Ich weiß nicht, warum er gehen musste.

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  • Ich weiß nicht, warum er gehen musste. Beitrag #1
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... nach nur 7 Jahren und 4 Monaten ist vor ein paar Wochen unser Tino gestorben. Er bekam eines Tages urplötzlich Atemnot, ohne dass jemals eine Vorerkrankung diagnostiziert wurde. Die Tierärztin fand Wasser in der Lunge, stellte aber bis zum Schluss nicht fest, was es ausgelöst hatte. Tumor, Asthma, krankes Herz - eine Bandbreite von Vermutungen. Sie entwässerte, aber das Wasser war immer ganz schnell wieder da. Nach zwei Tagen wies sie uns in eine Tierklinik ein, Tino sollte unter ein Sauerstoffzelt. Leider erfuhren wir dort keine tolle Hilfe. Der Arzt warf uns immer mal wieder ein paar Hoffnungsbröckchen hin, relativierte sie aber auch gleich wieder. Nach 48 Stunden und der Aussage "Besser geht es ihm nicht" beschlossen wir, Tino da raus zu holen. Er sollte nicht länger allein dort sein, wenn ihm ohnehin keiner hilft. Kaum hatten wir Tino im Auto, maunzte er noch einmal und kuschelte sein Köpfchen in meine Hand. Dann starb er. Wir hatten ihn nur noch 5 Minuten bei uns.

Mir geht es jetzt wie Barbi. Ich habe das Gefühl, unseren Tino in Stich gelassen zu haben. Einerseits weiß ich, dass wir das Bestmögliche getan haben. Wir haben Alles versucht und bis zuletzt gehofft. Aber er musste die letzten Tage seines Lebens so sehr leiden. Und ihm beim Sterben zugucken zu müssen, ohne helfen zu können, ist das Schlimmste, was ich bislang erlebt habe. Ich wünsche mir manchmal, ich hätte ihn nie in die Klinik gebracht. Irgendwie glauben wir, dass sie ihn dort nur als "Gelddruckmaschine" abgelegt haben.

Wir wissen bis heute nicht, woran Tino gestorben ist. Die Aussagen der Tierärztin decken sich null mit denen der Klinik. Und so werde ich wohl nie erfahren, ob wir ihm anders besser hätten helfen können. Ich weiß nicht, ob ich das jemals richtig verwinden kann.

Tinos Tod hat mich erst dazu gebracht, mich hier registrieren zu lassen. Ich habe schon oft im Forum gelesen und viele Einträge haben mich schon oft getröstet. Es ist schön, hier auf so viele Gleichgesinnte zu treffen.
 
  • Ich weiß nicht, warum er gehen musste. Beitrag #2
Das tut mir echt leid für dich! :cry:

Aber du hast ihn nicht im Stich gelassen! Du hast alles nur mögliche für ihn getan und warst in seinen letzten Augenblicken bei ihm. So konnte er ganz entspannt und geborgen über die Regenbogenbrücke gehen.
 
  • Ich weiß nicht, warum er gehen musste. Beitrag #3
Es tut mir unendlich leid und du hast mein tiefstes Mitgefühl. Dein kleiner Tino ist für immer in deinem Herzen und irgendwann werden wir alle unsere kleinen Lieblinge wiedersehen. Laß dich mal ganz lieb iin den Arm nehmen. Egal wie ein Tier gestorben ist man denkt immer hättest du was anderes machen können. Er war bei dir und war gut so. Ich wünsche dir viel Kraft.

Lebe wohl lieber kleiner Tino, jetzt hast du keine Schmerzen mehr. Im Katzenhimmel kannst du mit all unseren Sternenkätzchen spielen und wieder glücklich sein.
Grüß bitte meine vierr Lieblinge von mir.

Traurige Grüße Kathi.
 
