Hallo,
ich bin ganz neu hier und möchte mal kurz meine Situation vorstellen:
Ich habe im Sommer letzten Jahres eine Mutterkatze mit drei Kitten bei uns hintenrum in den Schuppen/Scheunen gehabt. Nachdem ich meine Nachbarn auf die vier angesprochen habe, war klar, dass die Mutter wohl niemanden (mehr) gehört (oder niemand mehr damit zu tun haben will) und auf sich allein gestellt ist.
Da ich nicht mitansehen konnte, wie die Mutter versucht, sich und die Kinder durchzubringen, habe ich die Mutter angefüttert. Ich dachte, wenn die Mutter schonmal zahm war und nur verwildert ist, kriege ich sie vielleicht wieder so zahm, dass ich sie und die Kinder fangen kann.
Nun war die Mutter aber schlau und vorsichtig und die Kinder super scheu. Trotzdem kamen sie ca. 2 Wochen lang jeden Tag mehrfach zum Fressen. Die Mutter machte einen ungepflegten Eindruck. Dann kamen die Kitten nur noch alleine, waren ab da aber noch scheuer. Meine Freundin meinte, die Mutter wäre wohl tot, denn die Kinder wären eigentlich noch zu klein um entwöhnt zu sein. Oder die Mutter wäre gefangen/vergiftet worden
Jedenfalls habe ich die Kitten nun weiter gefüttert und auch regelmäßig entwurmt, aber zahm wurden sie nicht. Auch in die Lebendfalle gingen sie nicht. Ich hatte mir zweimal eine ausgeliehen aber die musste ich dann auch nach spätestens einer Woche wieder zurückgeben und dann war das ein Hantier, die überhaupt nochmal zu bekommen weil es immer hieß, alle Lebendfallen sind momentan ausgeliehen. Selbst die Tierärztin hat nie eine Lebendfalle da, weil immer verliehen. Wir hatten dann mal was provisorisch selbst gebaut, aber in "geschlossene Räume" gehen so wilde Katzen wohl nur sehr ungern.
Als es dann im Januar so kalt wurde und Schnee lag, kamen die Katzen freiwillig ins Haus. Es dauerte noch ein paar Wochen und Ende Januar durfte ich eine anfassen und sie kamen nachts zum Schlafen rein. Dann hatte ich Ende Februar einen Kastrationstermin. Aufgrund des Körperbaus dachten wir, es wären zwei Kater und eine Kätzin. Das Fangen war echt nicht ohne aber niemand wurde verletzt. Beim Tierarzt wurde festgestellt, dass es drei Mädchen sind und alle drei schwanger, schätzungsweise jede mit drei Kitten. :sad: Sie waren wohl noch am Anfang, aber die Tierärztin lehnte eine Kastration unter diesen Umständen verständlicherweise ab.
Da ich nicht glaubte, dass die Katzen nach der Fangaktion nochmal reinkommen würden und ich nicht wollte, dass diese Babies auch verwildern, fragte ich beim Tierheim an, ob sie dort bis zum Abgabetermin untergebracht werden können und wir die Mütter danach wieder nachhause holen. Unser zuständiges Tierheim lehnte dies ab. Erstens seien sie überfüllt, zweitens wäre es quälerei, die drei wilden Mütter über eine so lange Zeit in Boxen zu sperren. Ich sollte sie einfach im Garten laufen lassen und die Mütter wüssten schon, was zu tun ist. Wenn die Kinder dann groß genug wären, sollte ich mir Lebendfallen leihen (jaja die Lebendfallen die nie zu leihen sind...) und die Kinder dann zur Vermittlung bringen. Ich habe gesagt, dass ich ja schon über ein halbes Jahr gebraucht habe, um die drei Mütter so weit zu kriegen, dass ich sie fangen konnte (und die auch nie in die scheiß Lebendfallen gegangen sind). Wie soll ich denn dann bitte die drei Mütter und die neun Babies einfangen?Und wenn ich dann da auch nicht drankomme dann haben wir nächstes Jahr vierzig Katzen? Neeeeeeeee, also ich bin keine Katzenfachfrau aber dieser Vorschlag war echt hirnverbrannt.
Wir haben dann einen Raum komplett demöbliert (ein großes Dankeschön an meinen toleranten Mann) und Kratzbaum, Höhlen und Toilette reingestellt. Da die drei Kätzinnen ein sehr inniges Verhältnis haben, gab es keinen Streit untereinander. Und es hatte den Vorteil, dass die Katzen nun auch mir gegenüber sehr viel zutraulicher sind.
