Hallo!
So, ich hab grad alles gelesen und hab auch Deine PN auf dem Schirm
Zunächst einmal: wie Du schon geschrieben hast, kann man
IBD nur mit einer Biopsie wirklich ganz genau feststellen. Wenn aber das Kortison gut hilft, ist eine
IBD nicht unwahrscheinlich. Dennoch würde ich persönlich doch raten, diese Biopsie irgendwann mal zu machen, denn die Symptome Deiner Süßen können eventuell auch von einer Allergie kommen, und dann würde Kortison auch helfen (aber man sollte das schon genau wissen, was man da eigentlich behandelt).
Jetzt einmal zu meinen Erfahrungen:
meine erste
IBD-Katze (und überhaupt meine erste Katze) war meine kleine Nini. Sie kam schon mit Durchfall zu mir (2 Jahre alt) und war klapperdürr. Wir haben Kotproben über Kotproben machen lassen : ohne Ergebnis. Was gut half, was Baytril aber immer nur solange es gegeben wurde - danach wars aus.
Nach mehreren Jahren und unzähligen Tierärzten empfahl mir eine TÄ, eine Biospsie zu machen (das war 1999). Davor war die
IBD hier einfach unbekannt.
Bei der Biospie kam schreckliches zu Tage. Nini hatte Geschwüre über Geschwüre in der Speiseröhre, dem Magen und dem gesamten Magendarmtrakt. Sie wog ja auch nur noch 2,5 kg! sie war da 8 Jahre alt ... und man sagte mir, dass sie eine sehr eingeschränkte Lebenserwartung damit hätte und also nicht alt werden würde (Nini ist im Endeffekt mit 18 Jahren gestorben, und die
IBD war 11 Jahre lang perfekt im Griff! Das zu diesen Prognosen ;-))
Die erste Maßnahme bei Nini waren Magensäurehemmer. Dass man die geben MUSSTE, konnte man aber nur mit dieser Biopsie feststellen. Das ist einer der Gründe, weshalb ich Dir diese Untersuchung doch noch ans Herz legen würde ... jedenfalls wenn es wieder schlimmer werden sollte.
Danach hat Nini auch eine Weile Kortison bekommen, aber das sollte man auf keinen Fall dauerhaft geben. Katzen vertragen das schon eine Weile, das geht ... aber auf Dauer gibts dann oft Diabetes und andere Probleme. Deshalb lieber davon runterkommen.
Aber die Behandlung, die sie im Endeffekt mehrere Jahre lang bekommen hat, war eine ganz niedrig dosierte Antibiotikagabe. Und zwar hatte ich Kapseln mit Oxytetrazyklin (meine ich, dass es das war), und davon muste ich übers Futter immer nur so viel streuen, dass die Kapsel 10 Tage reichte. Das war abgestimmt auf Ninis Gewicht.
Es gab damals (2000) dann auch erstmals (für mich) Futter vom Tierarzt. Als erstes bekam ich dort i/d von Hills. Das vertrug Nini ganz ok, aber sie brauchte immer dazu auch das Oxytetrazyklin. Kortison bekam sie dann nicht mehr, das allein hat auch den Durchfall bei ihr nicht in den Griff gekriegt, übrigens.
Einmal war ich dann in meiner neuen Stadt bei einer anderen Tierärztin, und die hatte kein i/d, sondern nur Futter von RC. Sie empfahl mir das Intestinal (
Trockenfutter natürlich - Frankreich halt^^) - und OH WUNDER: der Durchfall und das Erbrechen waren WEG. Und zwar GANZ weg. Auch ohne das Antibiotikum. Dauerhaft. Da muss ich sagen: legendär. Auf Nini war das 100% abgestimmt, es bekam ihr perfekt, und von da an war die
IBD hier "gegessen".
Damals kannte ich noch kein BARF, das hätte ich bei Nini sicher versucht.
