Tja, leider gestaltet sich die Zusammenführung schwieriger als gedacht

. Wäre ja auch zu schön gewesen.
Zuerst habe ich Pünkti und Micki mit rüber genommen zu Kasi. Als wir reinkamen, lag er zusammengerollt auf dem Bett. Als der die beiden sah, ist er sofort aufgesprungen und hat sich voll böse auf die beiden gestürzt. Pünkti konnte entkommen, aber Micki - vom Körperbau hier der Kleinste - hat leider etwas abbekommen :-(. Schnell habe ich die beiden getrennt und die Tür geschlossen.
Na gut, hab ich mir gedacht, vielleicht sieht Kasi die beiden Räüme drüben schon als "sein" Revier an, in das Pünkti und Micki jetzt quasi eingedrungen sind. Dreh ich den Spieß beim nächsten Mal einfach um.
Also einen Tag abgewartet, bis sich alle Gemüter wieder beruhigt haben. Dann heute Morgen nächster Versuch:
Dieses Mal habe ich Kasi mit zu mir genommen. Er guckte sich überall um und beschnupperte alles. Leider ist er wieder Micki als erstem begegnet. Und wieder hat er sich voll aggressiv auf ihn gestürzt. Voller Panik ist Micki die Treppe hochgeflohen. Ich habe mir Kasi schnell geschnappt und wieder rübergebracht, bevor er sich noch auf meinen alten Puschi (15 J.) stürzt.
Jetzt sitz‘ ich hier und bin völlig ratlos

. Ich habe ja schon mehrere Zusammenführungen hinter mir. Die letzte gerade kurz vor Weihnachten. Dass es nie einfach wird, weiß ich. Aber so?
Wie kann es sein, dass Kasi so unterschiedlich reagiert? Als wenn er zwei verschiedene Persönlichkeiten hat.
Zu Menschen ist er superlieb und kuschelig. Gestern Abend z. B. lag er beim Fernsehen ganz lange auf meinem Schoß, das Köpfchen in meine Hand gekuschelt und schlief.
Aber sobald ein Kater auftaucht, ist er nicht wiederzuerkennen. Da rastet er völlig aus :evil:. Die anderen haben gar keine Chance, sich zu wehren. Man merkt, dass er ein Straßenkater ist, der sich immer durchschlagen musste. Meine hingegen leben wohlbehütet in einer Wohnung mit gesichertem Garten. Bis auf ein paar kleine Neckereien passiert hier nichts Schlimmeres. Von daher wissen sie gar nicht, wie sie reagieren sollen :shock:.
Ansonsten geht es dem Kasi gut. Ich drücke ihm sein Futter immer mit einer Gabel ganz klein. Da sein Mund durch die Kieferfehlstellung ganz schief ist, kann er große Brocken sonst nicht aufnehmen. Aber wenn man es klein matscht, klappt das ganz gut.
Das Aus-dem-Fenster-gucken hat sich mittlerweile zu seiner Lieblingsbeschäftigung entwickelt. Er bleibt nach wie vor ganz entspannt dabei, hat die Pfötchen unter sich verschränkt und beobachtet das Geschehen.
Es ist so niedlich, wenn ich vom Einkaufen komme und auf den Hof fahre, sitzt er am Fenster, als wenn er auf mich wartet :smile:.
Auch das Hauen mit der Pfote hat nachgelassen. Wenn man ganz ruhig bleibt und sagt: „Aua, nicht so doll“, hört er sofort auf. Für ihn ist das Ganze wirklich nur ein Spiel.
Das Beste ist aber, dass er sich für nachts mittlerweile das Kopfkissen meines Sohnes zum Schlafen erobert hat :lol:.
Solange kein Artgenosse auftaucht, ist er wirklich der liebste Kater von der Welt.
Wie kann ich ihm bloß verständlich machen, dass die anderen nicht seine Feinde sind?