Hallöchen,
also irgendwie weiß ich nicht genau, wo bei deinen beiden das Problem sein soll, die sind mitten im Lernprozess: seid konsequent und gebt jetzt nicht auf, der Erfolg lässt nicht mehr lang auf sich warten.
Unser kleiner Kater kommt auch mit uns ins Bett und schläft auch Nachmittags dort auf meiner umgeschlagenen Decke. Das ist einfach sein Plätzchen und er fühlt sich in unserem dreier-Nest am wohlsten. Aber ja, es braucht Regeln und Dosi und Dosine müssen schlafen können. Ich erzähle mal, was bei uns bisher super funktioniert:
Wir haben mehrere Abend- und Morgenrituale eingeführt und Signale etabliert, die das Aufstehen koordinieren. Feste äußere Umstände liefern wenig Diskussionspotenzial
0. Abend: Wir lassen schon vor dem endgültigen Schlafengehen (ca. 1 Stunde) die Rolläden runter und schaffen eine ruhige Abendstimmung (auch für uns). Es gibt dann auch kein frisches
Nassfutter mehr (nur was noch rumsteht) - nur ein wenig
Trockenfutter, keine Balkongänge oder Action in irgendeiner Form. Aber vieeeel Schmusi und Krauli im Bettchen

Katerchen holt uns dann manchmal sogar aus den anderen Räumen ab und geht dann schonmal freudig vor.
1. Wecker:
Mittlerweile hat er gut verstanden, dass wir nicht aufstehen werden, solange der Wecker noch nicht geläutet hat. Das waren einige Wochen harte Arbeit nachts und morgens. Aber so ein Signal hilft ungemein. Selbst wenn ihr wach seid: nicht aufstehen, bevor der Wecker läutet!! (Haben wir vom guten alten Pawlow denn nichts gelernt?) Auch mal die Blase zusammenkneifen: nicht sprechen, nicht streicheln, umdrehen geht (das macht man nachts eh). Sobald der Wecker geklingelt hat und man ihn ausgeschaltet hat, kanns losgehen.
2. Frühstück:
Kein Futter geben, solange die Vorhänge zu/die Rolläden unten sind (oder das Licht überall an ist im Winter). Klingt total blöd aber ist für die Katze richtig logisch. Nachts wird gepennt, frisches Futter gibts nur, wenn die Dosis wach sind.
Rolladen unten/Vorhang zu = Nachtruhe. In Verbindung mit dem Wecker morgens supergut. Außerdem muss dann erst einmal aus dem Fenster geschaut werden im SZ - Kontrolle muss ja sein :roll:
3. Nachtsnack/Morgengrauenbeute:
Für uns (und wahrscheinlich für alle kleinen Katzen mit großem Hunger) funktioniert es am besten, wenn nachts ein bisschen was zum Knuspern rumsteht. Ein EL
Trockenfutter in der Schale (oder irgendwo versteckt) und die Morgenruhe kann bis 10 oder 11 Uhr ausgedehnt werden. Im Morgengrauen höre ich immer ein leises Knuspern aus der Küche, Katerchen kommt schmusen und pennt noch ne Runde mit uns. Von den 20 Gramm
Trockenfutter wird die Katze weder fett noch krank (hängt ja auch vom
Trockenfutter ab). Und es liefert einen entscheidenden Vorteil: das Frühstück ist nicht mit dem großen Morgenhunger und erst recht nicht mit *Dosi ist endlich wach* verknüpft (kann man ja fürs
Trockenfutter allgemein etablieren). Katerchen fordert morgens eher Spiel als
Nassfutter, darauf wartet er locker 30-45 Minuten, wenn früh morgens ein bisschen was Leckeres zum Knuspern im Schälchen war. Ich muss dazu sagen: er ist Etappenfresser gewesen und frisst erst jetzt auch mal größere Portionen auf einmal, daher geht das.
4. Dinge, die Nachts tabu sind!
Nachts Dinge in der Wohnung tun ist natürlich erlaubt, wir schlafen schließlich nicht durch :-D. Bei uns gibts es manchmal jedoch rumpelnde und klappernde Alubällchen-Spielstunden natürlich unter dem Bett und hinter dem Schrank. (Wo versteckt er die immer, um sie dann nachts rauszukramen?? :?

