Ich möchte an dieser Stelle nochmal die Vorgehensweise einer Blutspende beschreiben, damit niemand sich Panik macht, wo es gar nicht nötig ist.
Im Normalfall wird bei Herzblut für Katzen eine Anfrage gestellt. Die Mitglieder von HfK suchen einen Spender raus, der in der Nähe ist. Die maximale Entfernung ist 200km, in diesem Fall muss das Blut unbedingt gekühlt werden.
Ist nun ein Spender herausgesucht, ruft HfK bei dem Halter an um den aktuellen Gesundheits- und Impfstatus zu erfragen und ob der Halter weiterhin mit einer Blutspende einverstanden ist. Sind die passenden Umstände gegeben, wird ein Termin in der Klinik vereinbart. HfK versucht, den Transport des Spendertieres zu organisieren, so bleibt man als Halter nicht auf den Kosten sitzen.
In der Klinik wird die Spenderkatze untersucht und es wird Blut entnommen für einen Kreuztest und (sofern nicht bekannt) eine Blutgruppenbestimmung genutzt. Passen die Blutgruppen überein, wird die Spenderkatze in Narkose gelegt. Ihr wird ein Stück Fell am Hals rasiert, mithilfe einer Braunüle wird Blut abgenommen. Die Menge richtet sich hierbei nach dem Gewicht der Spenderkatze. Es dürfen maximal 9ml pro kg Gewicht entnommen werden, jedoch nicht mehr als 50ml.
Das Blut wird in einem flexiblen Transfusionsbeutel gesammelt und permanent bewegt, damit es nicht gerinnt. Des Weiteren wird es mit Natrium gemischt, was einer Gerinnung nochmals entgegenwirkt.
Die Spenderkatze bekommt nun eine Elektrolyt-Glokuse-Lösung und darf aufwachen.
Erst jetzt, wenn die Spenderkatze im Aufwachbereich ist, wird das Empfängertier geholt. Es bekommt ebenfalls einen Zugang sofern der nicht schon vorhanden ist und das Blut wird schwenkend (also ein bewegter Transfusionsbeutel) transfundiert. Oftmals erkennt man schon nach kurzer Zeit eine Besserung, das Empfängertier kann zB wieder den Kopf heben, was vorher nicht möglich war.
Bis hierhin sollte im Normalfall nicht viel mehr als eine Stunde vergangen sein. Wenn die Klinik bummelt, sollte man unbedingt dran bleiben, gerne auch nervig sein. Bei einer Bluttransfusion geht es um Zeit, es ist ein Wettlauf gegen die Uhr.
Mira war gestern zur Spende, es geht ihr heute wieder gut, nachdem sie gestern (aufgrund einer eher schluffigen Arbeit der TK) ziemlich verstört war. Sie hat den Hals rasiert und an der Pfote ebenfalls eine kleine kahle Stelle. Mehr sieht man ihr nicht an. Sie frisst normal und ist aktiv.
Ich würde jederzeit wieder eine meiner Spenderkatzen zur Verfügung stellen, ohne überlegen zu müssen. Der Erfolg ist einfach eine so große Belohnung!