  • Ich weiß nicht, warum er gehen musste. Beitrag #4
Es tut mir soooo leid, dass du deinen Tino verloren hast, du hast mein tiefstes Mitgefühl ... Ich kann dir so gut nachempfinden, wie es dir gerade geht, wie sprach- und fassungslos man ist und welch andere Gefühle man durchleidet - da du mich hier erwähnt hast, denke ich, du kennst meine Geschichte mit Gassi ... Ich weiß auch, dass es so unsagbar schwer ist, sich an den liebe tröstenden Aussagen festzuhalten, wenn es um die Schuldgefühle geht ... Trotzdem möchte ich dir sagen, Tino war nicht allein - sein Kopf lag in deiner Hand, er hat gemerkt, ihr hattet ihn nicht vergessen - dieses Gefühl, dass er mit seinem Köpfchen in deiner Hand sterben durfte und nicht allein in der Tierklinik - daran versuche, dich festzuhalten ... Auch wenn es so verdammt schwer ist - keiner weiß das besser als ich ... Meine Gedanken sind bei dir und ich weine mit dir, heute nicht nur um Gassi, sondern auch um euren Tino ... Liebe Grüße, Bärbel
 
  • Ich weiß nicht, warum er gehen musste. Beitrag #5
Ich danke Euch für die lieben Worte. Das Stöbern in diesem Forum hat mir das erste Mal im Leben gezeigt, wie wahr das Sprichwort "Geteiltes Leid ist halbes Leid" ist. Auch wenn ich natürlich niemandem so ein Leid wünsche.

Kathi, ich weiß, dass Du vollkommen recht hast. Mein Freund und ich haben wirklich jede Entscheidung sorgsam überlegt. Und schon damals sagte ich: Egal, wie wir uns entscheiden - sollte Tino sterben, werden wir immer denken, der andere Weg wäre der bessere gewesen. Vielleicht gewinnt dieses Wissen irgendwann die Oberhand und es wird leichter, mit Tinos Tod umzugehen.

Bärbel: Ich habe Gassis und Dein Schicksal heute gelesen. Und auch ich habe dann nicht mehr nur um Tino geweint, sondern auch um Gassi und Dich. Was uns aber vielleicht doch beiden etwas helfen kann: Wir haben beide unterschiedliche Wege gewählt, um unseren Lieblingen die bestmögliche Unterstützung zu geben. Wir waren beide mit all unserer Liebe für Gassi und Tino da. Aber weder Dein Weg noch meiner haben dem Schicksal eine Wende geben können. Und das macht vielleicht deutlich: Was auch immer wir anders hätten machen können - die Uhren der beiden waren wohl abgelaufen und wir konnten sie definitiv nicht anhalten!!!

Ich erzähle hier viel in der Ich-Form, weil mein Freund zu Beginn von Tinos Erkrankung leider auf Geschäftsreise war. Ich musste anfänglich viele Entscheidungen allein treffen und das war so verdammt schwer. Aber zum Glück waren wir zum Schluss beide bei Tino. Und wir haben einander, hören uns gegenseitig zu und spenden uns Trost. Die Vorstellung, niemanden zu haben, dem ich zum 100. Mal mein Leid klagen kann, finde ich entsetzlich. Bärbel - zum Glück hast Du in diesem Forum soooooooooo viele Zuhörer und Mitleidende gefunden. Fühl Dich ganz ganz fest gedrückt!
 
  • Ich weiß nicht, warum er gehen musste. Beitrag #6
Ja, ich war auch sooooo froh, endlich Verständnis und Unterstützung gefunden zu haben. Alle sind sooooo lieb hier ...

Leider habe ich den Weg für Gassi eben nicht selbst gewählt, sondern die Umstände meiner Situation nötigten uns dazu und es endete so, weil ich keinerlei Wahl hatte - auch wenn ich noch sehr wünschte, ich hätte wenigstens eine gehabt, um dann zu sehen, worauf es hinausgelaufen wäre ...

Ich glaube dir sehr, dass es nun für euch sehr schön ist, euch gegenseitig zu haben zum reden, gemeinsam zu weinen und sich umarmen zu können. Gemeinsam trauern zu können, macht es euch sicher ein wenig leichter. Ich bin auch froh, dass ich hier so viele liebe Menschen fand, wenn mir auch daheim immer noch die Leere und Stille sehr weh tut und ich meine Tränen allein weinen muss. Der Trost hier hilft trotzdem ungemein ...

Ich hoffe sehr, es geht euch beiden bald etwas besser und wünsche euch viel Kraft für die nächste Zeit. Ich drück euch auch ...
 
