunde habe ich dort gewartet, und die Polizei war immer noch nicht da.

Ich gehe also nicht davon aus, dass die was bei einem noch lebenden Tier unternehmen würden. Außer man hat Glück, und gerät an einen tierlieben Polizisten am Telefon.

Im Prinzip, wenn das Tier noch lebt, kann man wirklich nur selbst handeln.
Meist sind die Tiere schon so schwer verletzt, dass man wahrscheinlich einfach nur noch aus dem Bauch heraus handeln kann.
Tier sachte hochnehmen und zum nächten Tierarzt bringen.
Aus der Not heraus würde ich sogar direkt zur nächsten Polizeidienststelle fahren, wenn ich nicht wüsste wo ein Tierarzt in der Umgebung ist. Und dort würde ich Terror machen, damit sie mir nen Tierarzt oder ne Tierklinik nennen, wo ich das Tier hinbringen kann.
 
  • Ich musste am Freitag etwas sehr schlimmes erleben.... Beitrag #19
ich habe mal in einem Waldstück ein überfahrenes Reh gesehen. Es lag so auf der Gegenfahrbahn auf einer "Kuppe", dass die Autofahrer, die von unten den Hügel hoch fuhren, es erst in letzter Minute sahen und dann wahrscheinlich erschraken. Es lag bewegungslos auf der Straße und war vermutlich schon tot. Auch hier hatte ich wieder keinen Empfang und fuhr in die nächste Ortschaft (2km). Es war dunkel, es hat genieselt und ich hab mich nicht getraut, in dem Waldstück aus zu steigen. Also rief ich 110 und erzählte dem Polizisten die Sachlage. Der blöckte mich dann regelrecht an mit "Sie sind jetzt schon die 5te, die wegen dem Reh anruft, warum trägt es keiner von der Straße weg, hä?" ich sagte ihm dann, dasss ich knapp über 60kg wiege und ich nicht weiß, was ein ausgewachsenes Reh wiegt, aber so geschätzte 40kg und dass ich gerade heute meine Rehschaufel nicht dabei habe "(wenn ich wütend bin, werde ich schnippisch...). Er meinte dann um Welten freundlicher "oh, und Sie sind vermutlich auch noch alleine. Ich schicke ne Streife vorbei, wir kümmern uns gleich um das Reh, machen Sie sich keine Sorgen. Fahren Sie einfach nach Hause" :) Geht doch!
 
  • Ich musste am Freitag etwas sehr schlimmes erleben.... Beitrag #20
Die Polizei hatte extra einen Karton mitgebracht- für den fall, dass die Katze noch lebt, wenn sie eintreffen. Denn ich hatte ja am telefon gesagt, dass sie noch lebt. Als die Polizei eintraf hatten wir das arme tier ja schon von der Straße geholt, und mit meiner Isomatte warm gehalten. Da sie keine Lebenszeichen mehr von sich gab, und aus der Nase blutete, sind die Polizisten dann davon ausgegangen, dass sie tot war. der eine hat die katze vorsichtig mit dem Fuß angeschuppst- was mir auch nicht gepasst hat. Als polizist hat man doch sicher immer Handschuhe dabei, und hätte anders gucken, ob sie vielleicht noch lebt (versuchen den Herzschlag zu fühlen z.B.) Sowas kann man wohl kaum mit dem Fuß beurteilen. Aber da auch ich der Meinung war, dass sie tot war (ich hatte ja immer mal wieder gefühlt, und nach Herschlag, oder Atem getastet), hab ich nichts gesagt.
Aber stellt euch mal vor eine Katze ist noch nicht tot, sondern nur bewußtlos. Ein schrecklicher gedanke jagt den nächsten...

Es hat sich bisher keine auf die Aushänge hin gemeldet. Bin heute extra noch mal zu den Plätzen gefahren, wo ich die zettel aufgehängt hatte, um zu gucken, ob sie noch hängen.
 
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