Hallo liebe Foris!
Heute ist auch mein geliebtes Kätzchen von mir gegangen, was mich fix und fertig macht.
Mein Binchen war erst 4 Jahre alt, total hart im nehmen, top fit und ja - sie war einfach meine Beste!
Aber ich gebe mir die Schuld an ihrem plötzlichen Tod, und ich werde mir das nie verzeihen können.
Angefangen hat alles Donnerstag Abend, sie hat ihr Futter stehen lassen, obwohl sie sonst wirklich alles frisst. Und damit meine ich auch alles, wie oft hat mir der kleine Frechdachs Essen vom Tisch geklaut. Mitunter auch Salat, etc. Ach, sie war einfach so verdammt süß.

Naja, deswegen hat mich das im ersten Moment schon stutzig gemacht, dass sie nichts gefressen hat. Aber ansonsten war sie normal, also habe ich mir nichts weiter gedacht.
Freitag morgen habe ich bemerkt, dass sie noch immer nichts gefressen hatte und komischerweise auf dem blanken Laminatboden lag - ohne Decke usw.
Mittags habe ich bemerkt, dass sie schneller atmete, quasi die Luft beim Ausatmen nach außen presste, und das alles auch wie schon gesagt schneller...
Aber sie war sonst fit, ist dann auch raus und hat sich im Garten in die Sonne gelegt..
Abends lag sie dann schlapp in meinem Zimmer, wieder auf dem Fußboden, zeigte keine Reaktion, hörte nicht, bewegte sich nicht. Habe dann auch in der Küche gesehen, dass sie schon den ganzen Tag nichts gefressen hatte, da der Napf noch unverändert und voll dastand. Habe ihr dann mageren Putenschinken angeboten, den sie ab und an bekommt, weil sie tierisch darauf abgefahren ist.
Nichts. Sie hat noch nicht mal daran gerochen..
Da habe ich überlegt, ob ich noch mit ihr in die Klinik fahren sollte, denn auch die Atmung war schneller und angestrengter geworden. Aber da sie dann plötzlich wieder fitter wurde und raus wollte habe ich den Klinikbesuch auf Samstag, also heute verschoben.
Heute morgen gings ihr noch schlechter. Sie hing bestimmt eine Stunde über ihrem Wassernapf und hat getrunken, aber immer noch nichts gefressen.
Freitag abends hatte ich die Symptome im Internet eingegeben und tippte so nun entweder auf eine Vergiftung oder einen Zwerchfellriss.
Habe dann in der Klinik angerufen und habe mich gerade fertig gemacht, da haben diese entsetzlichen, lauten und qualvollen Schreie angefangen. Ich hatte so Angst um mein Baby. Sie hat sich von der einen auf die andere Seite geschmissen und entsetzlich geschrieen. Anfassen konnte ich sie auch nicht.
Meine Mum und ich sind ins Auto, ich hatte das Binchen auf meinem Schoß liegen.
Im Auto hat sie angefangen sich zu erbrechen. Mit jedem Schrei hat sie sich erbrochen. Blutiger Schaum. Das ganze weiße Fell und der Mund war verschmiert. Dann hat sie angefangen zu Krampfen. Sie war im Todeskampf. Hat sie von einer zur anderen Seite geworfen, geschrieen, gespuckt, gekrampft.
Es war schrecklich. Ich weinte sehr und habe gebetet, dass sie durchhält, denn es waren noch ca 10 Minuten bis zur Klinik. Doch dann war sie aufeinmal ganz ruhig. Sie starrte mich an, mit den riesigen, geweiteten Pupillen und bewegte sich nicht mehr. Kein Krampf, keine Schreie, kein Spucken.
Ihr Mund und Fell war total verschmiert. Rot und Weiß.
Meine Katze hat den Kampf ums Leben verloren und ist elendlich und unter Schmerzen gestorben. In meinen Armen.
In der Klinik haben wir gesagt bekommen, dass sie eindeutig aufgrund einer Vergiftung, vermutlich Rattengift o.ä. gestorben ist. Eine solche Vergiftung kommt schleichend, zersetzt die Organe, es kommt zu inneren Blutungen, Krampfanfällen, Koma und Tod.
Und ja, meine Katze erlitt einen qualvollen und sehr schmerzhaften Tod. Sie erstickte. Ich hätte ihr so gerne die Schmerzen abgenommen.
Ich mache mir solche Vorwürfe. Wenn ich Freitag Abend noch in die Klinik gefahren wäre, würde sie jetzt noch leben. Aber sie ist Tod. Und ich bin daran Schuld. Ich kann diese Bilder nicht vergessen. Ich würde sagen, dass diese Minuten die schlimsten in meinem Leben waren.
Sie hat so gelitten und gekämpft. Ich kann nie mehr wieder ihren Blick vergessen, wie sie dann in meinem Armen lag. So still. Aber die Augen weit aufgerissen - sie hat mich angestarrt, sie hat mich um Hilfe gebittet, in ihren Augen habe ich die pure Angst und Verzweiflung gesehen. Und das schöne, weiche, dichte, weiße Fell.. Blutverschmiert und durcheinander.
Was soll ich tun?
Ich kann es mir nicht verzeihen, alles erinnert mich an sie..
Ich komm gerade überhaupt nicht mehr klar, meine Augen brennen vorm weinen.
Ich schreibe in 3 Wochen Abitur, aber ich kann nicht lernen, ich muss an mein Binchen denken. Sie war mein Ein und Alles. Sie war mir wichtiger als mein Pferd und mein Hund. Aber nun bin ich an ihrem Tod Schuld...
Ich würde alles dafür geben, um die Zeit rückgängig machen zu können..