Nun haben die drei Grazien ihre Babies bekommen. Die Babies sind quietschfiedel und machen einen gesunden Eindruck. Auch nehmen sie täglich zu. Die Mütter haben eine WG gegründet und ihre Babies alle in ein und diesselbe Wurfkiste gelegt (sie hatten 7 Kisten zur Auswahl :roll

. Dies führte zunächst zu leichter Überbevölkerung und ich musste eine Riesenbox bauen, in die drei Katzen und ihre 15 Babies passen. Ja, 15!!!!! 2x4 und 1x 7. Von wegen je drei Stück...
Die Katzen säugen auch alle Babies wild durcheinander wie es gerade kommt und verstehen sich sehr gut. Wir haben keinen Kümmerling, alle sind ziemlich mopsig :wink:
Nun meine Fragen:
-Wann kann ich die Mütter nun kastrieren lassen? ich kann sie ja erst wieder raus lassen, wenn sie kastriert sind, sonst kommen sie mir in ein paar Wochen mit der nächsten Ladung Babies.
- Dann meine nächste Frage: Ab wann dürfen Besucher die Babies anschauen? Mein Mann und ich haben da leicht unterschiedliche Meinungen. Ich bin der Meinung, dass da die Mütter halbwild sind, erst Besucher kommen dürfen, wenn ich die Babies kurzzeitig in einem anderen Raum zeigen kann (also so ab 6. Woche). Damit die Mamas keinen STress haben. Außerdem können Besucher doch auch Keime einschleppen, oder? Ich desinfiziere mir jedes Mal die Hände, bevor ich zu den Katzen gehe. Dabei fasse ich die Babies nicht mal an.
Mein Mann meint, ruhig allen zeigen, da würde nix passieren und je mehr die Babies sehen desto eher finden wir ein zuhause für die Bande. Was meint ihr?
- Ich habe ein wenig Bedenken, wenn es um die Vermittlung geht. Sollte ich versuchen, die Tiere über ein Tierheim zu vermitteln? Also ich sorge weiterhin für die Kitten und sie bleiben auch bei mir bis zur Vermittlung aber das Tierheim schließt den Schutzvertrag ab und erhebt auch die Schutzgebühr? Würde so etwas gehen? Wir leben hier mehr ländlich und leider scheint hier kaum einer seine Katzen zu kastrieren, was dazu führt, dass man hier ohne Probleme Katzen geschenkt bekommt. Aber dann denke ich immer, wer die 80-100 Euro für eine Schutzgebühr beim Tierheim nicht hat, dem fehlt auch nachher das Geld für den Tierarzt. Und daher würde ich die Katzen ungern verschenken. Mein Mann meint, gegen Schutzgebühr nimmt niemand eine Katze von privat (also eine Nichtrassekatze zumindest). Und die prüfen doch auch das Zuhause und machen eine Nachkontrolle, oder? Und daher dachte ich, da das Tierheim ja dann auch die Gebühr behalten dürfte, würden die das evtl. machen??? Aber mein Mann meint, da die uns damals diesen blöden Vorschlag gemacht haben, die Katzen einfach wieder im Garten laufen zu lassen, würden die wohl auch jetzt keine große Hilfe sein.
Wenn ihr meint, privat Vermitteln wäre besser, wie hoch sollte die Schutzgebühr sein um unseriöse Interessenten fernzuhalten? Was darf man im Schutzvertrag festlegen bzw. wonach sollte ich fragen? Macht es Sinn, Jungkatzen nur zusammen bzw. zu einer vorhandenen Katze zu vermitteln?
Was meint ihr? Für Hinweise bin ich euch sehr dankbar. Auch wenn euch noch etwas einfällt, auf das ich achten sollte, beliebte Anfängerfehler usw. dann sagt mir das bitte. Ich habe zwar einen Ratgeber gelesen aber mir fehlt echt die Praxis. Von Hunden und Pferden kenne ich definitiv mehr. Es tut mir leid, dass es so lang geworden ist, aber ich quassel und babbel einfach wie ein Wasserfall.
P.S.: Die drei Mamas bleiben natürlich bei mir. Eigentlich wollte ich ja nie Katzen, aber gegen das Schicksal kommt man ja nicht an :wink:
P.P.S.S.: Wer Interesse hat, kann sich gerne per PM melden.