  • Ich weiß nicht, warum er gehen musste. Beitrag #7
Liebe Barbie, liebe Kathi!
Ihr beiden habt einen grossen Verlust erleiden müssen. Und beide habt ihr das getan für Euer Tier, was Ihr konntet! Macht Euch keine Vorwürfe! Tröstet Euch mit dem Gedanken, dass Euer Tier ein schönes Katzenleben hatte, was so manche Katze NICHT von sich behaupten kann. Sie sind nicht irgendwann im Niemandsland verschwunden, weil Ihr sie über hattet! Ihr habt sie begleitet bis zum Schluss und das alleine zählt! Ich weiss, es ist schwer sich damit zu trösten, irgendwie gibt es keinen Trost! Aber Ihr braucht Euch beide wirklich keine Vorwürfe zu machen. Das sollte Euch wenigstens die Kraft geben mit dem Schmerz umzugehen! LG
 
  • Ich weiß nicht, warum er gehen musste. Beitrag #8
Bärbel, das stimmt natürlich, Du konntest keinen Weg wählen, musstest den einen nehmen, den es für Dich nur gab. Umso mehr solltest Du Dir keine Vorwürfe machen. Du hattest die Verantwortung für Gassi und Deinen Sohn und hast Alles getan, um beiden gerecht zu werden. Und Gassi wird bis zum Schluss gewusst und gespürt haben, dass Du da warst und er geliebt wurde.

Du hast mein tiefstes Mitgefühl, dass Du zuhause vor so vielem allein stehst. Und wahrscheinlich war Gassi immer irgendwie Dein Anker, oder? Vielleicht hast Du eines Tages in Deinem Herzen Platz für eine neue Fellnase. Sie wird Dir bestimmt genauso wie Gassi Dein Leben ein kleines bisschen leichter machen. Natürlich wird sie Gassi nie ersetzen, aber das soll sie ja auch nicht. Wir werden uns auch irgendwann einen neuen Liebling ins Haus holen. Momentan kann ich es mir noch nicht vorstellen, aber das Leben mit Tier ist so viel schöner. Sie geben einem so viel...

Krabbentier, vielen Dank. An mir nagt, dass wir Tino nicht durchgängig bis zum Schluss begleitet haben, sondern dass er zwei Tage in einer Tierklinik lag. Auch wenn ich weiß, dass es zu seinem Besten sein sollte. Aber wusste er das auch? Was ist, wenn er sich einfach allein gelassen gefühlt hat? Allerdings weiß ich auch, dass er zuhause sicher noch viel weniger Chancen gehabt hätte. Und dann hätte ich jetzt die gleichen Schuldgefühle wie Bärbel. Wahrscheinlich ist man nie ganz frei davon...
 
  • Ich weiß nicht, warum er gehen musste. Beitrag #9
Erstmal ganz lieben Dank an dich, Krabbentier ... ja, du hast Recht - irgendwie gibt es keinen Trost ...

Trotzdem hoffe ich auch, dass Gassi gespürt hat, dass er nicht allein war ...

Lovely cat - ja, Gassi war mein Anker, es gab ja nur uns 3 ... Heute möchte ich gern einen Rat befolgen, den mir gestern Syliva hier gab, einfach damit ich es für mich leichter mache und ich nicht wieder den Rest des Tages im Gefühlschaos versinke. Ich hoffe also, du nimmst es mir nicht übel, wenn ich zum Thema neue Fellnasen einfach nur sage - bitte lese einfach in meinem Thread nach, dort findest du alles darüber, was ich denke und fühle ... Ich hoffe, du verstehst das - falls du noch mal zum lesen gehst ...

Tino war bei seinem letzten Atemzug nicht mehr allein - ihr wart beide bei ihm und sein Köpfchen lag in deiner Hand ... Bitte halte dich an diesem Moment fest - so schwer es auch ist ... Wie Krabbentier schon sagte - irgendwie gibt es keinen Trost, aber Tino wußte, dass ihr wieder da wart und er nicht vergessen war ...
 
  • Ich weiß nicht, warum er gehen musste. Beitrag #10
Hallo Bärbel,

natürlich verstehe ich Dich. Ich wollte es auch nicht noch schlimmer machen, ich weiß selbst, wie kräftezehrend das Alles ist. Sorry und ganz liebe Grüße!
 