Was bei Nini überhaupt nicht ging, war (außer natürlich jedem anderen industriellen Futter) zum Beispiel gekochtes Huhn. Also das, was eigentlich Schonkost sein sollte: davon kriegte Nini Flüssigschiss, das war beängstigend! Rohes hab ich ja leider nie bei ihr ausprobiert.
Das zu meiner kleinen Nini, die immerhin nach der Diagnose und Behandlung dann noch 11 Jahre lang vollkommen beschwerdefrei gelebt hat.
Nun zu meinen heutigen Durchfallkandidaten
Da wären: Riri, Tonio und Edwige (alles eine Familie). Die drei - ganz besonders Riri - haben eigentlich von allem Durchfall, was sie nur angucken.
Riri kam als Winzling mit furchtbarem Durchfall hierher (Tierschutzkandidat von der Müllkippe). Der
Tierarzt hat Kotproben, Blutbilder, Ultraschall, Röntgen etc. gemacht, das ging auf keine Kuhhaut mehr. Und ohne Ergebnis. Also nichts, was den DF erklären würde. Das Biest schiss einfach flüssig, und andauernd, es war schlimm.
Irgendwann fragte ich (wegen der Erfahrung mit Nini) "Kann das denn
IBD sein?" Und da meinte der
Tierarzt, ja, kann schon... aber er glaube nicht so richtig dran. Für eine Biopsie hatte ich damals keine Mittel mehr, leider. Kortison schlug nur so mäßig an ... und Antibiotika, so wie Nini sie nahm, fraß das Biest nicht.
Riri war dann irgendwann "austherapiert" und wurde entlassen, mit der Maßgabe, so viel wie möglich Schonkost zu füttern ("Aber das wird nichts mehr mit dem."). Ich hab dann gedacht, Nini hat sich doch auch erholt, und das muss doch mit dem Riri-Biest auch gehen. Habe mich an das RC Intestinal erinnert, und das Riri gegeben. Mit gestampfter Kartoffel. Wochenlang. IRgendwann wurde das besser! Dann gabs immer weniger Kartoffel, und mehr Intestinal - und siehe da: kein DF mehr! Schöne feste perfekte Köttel!
Nur fraßen mir die Viecher dann nur noch Intestinal. Und viel davon. Das Zeug ist sehr, sehr fett - und es ist kein gutes Futter. Irgendwann hatte ich hier 6 Fettwänste rumlaufen (der einzige, der nicht fett wurde, war Riri), und Loup und Tonio haben Diabetes entwickelt. Wenn ich weniger fütterte, gabs Gekloppe.
Es musste also eine andere Ernährung ran, und da hab ich mir überlegt, es muss was absolut natürliches sein. BARF eben.
Ich hab dann erst mal Rohfleisch versucht. Wurde mir aus den Händen gerissen!! Und KEIN Durchfall! Mit rohem Huhn kein DF, und mit rohem Rind auch nicht! Der DF war Vergangenheit. Nach und nach hab ich das Fleisch dann supplementiert, und es gab immer noch keinen Durchfall. Bisher hab ich 2 Fleischsorten, die gehen: Rind und Huhn. Demnächst probier ich aber auch noch anderes... man braucht Abwechslung für die Viecher :wink: ist ausgewogener.
Nun bin ich mir bei Riri (und den beiden anderen) eben nicht 100% sicher, ob es nun
IBD ist oder "nur" eine extreme Nahrungsmittelunverträglichkeit ... aber nachdem quasi alles andere ausgeschlossen wurde, blieb für den
Tierarzt da eigentlich kein Zweifel dran. Und da das Problem sich mit der richtigen Ernährung verflüchtigt hatte, habe ich natürlich dann keine Biopsie gemacht.
So, zur Tablettengabe: hier bei meinen EXTREM-Mäklern wird Kortison aber doch genommen, wenns zerdrückt gut in was leckeres (z.B. so ein Beutelchen) eingemischt wird. Versuch das doch mal. das Kortison braucht sie jetzt unbedingt.
Ich hoffe, ich hab Dich mit dem Monstertext jetzt nicht erschlagen ...
Gute Besserung!