Hallo CatFan85,
ich habe bei meinen beiden Katzen auch sehr lange gegen die Giardien gekämpft... Ich schließe mich zunächst auf jeden Fall der Meinung von Canix an: Lasst testen, ob es wirklich Giardien sind.
Ich habe damals nach zahlreichen Rückfällen eine Kotprobe eingereicht und einmal alles durchtesten lassen. War teuer (90 Euro), aber danach wusste ich wenigstens, dass der richtige Erreger therapiert wird. Bei uns war der Test damals für alles negativ... Aber immerhin konnten wir die anderen Erreger nun ausschließen....
Bei uns wurden die Katzen damals mit Metro behandelt, da Panacur überhaupt nicht anschlug. Mit Metro wurde der Durchfall meist schon nach 2 Tagen besser, nach 4-5 Tagen war alles gut. Insgesamt gab es 10 Tage Metro, wobei es leider immer 1-2 Wochen nach dem Absetzen einen Rückfall gab :-/. Nach 3 gescheiterten Versuchen hatte ich irgendwann die Befürchtung, dass es keine Giardien, sondern etwas anderes ist. Mein Tierarzt hat damals ne Kotprobe auf quasi alles was geht untersuchen lassen. Auch auf Tritrichomonas foetus. Dieser Einzeller ist laut meinem Tierarzt deutlich seltener als Giardien, macht aber ähnliche Symptome. Eine Verwechslung ist also möglich bzw. kann ein Tier auch mit beiden Infiziert sein. Dann hat man den Giardien den Gar ausgemacht, aber Tritrichomonas verursacht weiterhin Durchfall... Außerdem wurde bei uns auch auf Clostridien (Bakterien) getestet. Clostridien Infektionen treten oft nach Behandlung mit Antibiotika auf, da durch die Antibiotika auch die natürliche Darmflora vernichtet wird. Wenn die natürliche Darmflora intakt ist, können sie sich nicht ausreichend vermehren, um Krankheitssymptome wie Durchfall zu verursachen.
Da wir nach der Kotprobe aber alles andere ausschließen konnten, hatte mein Tierarzt hatte damals zwei Theorien:
A) Die Giardian schon lange tot, aber die Darmsanierung funktioniert nicht richtig. Dadurch vermehren sich die falschen Bakterien zu stark und es entsteht immer wieder Durchfall... Ich habe damals so ein Probiotikum zur Darmsanierung bekommen und es über 2 Monate regelmäßig unters Futter gemischt. Leider weiß ich nicht mehr wie es hieß.
B) Zweite Möglichkeit war, dass die Katzen sich immer wieder neu mit Giardien anstecken. Meine beiden hatten damals manchmal so starken Durchfall, dass sie es nicht mehr ganz bis zum Katzenklo geschafft haben.... Natürlich haben ich das immer sofort und gründlich sauber gemacht, aber die Eier der Giardien sind wohl extrem widerstandsfähig und halten den meisten Putz- und Desinfektionsmitteln stand. Der Tierarzt meinte die Gefahr von Verschleppen durch dreckige Pfoten/Fell ist bei Durchfall sowieso erhöht. Wir haben wir schließlich die ganze Wohnung desinfiziert. Da man den Eiern nur mit Hitze richtig beikommen kann, haben wir im Baumarkt einen Dampfreiniger ausgeliehen. Einige TAs sagen es ist Quatsch alles zu desinfizieren, andere schwören darauf. Keine Ahnung was nun stimmt. Wir waren irgendwann so verzweifelt, dass wir es ausprobiert haben: Wir haben alles was ging (Fußböden, Fensterbänke, Polstermöbel, Kratzbaum, Teppiche) mit einem Dampfreiniger aus dem Baumarkt desinfiziert. Fußböden haben wir sogar unter dem Sofa und Bett gemacht, wo die Katzen halt gerne mal rumkriechen. Wir haben eine Woche lang jeden Tag die Katzenklos mit kochendem Wasser behandelt . Wir haben nur wenig Streu rein getan, die dafür aber jeden Tag komplett ausgewechselt. Außerdem habe ich versucht den Kot möglichst sofort zu entfernen. Futternäpfe und Trinknäpfe wurden sowieso schon 2x tgl mit kochendem Wasser behandelt. Wir haben diesen „Großputz“ damals gestartet als die Katzen bereits wieder eine Woche Metro bekamen, weil der Tierarzt meinte, wenn man sowas schon macht, muss man auch sicherstellen, dass die Tiere selbst nicht weiterhin permanent Eier ausscheiden. Sonst putzt man ja für nichts... Insgesamt wurde die Metro-Therapie schließlich auf 3 Wochen verlängert. Wenn, das nicht hilft, wollte der Tierarzt auf 2 Monate verlängern... Da habe ich auch ganz schön geschluckt. Zwar habe ich nie irgendwelche Nebenwirkungen von Metro feststellen können, aber 2 Monate auf Antibiotikum fand ich trotzdem krass. Mein Tierarzt hat immer darauf bestanden es 2x tgl zu geben, auch wenn die Gabe natürlich ein Kampf war. Aber er meinte, es ist wichtig, dass die Dosis möglichst gleichmäßig über Tag verteilt wird, um Nebenwirkungen zu vermeiden. Entsprechend war er auch der Ansicht, es wäre besser die Therapie zu verlängern (die Giardien quasi aushungern), als die Dosis zu erhöhen (und damit das Risiko für Nebenwirkungen).
Am Ende haben Gottseidank die 3 Wochen gereicht: die Katze war symptomfrei. Der Kater hatte zwar weiterhin breiigen Kot, aber nicht mehr in der gelben Farbe und ohne den Giardien-typischen fauligen Geruch....Der Tierarzt meinte, dass vermutlich beim ihm die Darmsanierung nicht so gut klappt... Wir haben damals auf eine Futtersorte umgestellt, die ihm besonderns gut zu bekommen schien (Macs Lamm) und natürlich weiterhin das Probiotikum gegeben. Zudem habe ich im ersten Monat ein wenig Heilerde unters Futter gemischt. Nach 1 Monat wurde der Durchfall seltener und war schließlich nach 2 Monaten komplett weg.
Ob es jetzt am Großputz oder den 3 Wochen Metro oder der Darmsanierung lag kann wohl niemand im Nachhinein sagen... vermutlich war es eine Mischung aus allem.
So oder so, würde ich an deiner Stelle auf jeden Fall erstmal testen lassen, ob
A) Überhaupt noch Giardien vorhanden sind
B) Es nichts anderes wie zB Tritrichomonas oder Clostridien ist
Bevor du deinen Kater für 3 Monate auf Spatrix setzt, würde ich auch in erfahrung bringen, ob es da überhaupt schon Erfahrungen zur Langzeitbehandlung gibt (bzgl. Nebenwirkungen).
Ich drücke dir die Daumen!