Hallo Michael,
natürlich muss dieser Kot, der wohl einen Darmverschluss verursacht, raus. Ggf. auch per Operation, wenn es anders nicht geht. Einläufe und Mittel, die die Darmtätigkeit anregen, sind natürlich vorher auszuprobieren.
Ich muss dir aber sagen, dass das kein Grund ist, das Tier einzuschläfern. Darmträgheit bzw. - was ja unklar ist - eine Darmentzündung - können am Futter liegen. Mein Kater bekommt vom industriellen Futter auch immer Verstopfung, und das, was dann noch hinten rauskommt, ist meistens, toter, alter, heller, vertrockneter, widerlicher Kot. Das Zeug im Darm schabt die Darmschleimhaut ab und entzündet die kleinen Darmschlingen, was Schmerzen verursacht und die Verstopfung nur noch verschlimmert.
Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Erstens: Immer gut ist Ulmenrinde (Slippery Elm Bark), ein Pulver, das mit Wasser angerührt wird und Magen wie Darm auskleidet (wenn du die Pampe mal gesehen hast: Du weißt, warum es wirkt).
Zweitens: Ballaststoffe ins Futter wie Flohsamen, Sesam, rohe Karottenraspeln. Die "entdichten" den Kot, machen ihn geschmeidiger und besser abtransportierbar.
Drittens habe ich im Lauf der Zeit die Befürchtung entwickelt, dass das hocherhitzte, aufgespaltene Futter einfach schon so "vorverdaut" ist, dass der Darm zunehmend träger wird. Was bei meinem Kater unglaublich geholfen hat, war die Umstellung auf Barf (Rohfleischfütterung mit den entsprechenden zugesetzten Nährstoffen). Sobald ich drei oder vier Wochen Fertigfutter gebe, kriegt mein Kater wieder genau diese Probleme mit der Verdauung. Geht gar nicht. Zwei Wochen Barf, und das Tier ist wieder okay. Vielleicht kann schon ein geringerer Anteil an Rohfleisch (ca. 20%, da muss man auch nichts zusetzen) das Problem deutlich lindern.
Ich drück euch aber erst mal arg die Daumen, dass ihr die aktuelle Verstopfung in den Griff bekommt und das Katerle noch ein schönes langes Leben vor sich hat.