Hallo ihr lieben,
wie Heike ja schon gesagt hat, hat sich der Verdacht vom letzten Mal manifestiert. Und das ist leider gar nicht gut.
Die Krankheit heisst Polycytemia Vera. Das ist eine Erkrankung, bei der die roten Blutkörperchen erhöht sind und dadurch das Blut verdickt ist. Das ist das, was sie auch letztes mal schon vermutet haben und der Verdacht hat sich jetzt gefestigt. Es gibt noch eine Krankheit, Polyglobolie, die als Ausschlussdiagnose in Frage kommen würde. Aber um die auszuschließen müsste ein Blutwert bestimmt werden, dessen Bestimmung leider ziemlich teuer ist, deshalb habe ich denen gesagt, sie sollen es lassen. Ich bin nicht geizig oder so, aber die ganze Sache wird ohnehin 4stellig und die sind sich zu 99% sicher, dass es eine Polycytemia Vera ist. Bei dieser Krankheit bilden sich Mikrotromben im Blut, also kleine Klumpen, die Blutgefäße verstopfen und somit zur Unterversorgung führen. Das ist bei Sushi wohl im Hirn passiert, sodass diese Anfälle ausgelöst wurden. Außerdem ist das wahrscheinlich die Ursache ihrer Nierenprobleme, weil diese nicht genug mit Blut versorgt wurde. Leider ist die Niere das einzige Organ, was sich nicht regenerieren kann, da bleibt abgestorbenes Gewebe abgestorben.
Die Krankheit ist chronisch und es gibt zwar keine Heilung, aber eine Behandlung, mit dem Medikament vom letzten Mal und dauerhaft Blutverdünnern. Sie wird aber mit aller Wahrscheinlichkeit weiter damit Probleme haben. Die Krankheit kann Thrombosen und Infarkte auslösen. Außerdem werden Wunden oÄ nicht so schnell heilen, weil ihr Blutkreislauf nicht gut funktioniert.
Die Ärztin sagte, sie wird also kein langes Leben haben, aber es besteht noch die Hoffnung auf ein paar schöne Jahre, wenn die Medikamente anschlagen. Das Medikament ist heute Abend fertig und ab morgen bekommt sie es. Dann bleibt sie noch für tägliche Bluttests in der Klinik um zu gucken, ob es anschlägt.
Als ich die Diagnose gehört habe, war ich ziemlich geschockt, weil meine Oma diese Krankheit ihre letzten 20 Lebensjahre hatte. Ich habe mitbekommen, wie schlecht es ihr damit ging, ihre Nieren haben versagt, sie hatte ständig Thrombosen und offene Wunden und hat am Ende immer mehr Morphium bekommen, um es überhaupt auszuhalten. Deshalb weiß ich schon einiges über die Krankheit und meine Mutter ist eine halbe Expertin dafür.
Sushi muss jetzt noch einige Tage in der Klinik bleiben, bis die Medikamente in der richtigen Dosierung eingestellt sind.
Edit: Es kam für mich natürlich von Anfang an nicht in Frage, sie einfach so aufzugeben. Ich habe von dem Moment, in dem die drei bei mir eingezogen sind bis zu ihrem Lebensende Verantwortung für sie und ich werde bis an ihr Lebensende alles mir mögliche tun, damit sie so glücklich wie möglich ist, gesund in dem Sinne wird sie ja leider nicht mehr. Aber ich weiß, dass sich auch mit chronischen Krankheiten gut leben lässt, wenn man sich darauf einstellt.