Ich habe Anuschka heute morgen gehen lassen.
Der Abschied war sehr ruhig und hat sich ja wie bereits berichtet angekündigt.
Es stimmt, Anuschka hat mir deutlich signalisiert, dass der der Abschied da ist.
Samstag abend lag sie auf meinem Schoß, sie schnurrte, drehte sich dann zur Seite und entspannte. Ich habe so etwas noch nie erlebt, sie zeigte für 10 min keine Reaktion mehr, war wie ohnmächtig.
Sonntag hat sie dann nicht mehr gefressen, genauso Montag.
Wie angekündigt habe ich dann einen Termin für Dienstag heute ausgemacht.
Montag Abend saß Anuschka dann nochmals auf dem Schoß, tagsüber hatte sie mit Dana in ihrem Versteck gesessen, sie saß auf meinem Schoß, Dana lag daneben und Garibaldi saß auf der Lehne und schaute Anuschka an. Garibaldi hatte Anuschka vor der Krankheit desöfteren geärgert, jetzt blieb alles ruhig. Dana und Garibaldi haben auch Abschied genommen.
Dienstag Morgen eben, vor einigen Stunden bin ich dann zu der Tieräztin gegangen, mit einem Freund. Anuschka war heute morgen sehr ruhig, sie hat sogar noch getrunken, wenig gefressen, mehr ging nicht mehr. Ich habe auf Routine und Ruhe geachtet, keine Hektik, Anuschka alle Zeit der Welt gelassen. Auf dem Weg war Anuschka sehr ruhig, sie guckte aus der Kiste raus, sehr entspannt, sie hatte keine Angst, genauso wenig in der Praxis. 8.00 morgens, ich war der erste, wir hatten das so vereinbart.
Und dann hat die TÄ Anuschka nochmals angegguckt, der Krebs hatte mittlerweile den Zungengrund zerstört, gerade in der letzten Zeit ging es dann sehr schnell. Anuschka war auch sehr dünn, wie gesagt 2,5 kg Gewichtsverlust in 2 Monaten, Muskeln kaum noch. Aber sie hatte keine Schmerzen, wäre ab diesem Zeitpunkt dann aber lebendig verhungert, es ging nicht mehr.
Der Abschied war dann sehr sanft, ich muss meiner TÄ einen Riesenlob aussprechen, wir hatten Zeit, die erste Spritze, Anuschka fiel in Narkose und dann die zweite Spritze, Anuschka ist ganz sanft eingeschlafen, von der zweiten Spritze hat sie nichts mehr mitbekommen. Toll fand ich, dass die TÄ sich Zeit genommen hat, kein Kanülensetzen, was ich schon mal erlebt habe, sondern erst die Betäubung und dann das zweite Narkotikum.
Bis Anuschka gegangen war habe ich sie gestreichelt, es war sehr ruhig, sehr entspannt, kein schnell schnell, ein beruhigendes Gespräch, eine sichere und ruhige TÄ.
Wieder zu Hause ist auch noch etwas merkwürdiges passiert, Garibaldi ist mir direkt auf den Schoss geklettert als wolle er mich trösten.
Jetzt liegt Anuschka in ihrem Handtuch eingewickelt und einem Pullover, den sie liebte unter einer Eibe im Wald. Eiben stehen unter Naturschutz und werden nicht gefällt, Anuschka wird da ihre Ruhe haben. Bald wird man nichts mehr sehen und das Grab von dem Efeu überwachsen werden.
Ursprünglich wollte ich ihr ein paar Kastanien mit ins Grab legen, habe mich dann aber für die Eibe und das Efeu entschieden.