Wenn ich in deiner Lage wäre, ich glaube ich könnte auch nicht mehr "zurücktreten". Klar, du bist verliebt in das Tier und du machst dir ja auch die ganze Zeit Sorgen, wenn du es nicht nimmst, das verstehe ich. Ich weiß auch nicht, ob ich es schaffen würde, es bei dem Vermehrer zu lassen, egal wie unseriös er ist, also ich kann dich wirklich gut verstehen.
aber: du solltest unbedingt!!! zwei Kitten nehmen (eins vom Tierschutz zu deiner dazu, Kitten gewöhnen sich normalerweise sehr gut aneinander, wie hier schon erwähnt wurde). Ich kann dir mal erzählen, was ich bei meiner ersten eigenen Katze so alles falsch gemacht habe und wie es dann ausging:
- er kam viel zu früh von seiner Mutter weg. Klar, war eine Bauernhofkatze die zweimal im Jahr Babys kriegt, weil die Tochter vom Bauern sie so süß findet - aber sobald die Zwerge anfangen zu fressen und Geld zu kosten, müssen sie weg. Ein bisschen Glück hatte er noch, denn ich war, als er 8 Wochen alt war, im Urlaub und konnte ihn nicht nehmen, er durfte bis er 10 Wochen alt war bei der Mama bleiben.
- er war allein. Und ich war zwar viel Zuhause, aber eben nicht immer. Mir war das damals nicht bewusst, aber alle Verhaltensweisen, die er an den Tag lenkte (extrem schmusig sein, immer motzen wenn ich gehe, etc.) waren seine verzweifelten Versuche mir zu zeigen, wie einsam er ist!
- er wurde Freigänger. In der Wohnung hat ihn nichts gehalten, er wollte raus, bei Wind und Wetter, sogar wenn es hagelte - es hielt ihn nichts drinnen, außer wenn es im Winter mal - 10 ° oder weniger hatte....
- dann begann er, mich nach dem Fressen anzugreifen. Jetzt kam ich langsam mal auf die Idee, dass etwas mit ihm nicht stimmt, gesundheitlich war aber alles okay. Also Internet angeschmissen, Katzenforum durchstöbert (warum ich nicht früher darauf gekommen bin, also vor seiner Anschaffung - ich weiß es bis heute nicht) - aha, Kater ist einsam. Sein Problem: Er war jetzt schon über ein Jahr alt, auf der einen Seite sehnte er sich nach Kontakt, andererseits ist er nie sozialisiert worden. Also vom Tierschutz eine sehr soziale Katze, Queenie, dazugeholt. Ein halbes Jahr (!) hat es gedauert, bis er sie vollends akzeptiert hat. Dann hatte er endlich jemanden, mit dem er nach dem Fressen spielen konnte, er war richtig glücklich! Aber:
- sein Freiheitsdrang ließ ihn nicht los. Es zog ihn immer nach draußen, kilometerweit weg (er war selbstverständlich kastriert, das hielt ihn aber nicht vom Streunen ab). Oft war er tagelang verschwunden. Irgendwann hatte ich ein ganz schlechtes Gefühl, als einer seiner Streifzüge länger und immer länger andauerte. Nach langem Suchen, Plakate aufhängen, inserieren in der Zeitung erfuhr ich dann: er wurde überfahren, ziemlich weit von zu Hause weg. Das war das traurige Ende eines so kurzen Lebens, in dem ich so viel vermurkst habe!
Natürlich werden auch andere Katzen überfahren, ich will auch nicht behaupten, dass das alles nie passiert wäre, wenn er einen Kumpel gehabt hätte. Aber wenn er von Anfang an nicht alleine gewesen wäre, hätte er sicherlich nicht den Drang gehabt, so viel rauszugehen, denn er hätte ja in der Wohnung Abwechslung gehabt. Glaub mir, er war wenig allein, aber als Mensch kann man Katzengesellschaft einfach nicht ersetzen, auch wenn man das gerne glaubt...
Inzwischen habe ich drei Katzen, denn ich konnte Queenie nach Cakes' Tod (für den ich mir immer noch wahnsinnige Vorwürfe mache!) nicht allein lassen, sie hat so gelitten. Und ich habe zu ihr ein behindertes Geschwisterpärchen genommen. Sie verstehen sich alle drei sehr gut, und Cosmo und Wanda haben mir eins beigebracht: ich will nie wieder etwas anderes als Wurfgeschwister nehmen. Es ist herrlich, ihnen zuzugucken, wie sie spielen, sich gegenseitig putzen, sich freuen einander zu sehen! Du kannst getrost den Fernseher verkaufen wenn du zwei hast ;-) und meine kamen bereits als Teenager zu mir, im Kittenalter sind sie noch viel, viel putziger und verspielter! Und es gibt auch Leute, die behaupten, Einzelkatzen wären zutraulicher als welche die zu zweit gehalten werden: Lass dir da keinen Quatsch einreden. Wir hatten bei meinen Eltern eine Einzelkatze, die es gehasst hat, wenn man sie auf den Schoß nehmen wollte, und ich habe hier Cosmo, Wanda und Queenie die total verschmust und kontaktfreudich sind. Cosmo ist sogar so anhänglich, dass es manchmal schon nervig wird :-D
Tu es deiner Katze nicht an, sie in Einzelhaft zu zwingen, so jung wie sie ist, braucht sie ihre Geschwister oder, wenn der ganze Wurf bereits vermittelt ist, eben eine gut sozialisierte Katze in ihrem Alter. Ich finds auf jeden Fall toll, dass du den Leuten die Katze erst mit 12 Wochen abnimmst, du tust ihr wirklich etwas gutes damit. Und wenn sie dann ihr neues Heim zusammen mit einem Katzenkumpel erkunden kann, steht euch eine wunderbare Zeit bevor
Ach so, was mir noch einfällt: Es klingt unlogisch, aber zwei Kitten zerstören weitaus weniger als ein Kitten. Sie spielen nämlich viel zusammen und haben somit weniger Energie die sie in Sachen-Runterschmeißen oder Couch-Zerkratzen investieren müssten...
Zu deiner Futterfrage: Je nachdem, wie weit du preislich gehen möchtest, gibt es eine ganz gute Auswahl. Ich habe am Anfang mit Cachet Select von Aldi Süd (200 g - Dosen, die anderen sind weniger gut) und Bozita angefangen, inzwischen gibt es hier Animonda Carny, Catz Finefood und Macs. Das sind jetzt aber nur meine Empfehlungen, es gibt zig andere Marken, die auch gut sind, ließ dich am besten im empfohlenen
Nassfutter-Thread ein
Edit: Das hat man davon, wenn man immer Romane schreibt während noch Leute online sind ;-) Ich finds suuuuper, dass du dir das mit dem zweiten Kitten überlegst!!!