  • Ich weiß nicht, warum er gehen musste. Beitrag #11
Liebe lovely cat, ich danke dir sehr für dein Verständnis ... Ja, es ist sehr kräftezehrend - jeder Tag ein neuer Kampf ... Ich wünsche euch nochmal viel Kraft und sende ganz liebe Grüße an euch zurück ... Bärbel
 

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  • Ich weiß nicht, warum er gehen musste. Beitrag #12
Heute, nach knapp 10 Wochen und vielen lichten Momenten fehlt mir unser Tino plötzlich wieder ganz doll. Ich war gestern wegen etwas anderem traurig. Sonst war es dann immer so tröstend, wenn ich Tino kurz an mich drücken und mein Gesicht in sein seidiges Fell vergraben konnte. Auf einmal fühlt es sich wieder so an, als wäre Tino nur gerade nicht "zur Hand", als könnte ich ihn irgendwie wieder herbeizaubern. Schließlich war er ja erst sieben und wir wollten ihn mindestens noch einmal so lange bei uns haben.

Wir wollen am Wochenende zwei Züchter besuchen, weil wir wieder Leben in der Bude haben möchten. Ich habe mich bewusst für Katzenrassen entschieden, die ganz anders als Tino sind. Ich möchte bewusst keinen zweiten Tino. Einerseits freue ich mich schon darauf, wieder Katzenmama sein zu können. Aber am liebsten möchte ich natürlich Tino zurück. Vielleicht bin ich deshalb momentan so aufgewühlt. Ich habe außerdem Angst, dass ich unsere neuen Fellnasen gar nicht so lieb haben kann, wie Tino.

Ach Tino, Du fehlst mir so sehr...
 
  • Ich weiß nicht, warum er gehen musste. Beitrag #13
Ach lovely cat ... tut mir so leid, dass auch du heute wieder so traurig bist und deinen Tino so vermisst. Aber ich kenne das Gefühl - ich denke auch sooooooo oft, er muss doch wiederkommen, so wie es jetzt ist, kann es doch nicht für immer sein ... Ich verstehe auch mehr als gut deine Angst, du könntest deine neuen Fellnasen nicht so lieb haben wie deinen Tino. Ich selbst dachte auch, ich gehe Anfang März hier ins Tierheim und schau mal, aber ich merke jeden Tag, dass ich keinen Platz in meinem Herzen frei habe - nicht jetzt, keine Ahnung, ob später ... Wenn ich jedoch die vielen anderen Berichte hier lese, dann denke ich, du brauchst dir hier für dich selbst keine Sorgen machen - jeder sagt ja, dass Tino einen ganz speziellen Platz in deinem Herzen behalten wird, du die neuen Fellnasen lieben wirst, vielleicht nur ein wenig anders ... Tut mir leid, dass ich hier nicht mit eigener Erfahrung trösten kann ... Aber ich bin sicher, du schaffst das. Ich hoffe sehr, dass es dir bald wieder besser geht und drück dich ganz lieb.
 
  • Ich weiß nicht, warum er gehen musste. Beitrag #14
Es werden immer wieder diese traurigen Tage kommen. Das ist bei mir nach vielen Jahren noch so. Glaube mir du wirst die neuen Kätzchen lieben und sie werden deine Trauer erleichtern.
Ich habe mir sechs Wochen nach dem Tod meines Katers zwei Kätzchen geholt und habe es keine Minute bereut. Jetzt habe ich drei und liebe sie alle.
Lieben Gruß Kathi.
 