Das geht natürlich wegen unseres wohlverdienten Schlafs und auch Nachbars Schlaf gar nicht. Dann wird kommentarlos und ohne Augenkontakt mit Miez das Licht eingeschaltet, Bällchen eingesammelt und verstaut, Licht ausgemacht, umgedreht und geschlafen. Am Anfang gab es noch herzzerreißenden Protest, heute ist die Sache klar. Gleiches Vorgehen - gleicher Effekt.
Wurde Kater wirklich sehr aufdringlich und auch brutal, gab es lehrreiche Schlüsselerlebnisse. Ein einziges Mal fauchend/kreischend (wie auch immer) energisch und mit Nachdruck vom Bett gefegt (auf den Teppich) und auf uns springen oder gar rumpfoteln im Gesicht war kein Thema mehr. Einmal rabiat mit Geschrei vom Tisch gefegt und der traut sich das nicht nochmal. Mag jeder beurteilen wie er will, aber Katzen sind nicht zimperlich miteinander (insbesondere Kater). Man muss ja nicht brutal sein oder so, aber halt körperlich - so wie sie, dominant und like a boss

. Solche Dinge aber wirklich wohlüberlegt und wohldosiert einsetzen - ignorieren und totstellen (bloß nicht die Augen öffnen, die sehen das) hilft nachts eigentlich sehr gut. Man will nur was beweisen und nicht traumatisieren. Es hängt immer von der Bindung und der Katze ab.
Im Moment haben wir so nachts nie Probleme, außer wir stehen mitten in der Nacht auf oder viel später als gewöhnlich. Den Kater haben wir seit 4 Monaten und er durfte den ersten Monat nicht ins Schlafzimmer. Das hilft in puncto Dominanz und Reviermarkierung (ist uns aber total schwer gefallen). Zum Trainieren haben wir ca. 2 Monate gebraucht und müssen auch ab und zu noch unsere Dominanz beweisen. Mit Rückschlägen und Veränderungen und Neukonzeptionen muss man einfach rechnen, jede Katze ist anders und was für euch funktioniert und was für uns kann ganz unterschiedlich sein. Ca. 4 Wochen um die Kastration herum war es besonders schwierig, damit muss man auch rechnen.
Generell hilft es aber, wenn die Katzen lernen (insb. Wohnungskatzen), dass Dosis Anwesenheit nicht zwangsweise Dauerprogramm mit sich bringt. Ein wenig wohldosiertes knallhartes Ignorieren untertags schafft Konsequenz und vermeidet überraschte Verbitterung und beleidigtes Rumgemaunze nachts. Ich bin sehr viel zu Hause aber bin keine Vollzeitbespaßung der Katzen - muss ja auch mal zwischendurch arbeiten, ne?
Grundätzlich kann man nicht nur das Verhalten in der Nacht beeinflussen, man muss den kompletten Umgang mit den Katzen in allen Facetten regeln und dann darf man sich nicht weichkochen lassen oder Unterschiede machen. Katzen unterscheiden nicht zwischen Tag-Regeln und Nacht-Regeln. Eine Tagesstruktur (sofern möglich) mit Phasen kommt ihnen viel mehr entgegen. Morgenrituale - Mittagsschläfchen - Nachmittagsspielstunde - Abendrituale und immer wieder die gleichen Dinge in gleicher Folge. Katzen etablieren sich einen solchen Ablauf selbst mit der Zeit, man kann sich soweit möglich einfach danach richten. Damit kommt auch Wohnungskatze super klar, wenn zwischendurch Anreize und Spannung geschaffen werden. Und es gibt keine großen Diskussionen.
Ich würde sagen: hört sich alles doch schon ganz gut an, denn die Katzen reagieren wohl auf euer Handeln. Seid bitte nicht zu ungeduldig und haltet gemeinsam durch. Sprecht euch ab, jeder muss alles gleich machen. Vor allem, wenn ein Dosi mal nicht da ist. Das ist wie Kinder zu erziehen - bildet eine geschlossene Front!! :lol: Und nehmt die Dinge nicht zu ernst.
LG und vielleicht hat es ja was geholfen,
Diascia