Happy End?
Hi, Leute,
über die Feiertage gab es mit Karlchen wenige Glücksmomente. Zur Abendfütterung habe ich die Kater in die Küche gesperrt, und mir 2 Stunden Zeit nur für Karlchen genommen. Manchmal hat sie die Zeit genutzt, kam zum Schmusen, gab Köpfchen, kuschelte sich auf dem Sofa an mich....

Manchmal verschwand sie auch direkt wieder auf "ihrem" Schrank". Eine Nacht, in der die Jungs weggesperrt blieben, hat sie leider nicht genutzt, sie blieb auf ihrem Schrank. Und kaum waren die Jungs wieder frei, knurrte und fauchte sie wieder, und in den letzten Tagen wurde die Unsauberkeit wieder schlimmer. Sie nässte sogar ihre Schlafkissen ein... Gestern früh war ich mit ihr nochmal in der Tierklinik. Die Tierärztin hat nochmal betont, dass es ein verhaltenspsychologisches Problem ist, und dass Karlchen wieder total normal werden dürfte, wenn sie als Einzelkatze leben dürfte. Sie gab mir die Telefonnummer von einer Tierärztin (50 km entfernt!), die sich auf "Katzenpsychologie" spezialisiert hat.
Ich war total down, wusste ich doch, dass das ein sehr langer, zeitintensiver, und ggf. vergeblicher Weg sein würde - und ich muss am 2. wieder arbeiten... habe dann weniger Zeit für die Katzen... Trotzdem rief ich an - erreichte nur den AB, die Praxis ist bis zum 7.1. geschlossen. :-( Und dann geschah das Wunder: eine ganz liebe Kollegin von mir rief an: eine gute Freundin von ihr hat vor Weihnachten ihre Katze einschläfern lassen müssen. Sie schlug vor, sie anzurufen, und zu fragen, ob sie zur "Notfall-Hilfe" bereit sei. Gestern Abend rief die Frau mich an, und ich habe ihr die ganze traurige Geshcichte erzählt, und sie hat sich tatsächlich bereit erklärt, Karlchen probeweise aufzunehmen!!! Sie ist Ende 60, lebt alleine etwa 60 km von hier, und klang am Telefon total nett.
In der Nacht konnte ich kaum schlafen, war total hin- und hergerissen – Bedauern, Trauer, Schuldgefühle, Freude… Vor allem aber Erleichterung, dass endlich eine Lösung in Sicht war.
Heute früh habe ich Karlchen hingebracht! Gut dass ich noch eine Portion von dem Beruhigungsmittel hatte… Damit war der Transport kein Problem.
Bin gerade zurückgekommen. Karlchen's Retterin ist tatsächlich auch live nett, eine ganz ruhige. Sie eine ehemalige Arzthelferin und seit 10 Jahren Witwe. Und ihre Wohnung ist voll mit Katzen-Deko...
Karlchen hat sich (nachdem wir sie im Bad ausgepackt und zunächst ins funkelnagelneue Katzenklo gesetzt hatten - mit heimischem Streu, das hatte ich mitgenommen) erstmal hinter dem Sofa verkrümelt. Wir haben Kaffee getrunken und gequatscht - dann kam sie tatsächlich hervor und erkundete - ganz geduckt, ganz vorsichtig - die Wohnung. Karlchen's frisch gewaschene Kuschelhöhle und ihre Lieblingsspielsachen (die sie leider so lange nicht mehr genutzt hat) habe ich dort gelassen.
Daumen drücken. Renate wird mich auf dem Laufenden halten. Sie weiß, dass sie ggf. Geduld haben muss...
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge grüße ich Euch und danke nochmal für Euern Zuspruch.