  • Ich weiß nicht, warum er gehen musste. Beitrag #15
Liebe Lovely cat,
manchmal weiß man einfach nicht, ob man was richtig oder falsch gemacht hat. Aber ich verstehe Dich, das es dich sehr schmerzt.
ich habe damals, als ich unsere Lucy einschläfern mußte, sehr gelitten. Es war die erste gemeinsame Katze von meinem Mann und mir und ich habe sie geliebt. Sie war immer wie ein Baby. Wir holten sie 1999 im Alter von fast 3 Jahren aus der Tierhilfe. Sie war soweit eigentlich immer gesund. 2002 bekamen wir dann noch Geronimo dazu.
Nur im März 2008 änderte es sich schlagartig. Wir waren gerade 4 Monate vorher aus dem Ruhrgebiet nach Hessen gezogen. Hatten dadurch natürlich auch noch keinen neuen Tierarzt gesucht. Warum auch. Impfen war ja noch nicht angesagt.
Sonntag morgens nach dem Aufstehen sah sie mich an und hatte ein ganz rotes blutunterlaufenes rechtes Auge. Erst haben wir uns dabei gar nicht gedacht, da sie sich immer mal wieder mit Geronimo in die Haare kriegte. Sie liebten und sie schlugen sich. Als es dann montags immer noch nicht besser wurde, sind wir in eine Tierklinik gefahren. Nachdem wir schon 1 1/2 Stunden warten mußten und Lucy solange ja auch im Korb bleiben mußte (was sie immer gehaßt hat), kamen wir endlich dran und wurden von einer Ärztin behandelt, von der ich direkt das Gefühl hatte, sie weiß nicht, was sie macht. Lucy war halt immer sehr nervös und es ist ein Tier, das man nicht sagen kann, sie soll jetzt mal still sitzen. Sie wollte immer nur auf meinen Arm und hätte sich am liebsten dort versteckt.
Die Ärztin guckte sich das Auge an, wußte aber wohl nicht so recht, was sie machen soll. Irgendwann kam sie dann auf die Idee, das Auge genauer zu untersuchen (wohlgemerkt sind die auf Augenverletzungen spezialisiert), hat ihr dann eine Flüssigkeit ins Auge getropft und sagte dann immer nur zu mir, ich solle doch jetzt endlich mal schauen und das ich doch auch eine Verletzung an der Netzhaut sehe. Hallo, ich bin Laie, wie soll ich das erkennen. .
Dann sollte sie noch zur Blutdruckmessung und zum Herzultraschall. Und das war das schlimmste für Lucy. Sie hat sich so gewehrt, weil sie so große Angst hatte, da sie nicht wußte, was mit ihr passiert. Ich hatte die Tränen in den Augen und konnte nur hilflos danebenstehen. Die Ärztin wurde immer ungeduldiger und motzte die kleine nachher schon an, daß ich was sagen mußte. Also hatte sich die Ärztin am Ende entschieden, ihr Augentropfen und ein blutdruckfördernes Mittel zu geben. Das würde den Kreislauf anregen und das Auge würde besser durchblutet und die Heilung werden.
Ich wollte der kleinen ja nur helfen. Dienstags und mittwochs wurde es auch etwas besser. Aber Donnerstag morgen sah das Auge noch schlimmer aus. Also wir wieder in die Tierklinik und endlich hatten wir einen sehr netten Arzt. Der guckte sie an und sagte sofort, daß sie wahrscheinlich einen viel zu hohen Blutdruck hätte und ihr dadurch schon die Adern im Auge geplatzt wären. Ich bin bald hinten rübergefallen. Das war der am Montag einfach nicht aufgefallen und gibt ihr noch ein Mittel, damit der Blutdruck angeregt wird. Es wurde keine Verletzung am Auge festgestellt. Und als ich dann sagte, wie seine Kollegin denn dann auf eine Verletzung kommen würde, kriegte ich nur ein Achselzucken (na ja, die eine Krähe hackt der anderen halt kein Auge aus). Ich hatte nur noch die Tränen in den Augen. Wir haben sie dann über Nacht in der Klinik gelassen. Ihr Blick, als wir das Behandlungszimmer an dem Tag verliessen, brach mir das Herz. Freitag morgens rief ich gleich in der Klinik an und da sagte man mir, das meine Maus einen Blutdruck von über 200 hätte und sie den auch nicht runter bekommen. Da die Klinik im gleichen Ort wie meine Arbeitsstelle ist, wollte ich dann mittags um 1 nach Feierabend gleich hin. Ne, kriegte ich zu hören, sie würden um 1 zumachen und ich könne ja gegen 4 wiederkommen. Ich bin eigentlich ein sehr geduldiger Mensch, aber da wurde ich echt zum kleinen Giftzwerg. Ich würde um 1 kommen und liesse es mir auch nicht verbieten. War dann auch in Ordnung. Mein Mann und ich sind dann um 1 hin und als sie Lucy von der Station ins Behandlungszimmer holten, habe ich nur gedacht, daß ist nicht mehr meine kleine Kuschelmaus. Der traurige Blick, das stumpfe und zerzauste Fell. Es brach mir das Herz. Was sollten wir nun tun? Die Klinik konnte bis dahin auch nicht sagen, was ihr fehlte. Sie würden jetzt anfangen, Lunge, Schilddrüse, Leber, Nieren usw. zu untersuchen. Ob sie was finden, könnte man uns nicht sagen. Wir könnten sie natürlich auch so wieder mit nach Hause nehmen. Aber dann hätte es passieren können, daß sie irgendwann einen Schlaganfall bekommt, sie hätte nicht raus dürfen, nur noch Diätfutter, keine Leckerchen mehr. Und das, wo wir gerade aufs Land gezogen waren, wo Lucy und Geronimo jetzt endlich raus durften. Mein Mann und ich haben lange überlegt, dann aber letztendlich die Entscheidung getroffen, sie zu erlösen. Der traurige Blick sprach Bände. Als wir uns dazu entschieden hatte, hatte ich das Gefühl, daß sie ruhiger wurde und kam kuscheln. Als ob sie sich bedanken möchte, daß wir sie von ihrem Leiden erlösen. Wir wollten ihr diese Qualen einfach nicht antun. Wir wußten, wie sehr sie schon immer beim Impfen litt. Sie ist dann auch ganz ruhig und friedlich eingeschlafen und wir konnten und lange von ihr verabschieden.
Na ja, viel Zeit ist vergangen und ich sehe sie trotzdem heute noch auf dem silbernen Tisch liegen. Inzwischen haben wir neben Geronimo einen fast 8-monate alten Kater. Beide lieben wir sehr.
Die Tierklinik habe ich nie wieder betreten und eine neue ganz in unserer Nähe gefunden. Die haben mein Vertrauen verloren.
 
