Hallo,
schwierig. Ich kann dir sagen, dass Trockenfutter - speziell getreidebasiertes Trockenfutter wie das Kattovit - für Katzen allgemein nix ist, und für übergewichtige Kater mit Diabetes erst recht nix.
Der Grund dafür ist letztlich, dass Katzen reine Fleisch- bzw. Beutetierfresser sind und der pflanzliche Anteil, speziell der Kohlenhydratanteil, in den meisten Trockenfuttersorten viel zu hoch ist. Katzen können Kohlenhydrate nur ganz schlecht verwerten - das meiste davon wird nicht wie bei Pflanzen- und Allesfressern in Energie umgewandelt, sondern als Körperfett abgelagert. Deshalb werden Katzen von kohlenhydratlastigem Trockenfutter sehr leicht fett. Auch von sogenanntem Diät-Trockenfutter sollte man aus diesem Grund lieber die Finger lassen.
Außerdem (und wenig überraschend) steuern Katzen ihren Blutzuckerspiegel normalerweise auch nicht über die Aufspaltung von Kohlenhydraten in Glucose, so wie Pflanzen- und Allesfresser es tun, sondern hauptsächlich über die Eiweißverdauung (Gluconeogenese). Daher schwankt der Blutzuckerspiegel bei Katzen auch normalerweise viel weniger. Wenn große Mengen Kohlenhydrate in den Körper gelangen, dann wird der Blutzuckerspiegel plötzlich hochgerissen - es gibt gute Hinweise darauf, dass genau diese ungewohnten Schwankungen bei Katzen langfristig Diabetes begünstigen.
Sehr viele mittel-alte bis etwas ältere Diabetiker-Katzen gehen jedenfalls in Remission und brauchen gar kein Insulin mehr, sobald sie getreidefreies Futter mit hohem tierischem Eiweißanteil kriegen (also das Futter, für das der kätzische Organismus von der Natur gemacht wurde).
Wenn dein Kater also ungefähr 5 Jahre jünger wär, dann würd ich sagen, schmeiß das Trockenfutter weg und gib ihm nur noch hochwertiges Nassfutter. Dann musst du dich um den Urinary-Sch@iß auch nicht mehr kümmern (was wiederum seine Gründe im Wasserhaushalt hat - alles etwas wissenschaftlicher nachzulesen hier:
http://www.wer-weiss-was.de/app/faqs/list/192?entries=,2262,#2262 )
Aber mit 17 Jahren gibt es natürlich auch andere Prioritäten, als das beste Futter zu finden - z.B. dass der Kater überhaupt frisst. Und Futterumstellungen führen dann oft auch zu Verdauungsproblemen, die man dem alten Herrn auch nicht mehr unbedingt zumuten sollte.
Ich würd also vorschlagen, dass du mal guckst, was passiert, wenn du nur das Trockenfutter langsamst(!) reduzierst und stattdessen mehr von dem jetzigen Nassfutter gibst. Nassfutter sollte langfristig die Hauptnahrung werden, Trockenfutter nur ein Leckerli (also grad umgekehrt wie bisher). Aber wie gesagt, wahrscheinlich muss man in dem Alter Kompromisse eingehen und kann nur noch gucken, dass der Kater seine restliche Zeit mit ordentlicher Lebensqualität verbringen darf.