Mein Name ist Katie, und wer im "blauen" Katzenforum aktiv ist, kennt mich und meine zwei Katzen Snow und Indi vielleicht.
Seit August 2012 teile ich meine Wohnung mit Snow, 2,5 Jahre, einer Persermix-Kätzin, die ich über ein Katzenforum bekommen habe. Im November 2012 kam Indigo, ein Birmchen, dazu. Sie ist jetzt knapp 1,5 Jahre alt. Beide Katzen sind kastriert und leben nur in der Wohnung (2 Zimmer + Balkon, Catwalks, mehrere Kratzbäume, jeder Raum ist jederzeit für die Katzen zugänglich). Ich spiele 2-3x/d für 15-20 Minuten mit den Katzen (Minimum, wenn möglich, auch mehr), zudem haben sie einen Hexbug und ein Fummelbrett, damit sie gemeinsam schöne Dinge erleben können.
Anfangs haben sich beide Katzen gut verstanden, sind gemeinsam durch die Wohnung getobt, haben aiuch mal gekuschelt, sich gegenseitig geputzt (wobei das eher von Snow ausging und z.T. wohl auch eher eine Dominanzgeste war) und gemeinsam auf dem Bett geschlafen.
Im April 2013 wurde Snow krank, Ende Mai wurde Arthrose diagnostiziert und eine Behandlung (Schmerztherapie, Nahrungsergänzungsmittel) eingeleitet, die ich blöderweise im Juli abgesetzt habe, weil ich den Eindruck hatte, es ginge Snow wieder besser.
Anfang Oktober zeigte Snow wieder vermehrt Symptome (Fressunlust, "unrunde" Bewegungen, wollte nicht mehr klettern oder springen). Es wurde erneut eine Therapie mit Metacam und Nahrunsgergänzungsmitteln durchgeführt, und das wird sie auch dauerhaft brauchen.
In den letzten Monaten hat sich das Verhältnis zwischen den Katzen stark verschlechtert. Indi, die noch im schönsten Flegelalter und mit Brüdern aufgewachsen ist, rauft gerne und springt Snow dabei auch auf den Rücken. Ich vermute, dass Snow dabei starke Schmerzen hatte und evtl. trotz Schmerztherapie immer noch hat (sonst scheint sie schmerzfrei zu sein, bewegt sich normal, springt, frisst...) und eine Aversion gegen Indi entwickelt hat, weil sie sie mit Schmerzen assoziiert.
Wenn Indi sie anspringt, geht sie total in die Defensive, wirft sich auf den Rücken, krallt, faucht und jault. Andererseits rennt Snow manchmal übermütig durch die Wohnung, Indi sieht das als Spielauforderung an, rennt hinterher, fängt sich wieder eine Ohrfeige ein und versteht dann ganz offensichtlich die Welt nicht mehr (und das nicht nur, wenn sie Snow anspringt, Snow scheint inzwischen schon eine Aversion gegen eine sich schnell bewegende Indigo zu haben, weil sie sie mit Schmerzen assoziiert). Manchmal sitzt Snow auch unter der Tür und lässt Indi nicht vorbei, knurrt, zuckt mit dem Schwanz....
Zudem reagiert sie inzwischen schon "vorbeugend" aggressiv und angespannt, wenn Indi durch die Wohnung tobt (offenbar rechnet sie dann schon mit dem nächsten "Angriff"), sie zeigt durch ihre Körpersprache, dass sie Indi auf Abstand halten will. Auch wenn sie z.B. auf dem Bett, meinem Schoß oder dem Kratzbaum liegt und Indi sich nähert, wird ihre Körperhaltung angespannt, der Schwanz fängt an zu zucken, sie legt die Ohren an, und wenn Indi dann näher kommt, faucht Snow und schlägt mit der Pfote nach ihr. Kontaktliegen, Putzen oder gemeinames Spielen gibt es seit einigen Wochen gar nicht mehr (okay, was sie machen, wenn ich weg bin, weiß ich nicht).Indi wiederum weiß nicht, wohin mit ihrer Energie, und "ärgert" Snow bzw. versucht, sie dazu zu bringen, dass sie reagiert, und wenn es mit Ärger ist... z.B. belauert sie Snow und springt sie an, fordert sie zum Raufen auf oder beißt sie ins Bein oder den Schwanz, wenn Snow irgendwo hochklettert.
Mein Tierarzt meinte, die zwei würden sich von selber zusammenraufen und ich solle mich nicht einmischen. Zudem sollte Indi besser ausgelastet werden. Das klingt für mich vernünftig, trotzdem beunruhigen mich diese Streitereien, weil ich befürchte, dass die Katzen sich irgendwann überhaupt nicht mehr mögen.
Was meint ihr? Normal oder besorgniserregend?
Ich überlege, eine verhaltensmedizinisch ausgebildete Tierärztin dazuzuholen, damit sie mir sagt, wie ich das Verhalten der Katzen einzuschätzen habe und ob ich etwas dazu beitragen kann, dass sie sich wieder vertragen oder ihr Verhältnis zumindest nicht schlechter wird (die Idee dazu stammt von meiner Tierärztin, die sich mit meinem Tierarzt, der das Ganze etwas entspannter sieht, die Praxis teilt. Die Katzen werden jeweils von dem Tierarzt/TÄ behandelt, der gerade da ist, d.h. beide TÄ kennen mich und die Katzen). Was meint ihr? Sinnvoll oder überzogen? Was kann ich tun, damit das Verhältnis der Katzen wieder besser wird? Oder soll ich sie einfach machen lassen, regeln die das tatsächlich noch unter sich? Es geht ja schon mehrere Wochen so und wird eher schlimmer als besser.