So...nach zwei Jahren hol ich meinen Thread mal wieder hoch.
Naja, meine alte graue Katzendame, die vor 17 Jahren mal den Namen "Schnecke" bekommen hat, ist jetzt wohl am Ende ihres Weges, sozusagen bei den letzten Takten des Zugabeteils angekommen.
Seit 2012 die CNI diagnostiziert wurde, konnte ich sie mit Nierendiät, SUC, Prilium und Ipakitine ganz stabil halten.
Da sie eher ein lebendes Sofakissen ist und sich schon immer sehr behutsam bewegt hat, kam dann im Laufe der Zeit noch eine Arthrose und Rheuma dazu, so dass sie immer schlechter laufen konnte. Seither kriegt sie jeden Tag eine Onsior-Schmerztablette (weil die im Gegensatz zu Metacam mehr über die Leber abgebaut werden und die Nieren nicht so belasten).
Einen Bänderriss am rechten hinteren Knie nach einem gewagten Sprung hat sie seither weggesteckt (konservative Behandlung), dann letztes Jahr noch eine wegen der Nieren und ihres Alters nicht ganz risikofreie Zahn-OP.
Seit dem Frühjahr entgleisen die relevanten Blutwerte - die genauen Zahlen hab ich nicht im Kopf, sie sind halt da, wo sie hingehören, wenn die Nieren gar nicht mehr arbeiten.
Es ist ein Jammer, ihr zuzusehen, wie sie mehr wackelt und torkelt statt zu laufen. Seit Anfang Mai bin ich immer quasi auf dem Sprung, um den unvermeidlichen letzten Schritt zu gehen. Vor zwei Wochen war ich zuletzt mit ihr bei meiner TÄ, weil ich mir Sorgen gemacht habe, dass ich als Tierhalter völlig "betriebsblind" werde und ein paar Dinge falsch sehe. Aber die TÄ hat ebenfalls noch keinen Grund für eine Euthanasie gesehen. Die alte Dame frisst -wenn auch in homöopathischen Mengen von 20 - 30 Gramm am Tag, sie trinkt jede Menge, sie putzt sich, sie sucht die Nähe von Menschen, sie räkelt sich in der Sonne auf der Terrasse und geht alle Wege, die sie halt so zu gehen hat. Wie sie jeden Tag auf ihren Kratzbaum rauf kommt, um die ersten Sonnenstrahlen abzukriegen, weiß ich nicht. Der Abstieg ist zumindest abenteuerlich...den Sinn der Rampe will sie auf ihre alten Tage nicht verstehen...
Erbrechen? Seit über einem Jahr nicht mehr. Durchfall? Kein bißchen. Die Augen sind okay, Zähne auch, gute 3,7 kg Gewicht sind nach 2 Jahren CNI (davor 4 kg) auch im Rahmen.
Ein bißchen Anämie ist bestimmt dabei, besonders dehydriert ist sie nicht.
Der unsichere Gang dürfte eher von den alten arthrosekranken Gelenken kommen, natürlich verbunden mit der zunehmenden Schwäche bei CNI im Endstadium.
Ob der Tod jetzt wegen der CNI oder einfach aus Altersgründen an die Tür klopft, ist schwer zu sagen.
Tja, und so hab ich das Dilemma, dass ich nicht weiß wann es Zeit ist, die Notbremse zu ziehen. Leute, die zu Besuch kommen und sehen, wie die alte Dame in der Sonne chillt, sagen dass sie einen sehr zufriedenen und absolut nicht sterbenskranken Eindruck macht und dass man eine alte Ome ja auch nicht deswegen von der Klippe stürzt, weil sie am Rollator geht. Wenn die gleichen Leute dann sehen, wie sie zu ihrem Lieblingstrinknapf "Miniteich" wackelt, kriegen sie Tränen in die Augen.
Einen Rat verlange ich eigentlich gar nicht. Wenn, dann würde ich ihn mir von meiner 17 Jahre alten Schnecke selber wünschen, in Form eines unmissverständlichen Winks, dass sie auf den Scheiß keinen Bock mehr hat.
Ich denke die nächsten paar Tage werden eine Entscheidung bringen, aber das sage ich seit Anfang Mai...