  • Ich weiß nicht, warum er gehen musste. Beitrag #16
Du meine Güte, Bianka, Euer Erlebnis klingt genauso schrecklich wie unseres. Auch wenn Lucy und Tino vollkommen andere Erkrankungen hatten, beide mussten leiden, weil erst ein Tierarzt hilflos rumdoktort und dann eine Tierklinik noch einen draufsetzt.

Unser Tino war auch nicht mehr derselbe, als wir ihn aus der Klinik geholt haben. Sein Blick war anders, er roch ganz schlimm (wie ein Nager-Käfig) und er hatte eine grüne Zunge (warum auch immer - vielleicht der Sauerstoffmangel?). NIE werde ich diesen Anblick unseres geliebten Katers vergessen. Und so froh wir auch sind, dass wir immerhin noch so rechtzeitig da waren, dass er bei uns sterben konnte - ich werde mir nie ganz verzeihen, dass wir ihn dort gelassen haben, ganz allein.

Ich danke Dir, dass Du mir Eure Geschichte erzählt hast. Und es tut mir für Euch und Eure Lucy unendlich leid...

Kathi und Bärbel, danke für die lieben Worte und das gedrückt werden. Ich selbst würde mir wohl noch keinen neuen Kater holen. Mein Freund leidet aber sehr darunter, dass unser Haus so leer ist. Ihm wird es mit neuen Fellnasen definitiv besser gehen. Und wenn ich mir alle Kommentare hier so angucke, glaube ich ein bisschen, dass ich die neuen Kleinen auch lieb gewinnen werde. Hoffentlich bekommt dann auch in meinem Herzen jeder seinen Platz.
 
  • Ich weiß nicht, warum er gehen musste. Beitrag #17
Und so ging es uns halt auch. Aber man möchte ja, daß den kleinen geholfen wird. Nur können sie nicht sagen, was ihnen fehlt. Wir waren gerade erst umgezogen und da hatte ich gedacht, daß eine Tierklinik, die sich auch auf Augenleiden spezialisiert, das richtige ist. Aber so eine inkompetente Ärztin zu bekommen, konnte ich leider nicht beinflussen. Wir konnten ihr die letzten Tage wenigstens noch schön gestalten und sie war letztendlich nur eine Nacht von ihr getrennt. Aber wenn wir gewußt hätten, wie alles enden wird: Hätten wir sie dann wirklich in der Klinik gelassen. Am Ende übelegt man immer, war es wirklich das beste, hätte man nicht noch mehr machen können. Aber andererseits ist es ein Tier, das man wenigstens von seinem Leid erlösen kann.
Ich werde Lucy nie vergessen und habe heute noch Tränen in den Augen, wenn ich, so wie jetzt, gerade über sie schreibe und wieder mal die Bilder von Ihr sehe oder ihre letzten Minuten

Du meine Güte, Bianka, Euer Erlebnis klingt genauso schrecklich wie unseres. Auch wenn Lucy und Tino vollkommen andere Erkrankungen hatten, beide mussten leiden, weil erst ein Tierarzt hilflos rumdoktort und dann eine Tierklinik noch einen draufsetzt.

Unser Tino war auch nicht mehr derselbe, als wir ihn aus der Klinik geholt haben. Sein Blick war anders, er roch ganz schlimm (wie ein Nager-Käfig) und er hatte eine grüne Zunge (warum auch immer - vielleicht der Sauerstoffmangel?). NIE werde ich diesen Anblick unseres geliebten Katers vergessen. Und so froh wir auch sind, dass wir immerhin noch so rechtzeitig da waren, dass er bei uns sterben konnte - ich werde mir nie ganz verzeihen, dass wir ihn dort gelassen haben, ganz allein.

Ich danke Dir, dass Du mir Eure Geschichte erzählt hast. Und es tut mir für Euch und Eure Lucy unendlich leid...

Kathi und Bärbel, danke für die lieben Worte und das gedrückt werden. Ich selbst würde mir wohl noch keinen neuen Kater holen. Mein Freund leidet aber sehr darunter, dass unser Haus so leer ist. Ihm wird es mit neuen Fellnasen definitiv besser gehen. Und wenn ich mir alle Kommentare hier so angucke, glaube ich ein bisschen, dass ich die neuen Kleinen auch lieb gewinnen werde. Hoffentlich bekommt dann auch in meinem Herzen jeder seinen Platz.

Wir waren froh, daß wir Geronimo noch hatten. So war es ein kleiner Trost für uns. Aber ich denke mal, daß wir nicht lange gewartet hätten, um uns einen neuen Stubentiger zu holen. Und jetzt haben wir wieder zwei, da wir letztes Jahr im Juli einen 12 Wochen alten Kater aufnahmen. Es klappt gut mit beiden. Sie lieben und die ärgern sich. Aber so soll es doch auch sein.
 
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  • Ich weiß nicht, warum er gehen musste. Beitrag #18
Ich bin mir sicher - auch wenn ich für mich derzeit eine andere Entscheidung getroffen habe, aber die Gründe kennst du ja - jedes deiner Kätzchen wird seinen Platz in deinem Herzen finden, lovely cat ... Und keines wird Tino je verdrängen ... Ich finde es sehr mutig von dir, diese Entscheidung für deinen Freund zu treffen. Vielleicht hilft sie dir am Ende mehr, als du sie jetzt fürchtest ... Nochmals ganz liebe Grüße an dich.
 

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  • Ich weiß nicht, warum er gehen musste. Beitrag #19
Ja Bianka, genau diese Überlegungen hatten und haben wir auch, wie wahrscheinlich jeder von uns, der am Ende die Entscheidungen für das geliebte Tier treffen muss. Tino haben die ganzen Prozeduren wie Eurer Lucy unheimlich zu schaffen gemacht, er hatte tagelang Todesängste. Mt etwas Abstand weiß ich jetzt allerdings, dass er die zuhause natürlich auch gehabt hätte. Wir wollten ja auch das Beste für ihn und konnten nicht ahnen, dass wir in einer Tierklinik landen, deren Arzt ich einfach nur erbärmlich nennen kann. Auch wir werden in diese Klinik nie wieder einen Fuß setzen.

Dein Bericht hat mir aber Mut gemacht, jetzt blicke ich etwas optimistischer in Richtung "Nachwuchs". Und wenn wir uns morgen den kleinen "neuen" Knopf das erste Mal angucken, wird er mein Herz bestimmt erweichen... Ich danke Dir sehr. Es tut mir aber leid, dass dafür bei Dir neue Tränen geflossen sind.

Bärbel, ich danke Dir sehr für Deinen Zuspruch. Auch Du hast Dir deine Entscheidung bestimmt nicht leicht gemacht. Aber ich kann sie so gut verstehen. Ganz liebe Grüße!!!
 
  • Ich weiß nicht, warum er gehen musste. Beitrag #20
Die Tränen kommen eigentlich immer, wenn ich an sie denke. Das kann ich auch gar nicht beeinflussen. Wir hätten ihr halt noch gerne ein paar Jahre gegönnt. Vor allem, wo sie nun endlich hier hätte raus können. Sie war ja bis vor dem Umzug immer nur eine Wohnungskatze.
Im Fotoalbum findest du Fotos von unserem kleinen Stinker. Am 01. April wird er schon 1 Jahr. Wahnsinn
 
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